Unerlaubter Drogenbesitz: Westerkappelner zieht Berufung zurück
Angeklagtem vergeht die gute Laune

Westerkappeln/Münster -

Mit einem lockeren „Hey“ und Handschlag begrüßte der Angeklagte seinen Verteidiger. Aber die „gute Laune“ des 28-Jährigen aus Westerkappeln hielt am Freitag nicht lange vor. Denn seine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts in Tecklenburg, das ihn wegen unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt hatte, verlief erfolglos.

Freitag, 19.01.2018, 17:01 Uhr

Sechzig Klemmverschlusstütchen und 22 Gramm Marihuana waren bei dem Angeklagten unter anderem beschlagnahmt worden.
Sechzig Klemmverschlusstütchen und 22 Gramm Marihuana waren bei dem Angeklagten unter anderem beschlagnahmt worden. Foto: dpa

Im Zuge einer richterlichen Anordnung war im Juni 2016 die Wohnung des Angeklagten durchsucht worden. Sechzig Klemmverschlusstütchen, 1,5 Gramm Amphetamine, acht Ecstasy-Pillen, 22 Gramm Marihuana und ein Cannabisaufzuchtschrank mit entsprechendem Equipment wurden dabei beschlagnahmt.

In die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht war der 28-Jährige gezogen, weil er sich die Reduzierung der Freiheitsstrafe erhofft hatte. Die Klemmtütchen seien zur Aufbewahrung vom Marihuana gewesen, wenn er etwas gehabt hätte. Marihuana und die Ecstasy-Tabletten seien nur zum Eigenkonsum bestimmt gewesen. Ein halbes Jahr Freiheitsentzug sei deshalb zu hart bestraft, meinte der Angeklagte.

Aus seiner Sicht nachvollziehbar. Denn derzeit verbüßt der Mann noch bis Mai eine Freiheitsstrafe in anderer Sache – und das im geschlossenen Vollzug.

Richter und Staatsanwalt machten dem Angeklagten deutlich, dass in einem Gutachten zu prüfen sei, ob Gründe für seine Einweisung in eine Entziehungsanstalt vorliegen können. Die Unterbringung könne ein bis eineinhalb Jahre nach sich ziehen.

Dieses Risiko wollte der Angeklagte dann doch nicht eingehen. Nach Beratung mit seinem Verteidiger nahm der 28-Jährige mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft die Berufung zurück. Jetzt will er sich nach eigenen Angaben auf eine ambulante Therapie konzentrieren.

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