Wohnbauprojekt in Velpe
Investorin fühlt sich ausgebremst

Westerkappeln -

Ein bisschen klingt es wie ein Hilferuf. „Wir warten jetzt nur noch auf eine positive Entscheidung der Gemeinde“, sagt Michaela Korte. Die Projektentwicklerin aus Osnabrück möchte am Velper Esch ein kleines Baugebiet auf den Weg bringen. Doch von der Westerkappelner Politik fühlt sich die Immobilienfachwirtin zurzeit ein bisschen ausgebremst.

Dienstag, 27.03.2018, 17:00 Uhr

Projektentwicklerin Michaela Korte (links) ist sich mit Franziska Kusch und Mutter Heidi über den Kauf der Hofstelle am Velper Esch einig. Das Gebäude soll saniert werden, die Wiesen drumherum für neun Bauplätze erschlossen werden.
Projektentwicklerin Michaela Korte (links) ist sich mit Franziska Kusch und Mutter Heidi über den Kauf der Hofstelle am Velper Esch einig. Das Gebäude soll saniert werden, die Wiesen drumherum für neun Bauplätze erschlossen werden. Foto: Frank Klausmeyer

Vor zwei Wochen wollte Korte ihre Pläne im Bauausschuss präsentieren. Bass erstaunt war sie, als sie wieder ausgeladen wurde. Der Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Nr. 93 ,Velper Esch II´ – Aufstellungsbeschluss“ wurde – wie berichtet – gestrichen und weil es das einzige Thema an dem Abend gewesen wäre, die Sitzung kurzerhand ganz abgeblasen. In der Ratssitzung vergangene Woche wurde der Punkt ebenfalls von der Tagesordnung genommen. So fragt sich Michaela Korte nun, ob und was die falsch gemacht hat.

Eigentlich nichts. Aber: „Die Politik hat sich noch Bedenkzeit erbeten“, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, bei der die Projektentwicklerin auf wohlwollendes Interesse gestoßen ist. Für die Gemeinde käme eine Zustimmung jedoch einem Paradigmenwechsel gleich. Denn bislang galt – wie zuletzt am Gartenmoorweg – bei Baugebieten der Grundsatz: Die Gemeinde erwirbt Flächen, um sie dann zu selbst entwickeln und zu vermarkten. Wobei Große-Heitmeyer einräumt, dass für das Baugebiet Haubreede eine große Ausnahme gemacht wurde. Die Grundstücke dort wurden nämlich allesamt von der evangelischen Kirche vergeben, wenn auch als Erbpachtmodell.

Diese Wiese östlich des Velper Eschs soll bebaut werden.

Diese Wiese östlich des Velper Eschs soll bebaut werden. Foto: Frank Klausmeyer

Am Velper Esch möchte Michaela Korte die alte Hofstelle Kusch mitsamt der angrenzenden Wiesen kaufen. Franziska Kusch, die das Anwesen von ihrem Opa geerbt hat, und ihre Mutter Heidi hatten das Objekt nach eigenen Angaben auch der Gemeinde angeboten. Dort sei man jedoch nicht interessiert gewesen. Auf die Offerte eines eingeschalteten Maklers meldete sich dann Michaela Korte. „Wir sind uns einig. Die Verträge liegen schon beim Notar“, sagt die Osnabrückerin.

Zur Unterschrift kommt es aber nur, wenn die Ratsgremien grünes Licht für einen Bebauungsplan geben. Die Kosten für das Verfahren würden von Korte übernommen.

Um diesen (rot umrandeten) Bereich geht es: Neun Bauplätze sollen entstehen.

Um diesen (rot umrandeten) Bereich geht es: Neun Bauplätze sollen entstehen.

Neun 550 bis 600 Quadratmeter große Grundstücke für Einfamilienhäuser möchte die Projektentwicklerin östlich des Velper Eschs schaffen. „Ich habe auch schon einige Anfragen von Leuten, die das in der Zeitung gelesen haben“, sagt sie. Bis auf die Scheune direkt an der Straße soll das laut Kusch nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Hofgebäude stehen bleiben, aber kernsaniert und modernisiert werden. Den nördlichen Stallanbau möchte Korte zu einem Doppelhaus umbauen. Im Hauptgebäude schwebt ihr oben Wohnraum und unten eine gewerbliche Nutzung vor. „Wir wollen da gerne eine Bäckerei einrichten oder einen kleinen Tante-Emma-Laden“, erläutert Korte. Das werde den Ortsteil Velpe aufwerten, weil es dort bislang ja keine Nahversorgungsmöglichkeit für die Bürger gebe, betont die Investorin. Gerade für ältere Leute sei das sicher ein gutes Angebot.

Einen Betreiber für einen Bäcker oder Tante-Emma-Laden hat sie zwar noch nicht, aber dank ihres familiären Netzwerkes ließe sich das sicher realisieren. Aber auch einen ambulanten Pflegedienst oder andere Nutzungen kann sie sich auf der alten Hofstelle vorstellen. „In der Nachbarschaft kommt das gut an“, versichert Heidi Kusch.

Jetzt muss anscheinend nur noch die Lokalpolitik überzeugt werden. Im Rat sei die Diskussion, „ob er das will, noch nicht zu Ende“, gibt die Bürgermeisterin zu bedenken.

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