Interkommunales Gewerbegebiet Westerkappeln-Lotte
Viele dicke Bretter

Westerkappeln/Lotte -

Die Ausweisung neuer Gewerbeflächen hat für die Gemeinde Westerkappeln hohe Priorität. Die Umsetzung gestaltet sich aber nach wie vor schwierig: „Da muss man ganz dicke Bretter bohren“, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, die nach eigenen Angaben bereits mehrfach in dieser Sache bei der für eine Genehmigung zuständigen Bezirksregierung vorstellig geworden ist.

Donnerstag, 18.01.2018, 18:01 Uhr

Im Industriegebiet Velpe gibt es schon lange keine freien Flächen mehr. Die Gemeinden Westerkappeln und Lotte möchten im Bereich der Autobahnauffahrt gerne ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln..
Im Industriegebiet Velpe gibt es schon lange keine freien Flächen mehr. Die Gemeinden Westerkappeln und Lotte möchten im Bereich der Autobahnauffahrt gerne ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln.. Foto: Frank Klausmeyer

Fakt ist: Ansiedlungs- oder erweiterungswilligen Unternehmen hat die Gemeinde derzeit nicht viel zu bieten. Nicht zuletzt deshalb wird die ELOS Osnabrücker Industrie-Putztuch GmbH & Co. KG in Kürze komplett vom Gewerbegebiet Gartenkamp nach Bramsche umziehen. Aktuell gebe es zwar keine vergleichbaren Fälle, vor ein paar Monaten habe sie aber an einer Ansiedlung interessierten Unternehmen einen Korb geben müssen, bestätigt Große-Heitmeyer.

Bis auf eine paar kleinere Parzellen ist der Gartenkamp abverkauft, im Industriegebiet Velpe gibt es nicht einen einzigen Quadratmeter mehr zu kaufen. Insbesondere im Süden der Gemeinde möchte die Verwaltungschefin aber gerne neue Flächen entwickeln. „Aufgrund der Nähe zur Autobahn und zum Lotter Kreuz wäre das vorteilhaft.“

Auch mit ihrem Lotter Kollegen Rainer Lammers war die Bürgermeisterin deshalb vor einiger Zeit bei der Bezirksregierung in Münster, um die Möglichkeiten für ein interkommunales Gewerbegebiet auszuloten. Ergebnis der Gespräche: kein leichter Weg, aber eben auch nicht völlig aussichtslos. Die Bezirksregierung habe Westerkappeln aufgefordert, zunächst eine Potenzialanalyse zu erarbeiten, mit der Möglichkeiten aufgezeigt werden sollen, an welchen Standorten in der Gemeinde neue Gewerbeflächen entwickelt werden können. Im Haushaltsentwurf für 2018 sind 30 000 Euro für so ein Gutachten eingestellt. Nächstes Jahr soll noch einmal die gleiche Summe bereitgestellt werden.

Der Rat müsse den Haushalt noch beschließen, gibt die Verwaltungschefin zu bedenken. Deshalb sei auch noch kein Auftrag für eine Potenzialanalyse vergeben worden. Die Gemeinde Lotte betreffe diese Untersuchung allerdings nicht direkt. „Dort gibt es ja noch Reserveflächen“, sagt Große-Heitmeyer weiter.

Die Idee für ein interkommunales Gewerbegebiet ist nicht neu: Schon vor mehr als zehn Jahren waren der damalige Westerkappelner Bürgermeister Ullrich Hockenbrink und Lammers in Münster und rannten ebenso wenig offene Türen ein. Vorbehalte gibt es bei der Bezirksregierung vor allem, weil die in Frage kommenden Flächen im Überschwemmungsgebiet für den Velper Mühlenbachs und den Hischebach liegen. Schon Ende der 1990er Jahre gab es bei der Erweiterung des Industriegebietes Velpe für die Ansiedlung des Lidl-Zentrallagers darüber Streit bis auf höchste landespolitische Ebenen.

Große-Heitmeyer will sich davon nicht abschrecken lassen: Wenn es damals gelungen sei, die Bedenken zu entkräften, sei dies heute vielleicht auch möglich. Dabei ist der Bürgermeisterin egal, ob Flächen östlich oder westlich der Tecklenburger Straße entwickelt würden. Letztgenannte Variante wäre dann aber keine interkommunale Lösung mit Lotte.

Dicke Bretter gibt es noch andere: Etwa 20 Hektar Gewerbefläche möchte die Bürgermeisterin gerne neu ausweisen. Die Grundstückseigentümer müssen zum Verkauf bereit sein. Fraglich ist auch, wo und in welcher Größenordnung Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Der Regionalplan- und der Flächennutzungsplan müssen geändert werden – lange Verfahren.

Wenn die Potenzialanalyse am Ende zeige, dass in Velpe nichts geht, „haben wir zumindest Klarheit“, meint Große-Heitmeyer. Dann müsse der Fokus auf andere potenzielle Standorte gerichtet werden.

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