Bert-Engel-Show in Westerkappeln
Gags am laufenden Band

Westerkappeln -

„Jetzt sind die goldenen Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren sehnen werden“, ist Bert Engel überzeugt. Er muss es wissen, schließlich hat er 102 Jahre auf dem Buckel und die meisten davon auf der Bühne verbracht. Am Donnerstag lieferte der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums Gags am laufenden Band.

Freitag, 20.04.2018, 17:04 Uhr

Auch als Schlangenbeschwörer wussten Detlef Wutschik und Matthias Brodowy zu unterhalten.Bert Engel – geführt von Puppenspieler Detlef Wutschik – lieferte sich Wortgefechte mit Matthias Brodowy.
Auch als Schlangenbeschwörer wussten Detlef Wutschik und Matthias Brodowy zu unterhalten.Bert Engel – geführt von Puppenspieler Detlef Wutschik – lieferte sich Wortgefechte mit Matthias Brodowy. Foto: Dietlind Ellerich

Zum 25-jährigen Jubiläum der Westerkappelner Kinderkultur (Kiku) hatten die scheidenden Organisatoren Ellen Kutschwalski und Horst Meyer und der Verein Westerkappelner Elterninitiative für Spielen und Erleben (Wespe) mit der „Bert Engel Show“ eine Kiku-Aufführung für Erwachsene in den Ort geholt und damit offensichtlich aufs richtige Pferd gesetzt. Mehr als 150 Frauen und Männer hatten viel Spaß an dem Spektakel.

Das bewegt sich irgendwo zwischen Theater, Kabarett und Zaubershow, Puppenspiel, Schauspiel und Musik und punktet mit Gags in so schneller Folge, dass dem Publikum wohl nicht immer ganz klar ist, ob es noch über nachdenkliche, beinahe philosophische Witze schmunzelt oder ob das Lachen gerade wegen makabrer Gags im Halse stecken bleibt.

„Er hatte sie alle“, weiß Azubi Brodowy , dass dem Schwerenöter Bert Engel die Frauen in Scharen verfielen, bis auf Ilse Werner. Da entbehrt es nicht einer pietätlosen Komik, dass er sich ausgerechnet deren Asche durch die Nase zieht.

„Alles was du auf der Bühne machst, machst du für das Lächeln einer Frau“, lautet Engels Devise und mit seinen blitzenden blauen Augen zaubert er den vielen Zuschauerinnen ein Lächeln ins Gesicht.

Bei Ilse entschuldigt er sich – fürs Missgeschick mit dem Koksen. Ein Happy End wird es für die beiden nicht geben, schauen Engel aus Ilses Urne doch die Augen seines ewigen Konkurrenten Hans Albers an.

Wutschik und Brodowy können nicht nur böse und makaber, sie haben auch das „Rat Pack“ drauf. Frank und Sammy – Dean ist gerade außen vor, respektive alkoholtechnisch bedingt noch unterm Tisch – überlegen, was sieben Milliarden Menschen gegen 77 Milliarden Ratten ausrichten können. Was die einen den anderen gebracht haben ? Na, die Kanalisation natürlich. Und über die von New York geraten sie geradezu ins Schwärmen.

Ob als Schlangenbeschwörer, als Messerwerfer Monsieur Couteau, als Werner Momsen aus Hamburg mit seinem Faible den Männergesangsverein „Raue Kehle Altona“ oder im Experiment mit der Arm-Guillotine „Marie Antoinette“, das bestens aufeinander eingespielte Duo beherrscht sein Handwerk der Sprachjonglage und der Puppenspielerei so gut, dass die mehr als zweistündiger Show wie im Flug vergeht – trotz Zwangspause wie einem zweiten Katheterwechsel nach dem ersten missglückten Versuch.

Bert-Engel-Show in Westerkapepln

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  • Am Donnerstag war der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums zu Gast.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Am Donnerstag war der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums zu Gast.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Werner Momsen aus Hamburg war auch zu Gast.

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  • das Rat-Pack

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Foto: Dietlind Ellerich
  • Werner Momsen aus Hamburg durfte auch nicht fehlen.

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  • Am Donnerstag war der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums zu Gast.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Am Donnerstag war der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums zu Gast.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Am Donnerstag war der alte Charmeur Engel alias Puppenspieler Detlef Wutschik gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy auf der Bühne des Schulzentrums zu Gast.

    Foto: Dietlind Ellerich

Mit den kleinen Schwächen des Alltags gibt sich Bert Engel sowieso nicht ab. „Im Alter kann man alles machen, wozu man Lust hat, man geht meist straffrei aus“, gibt er Browody mit auf den Weg. Der Lehrling blickt schon weit in die Zukunft und präsentiert sich in „Wenn ich mal 96 bin“ als „Terror-Senior“, vor dem nichts und niemand sicher sein wird.

Am Ende gerät er doch an seine Grenzen. „Was ist Wirklichkeit und was nicht“, fragt er sich und Engel. Dank seiner 80-jährigen Bühnenerfahrung hat der Chef natürlich eine Antwort parat. „Das ist Theater, das sind die Bretter, die die Welt bedeuten. Was wir hier zeigen, ist die neue Wirklichkeit“, stellt er fest und lobt den Jüngeren für dessen schnelle Auffassungsgabe.

Ach so, auch Plattdeutsch kann das Duo, das die Bühne natürlich nicht ohne Zugaben verlässt.

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