Stellungnahme zur Tecklenburger Nordbahn
„Westerkappelner Rat muss Bürger umfassend informieren“

Westerkappeln -

Im Nachklang der von der SPD Westerkappeln veranstalteten Podiumsdiskussion am 21. Februar zur möglichen Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn meldet sich noch einmal Armin Kirsch, Sprecher des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“, zu Wort. In einer Stellungnahme fordert er die Mitglieder des Rates auf, die Bürger umfassend zu informieren.

Montag, 05.03.2018, 20:03 Uhr

Armin Kirsch, Sprecher des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“ fordert die Ratsmitglieder auf, die Bürger umfassend zu informieren.
Armin Kirsch, Sprecher des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“ fordert die Ratsmitglieder auf, die Bürger umfassend zu informieren. Foto: Frank Klausmeyer

Dazu gehöre auch die Beantwortung eines „offenen Briefes“ des Arbeitskreises, den dieser vor gut zwei Wochen – wie berichtet – Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer mitsamt 1536 Unterschriften gegen eine Wiederbelebung der Bahnstrecke für den Personennahverkehr übergeben hatte.

Egal wie laut oder leise die Bahn sein werde, für die Einwohner Westerkappelns werde sie erhebliche Nachteile bringen, behauptet Kirsch und listet Lärm- und Abgasemissionen, Autoschlangen an geschlossenen Schranken, dadurch mehr Fahrzeuge auf Ausweichstraßen, Gefahrenstellen durch Halbschranken, auch in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Sportstätten, und hohe Zuggeschwindigkeiten auf. „Das alles 60 Mal pro Tag von morgens früh bis 22 Uhr.“

Das Erreichen der Ziele werde für die meisten wesentlich umständlicher, zeitaufwendiger und vermutlich auch teurer, meint der Sprecher des Arbeitskreises. Denn die Buslinie S 10 mit 22 Haltestellen solle entfallen. Dass die RVM allerdings ein ergänzendes Buskonzept für den Zubringerverkehr entwickelt hat, verschweigt Kirsch.

Er selbst nutzt den S 10 allerdings nicht, wie auch der Großteil der rund ein Dutzend anderen Mitglieder bei der Übergabe der Unterschriften auf explizite Nachfrage unserer Zeitung einräumte. Kirsch sagte dazu, dass er sich aber trotzdem für die vielen Busfahrgäste einsetze.

So führt er in seiner Stellungnahme „zum Beispiel eine Mitarbeiterin der Paracelsus-Klinik aus Westerbeck“ an, die bei Wegfall des Schnellbusses Probleme bekäme ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Und Kirsch fragt, „wie lange ein Student aus Seeste braucht, um zur Fachhochschule am Westerberg zu kommen, wenn der S 10 entfällt?“

Es sei zu erwarten, dass solche Bürger gleich ins Auto steigen. „Von Zeitersparnis mit der Bahn kann keine Rede sein“, erklärt Kirsch. Insofern sei es fraglich, wenn die Befürworter einer Reaktivierung argumentierten, dass der Zug von Westerkappeln bis zum Hauptbahnhof Osnabrück nur 17 Minuten benötige, der S 10 dagegen heute mehr als eine halbe Stunde bis dorthin unterwegs sei. Denn der Zeitaufwand für die Wege zum Bahnhof Westerkappeln und in Osnabrück eventuell mit Stadtbussen hin zu den eigenen Zielen müsse hinzugerechnet werden. Deshalb würde der Autoverkehr voraussichtlich sogar noch zunehmen, meint der Sprecher des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“.

Die Entscheidung über die Aufnahme dieses Bahnprojekts in den Verkehrswege-Bedarfsplan für den öffentlichen Personennahverkehr des Landes NRW falle in Düsseldorf. „Die betroffenen Gemeinden müssen jedoch einverstanden sein“, erklärt Kirsch. Die Kommunen könnten die Reaktivierung deshalb sehr wohl ablehnen.

Für „ganz erhebliche Verwunderung“ sorgt bei ihm, dass fast alle Fraktionen im Westerkappelner Gemeinderat den weiteren Planungen für das Bahnprojekt zugestimmt haben, ohne dass bekannt sei, wo Park & Ride-Plätze in Bahnhofsnähe angelegt werden können. Diese seien aber Bestandteil und Voraussetzung für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn. „Ladenbesitzer im Ortskern befürchten bereits, dass Kundenparkplätze mit Pendlerautos zugeparkt werden“, schreibt der Sprecher des Arbeitskreises.

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