Gartenzwerge
170 Zwerge jetzt im Winterlager

Westerkappeln -

Klaus und Ursula Schüro haben ihren Garten in ein Paradies für Kleintiere verwandelt. Sie haben kleine Iglus für Igel aufgebaut und stellen jeden Tag Futter für Eichhörnchen und Vögel bereit. Ach ja, und dann sind sie noch stolze Besitzer von 170 Gartenzwergen. Die sind zurzeit aber im Winterlager.

Dienstag, 28.11.2017, 14:11 Uhr

Sammelt seit 45 Jahren Gartenzwerge: Klaus Schüro in seinem Garten. Im Winter hat er einen Teil der Figuren in seinem Keller einquartiert.
Sammelt seit 45 Jahren Gartenzwerge: Klaus Schüro in seinem Garten. Im Winter hat er einen Teil der Figuren in seinem Keller einquartiert. Foto: Katja Niemeyer

Der Garten von Klaus Schüro wirkt in diesen Tagen geradezu verlassen. Seine Frau Ursula hat die letzten „Bewohner“ mit Bürste und Spüli gründlich gereinigt. Und dabei auch schon einmal zur Zahnbürste gegriffen. Nur mit ihr gelangt man schließlich in jeden Winkel der Figuren. Eine Woche brauchte die 68-Jährige für die Arbeit. Jetzt sind alle Kameraden im Winterlager unterbracht.

Dieses ist auf zwei Standorte verteilt. Denn der Keller des Ehepaares ist schon seit Langem nicht mehr groß genug für die Sammlung, weshalb ein großer Teil in Räumlichkeiten des Sohnes einziehen muss: Rund 170 Zwerge und Figuren besitzen die Schüros. Wie viele es genau sind, wissen sie nicht. Irgendwann hatten sie aufgehört zu zählen. „Die ersten haben wir vor ungefähr 45 Jahren gekauft“, erzählt Klaus Schüro. Fortan zog ein Zwerg nach dem anderen in den idyllischen Garten an der Gartenstraße ein.

Ihre Plätze wählte der Rentner mit Bedacht. „Die Figuren habe ich mit System aufgestellt“, sagt Klaus Schüro. Soll heißen: Die Anglerfigur steht am Teich, die kleinen und großen Musikergesellen bilden eine Einheit ebenso wie die Märchenfiguren. Natürlich gehören Hänsel und Gretel neben die Hexe und das Rotkäppchen neben den Wolf. Und so weiter und so fort. Klaus Schüro scheint die ganze Märchenwelt zusammengetrommelt zu haben.

Und bei so mancher Platzierung schien ihm der Schalk im Nacken zu sitzen. So arrangierte er neben die Schafe und den Schäfer einen Rasenmäher.

Auch sorgte der Westerkappelner für den passenden Untergrund. Seine Patentlösung besteht aus ein paar Bruchsteinen, die er mit einem Stück Kunstrasen überzieht. Das sieht stets ordentlich aus.

Der Garten der Schüros beeindruckt aber nicht nur durch die Armee an Kunststoffgestalten. Das Ehepaar hat seinen Garten auch in eine wahre Heimstätte für Vögel und Kleintiere verwandelt. Vor lauter Faszination angesichts der vielen, vorbeiflatternden Piepmätze notiert sich Klaus Schüro immer wieder die verschiedenen Arten. Auf seiner Liste stehen natürlich Drossel, Meise, Fink und Star, aber zuweilen auch Dompfaff sowie Grün- und Buntspecht. Eine Drossel warte bereits jeden Morgen auf der Terrasse auf ihre Futterration. Klaus und Ursula Schüro haben sie Oskar getauft.

Unter die tierischen Besucher mischen sich bisweilen auch Eichhörnchen. Die Begeisterung ist Klaus Schüro anzumerken, wenn er erzählt, wie die Tierchen die Bäume hinaufflitzen zu den Futterkästen: „Sie heben dann kurzerhand den kleinen Deckel an und holen sich die Walnüsse heraus“, erzählt der Rentner. Walnüsse würden seine Eichhörnchen am liebsten fressen.

Auch Haselmäuse schauen immer wieder vorbei bei den Schüros. „Sie sind teils zahm, laufen uns über die Füße“, schildert Ursula Schüro das Geschehen. „Ich muss immer aufpassen, dass sie uns nicht ins Haus rennen.“ Haselmäuse stehen besonders auf Fettfutter.

Zu Dauergästen sind Igel geworden. Bereits vor Jahren hat das Ehepaar für sie im hinteren Bereich des Gartens kleine Bungalows aus Ton aufgestellt, die aussehen wie Iglus. Sie sind katzensicher, wie Klaus Schüro nicht ohne Stolz berichtet, und eigentlich seien sie auch stets belegt. Mit Informationen zur richtigen Haltung versorgt sich der 73-Jährige regelmäßig bei der Igelhilfe Berlin. Zurzeit herrscht in der kleinen Siedlung Ruhe. Die Igel halten Winterschlaf.

Dass der Garten Anziehungspunkt ist für viele Kleintiere, kommt nicht von ungefähr: Das Rentnerehepaar verteilt reichlich Futter an Bäumen, in Kästen und auf dem Terrassentisch. Die Menge hat Klaus Schüro akribisch dokumentiert. Seit Anfang dieses Jahres kommt er auf ein beeindruckendes Gesamtgewicht von viereinhalb Zentnern: Fettfutter, Trockenfutter, Streufutter, Nüsse. Plus 200 Fettknödel. Das Trockenfutter reichert er zum Teil mit Öl an – der Bekömmlichkeit wegen.

Auch im Sommer setzt der Westerkappelner die Verpflegung fort. „Für die Zeit gibt es Extra-Futter“, sagt Klaus Schüro. Das habe er im Fachhandel erfahren. Dass die Vögel auch in der warmen Jahreszeit auf seine Rationen angewiesen sind, davon ist er überzeugt: „Das liegt am Insektensterben.“

Durch das große Wohnzimmerfenster haben die Schüros das rege Treiben in ihrem Garten eigentlich immer im Blick. Zumindest mit einem Auge sind sie auch im Vorbeigehen draußen. Auf einem Tisch vor ihrem Sofa steht ein Vogelkäfig, darin flattern Timmy und Jacko umher. Meistens dürfen die beiden Wellensittiche in der Wohnung frei umherfliegen. Auch in den eigenen vier Wänden wollen die Schüros auf die Unterhaltung der gefiederten Tierchen nicht verzichten.

Schüro: „Die Tiere und der Garten sind mein ein und alles. Da brauche ich keine Glotze.“

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