Amtsgericht Ibbenbüren verurteilt 31-jährigen Westerkappelner
224 Mal Rauschgift gekauft

Westerkappeln/Ibbenbüren -

Am Amtsgericht Ibbenbüren sind derzeit einige Drogenprozesse anberaumt, in denen Leute aus Westerkappelner eine Rolle spielen. Am Montag saß ein 31-Jähriger auf der Anklagebank. Ihm wurden 228 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen, 224 Mal ging es um den Kauf von Heroin und Kokain.

Montag, 12.03.2018, 17:03 Uhr

Heroinsüchtige gibt es auch in Westerkappeln. Ein 31-jähriger Mann aus dem Ort ist am Montag wegen 228-fachen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vom Amtsgericht Ibbenbüren zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Heroinsüchtige gibt es auch in Westerkappeln. Ein 31-jähriger Mann aus dem Ort ist am Montag wegen 228-fachen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vom Amtsgericht Ibbenbüren zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Foto: epd

Am Amtsgericht Ibbenbüren sind derzeit einige Drogenprozesse anberaumt, in denen Leute aus Westerkappelner eine Rolle spielen. Vor zwei Wochen war ein 24-Jähriger wegen des unerlaubten Handels mit Kokain in fünf Fällen vom Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden (WN berichteten). Am Montag saß nun der damalige Hauptbelastungszeuge vor dem Einzelrichter. Ihm wurden insgesamt sogar 228 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Der 31-Jährige ist aber mit einer Bewährungsstrafe davongekommen.

Denn in 224 Fällen ging es „nur“ um den Erwerb von Rauschgift, das er sich zwischen Ende 2014 und Mitte 2016 bei Dealern in Ibbenbüren und Westerkappeln besorgt hatte. Weil es sich bei Heroin und Kokain um harte Drogen handelt, sei dies strafverschärfend zu werten, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Dreimal soll der 31-Jährige einer Nachbarin, gegen die auch ein Strafverfahren läuft, Kokain verkauft haben – im Tausch gegen Heroin. In einem Fall hatte der Westerkappelner einem anderen Süchtigen Amphetamine verkauft.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Juli 2016 waren bei ihm eine Feinwaage, geringfügige Mengen Drogen und Bargeld beschlagnahmt worden. Außerdem stellten die Beamten damals auch ein Handy sicher, dessen gespeicherte Kontaktdaten offenbar zu anderen Drogenhändlern führten.

Das Gericht verurteilte den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten und blieb damit knapp unter dem Antrag des Staatsanwaltes, ging aber etwas über die vom Pflichtverteidiger geforderte Strafe hinaus. Die Gefängnisstrafe ist für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden.

Strafmildernd wirkte für den 31-Jährigen sein volles Geständnis. So hatte er im Ermittlungsverfahren Drogenkäufe zugegeben, die ihm ohne Einlassung wohl kaum nachzuweisen gewesen wären, wie der Richter sagte. Im angeklagten Tatzeitraum soll sich der Westerkappelner nahezu täglich Heroin oder Kokain beschafft haben.

Seit ein paar Wochen ist er nach eigenen Angaben clean. Zwei stationäre Entgiftungstherapien hat er jedoch abgebrochen. Nun will er nach Darstellung seines Bewährungshelfers einen dritten Anlauf nehmen, vorausgesetzt die Krankenkasse übernimmt die Kosten, was bei zwei Abbrüchen nicht selbstverständlich sei.

Der Richter legte dem Westerkappelner nahe, eine Therapie ernsthaft durchzuziehen und auch die anderen Auflagen einzuhalten. „Sonst werden sie mittelfristig wieder vor Gericht sitzen.“ Dann werde es mit einer Bewährung schwierig.

In die Strafe eingeflossen ist ein Schuldspruch des Amtsgerichtes Ahaus, das gegen den Angeklagten im Januar vergangenen Jahres wegen anderer Drogenvergehen sechs Monaten Haft auf Bewährung verhängt hatte. Die nun verhandelten Straftaten lagen vor diesem Urteil. „Sonst hätte das mit einer Bewährung vielleicht anders ausgesehen“, sagte der Richter.

Außerdem sieht die am Montag verkündete Gesamtstrafe die Ableistung von 160 Sozialstunden vor. Eine solche Arbeitsauflage sei für den zurzeit arbeitslosen Westerkappelner sinnvoll, meinte der Bewährungshelfer. „Das bringt auch ein bisschen Tagesstruktur.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5586348?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Hospizbewegung beklagt unerlaubte Logo-Nutzung durch Deutsche Glasfaser
Glasfaserkabel in Leerrohren. Das Bündelungsverfahren der Deutschen Glasfaser in Nottuln ist mit einer Panne gestartet. Die Hospizbewegung beklagt die unerlaubte Nutzung ihres Logos für die Bündelungskampagne.
Nachrichten-Ticker