Tiefkühltorten-Hersteller ist gegen Reaktivierung
Cowi sagt „Nein“ zur Nordbahn

Mettingen/Westerkappeln -

In der Diskussion um die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat sich die Mettinger Tiefkühlbäckerei Coppenrath&Wiese zu Wort gemeldet: Das Unternehmen lehnt die Wiederaufnahme von Personenverkehr auf der Strecke ab. Hauptgrund sind Sicherheitsbedenken am Bahnübergang an der Hügelstraße.

Dienstag, 08.05.2018, 16:22 Uhr

Nadelöhr Hügelstraße: Bei einer Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn sieht das Unternehmen Coppenrath&Wiese ein hohes Sicherheitsrisiko am dortigen Bahnübergang. Das Unternehmen lehnt die Reaktivierungspläne ab.
Nadelöhr Hügelstraße: Bei einer Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn sieht das Unternehmen Coppenrath&Wiese ein hohes Sicherheitsrisiko am dortigen Bahnübergang. Das Unternehmen lehnt die Reaktivierungspläne ab. Foto: Oliver Langemeyer

Die Ansage von Coppenrath&Wiese an die Mettinger Lokalpolitik ist deutlich: Eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn für den Personenverkehr lehnen Geschäftsführer Andreas Wallmeier sowie der Betriebsrat eindeutig ab. Hauptgrund sind massive Sicherheitsbedenken am Bahnübergang Hügelstraße.

In einem Brief an Bürgermeisterin Christina Rählmann macht Cowi sein „Nein“ zur Nordbahn sehr deutlich. Und zeigt Konsequenzen auf, wie Andreas Wallmeier es formuliert: Sollte die Nordbahn, wie derzeit geplant, an Mettingens größtem Arbeitgeber vorbei rollen, werde es keine weiteren Investitionen am Standort Hansastraße geben.

Geschäftsführer Andreas Wallmeier sowie Doris Brüggemeyer und Manfred Hagen vom Betriebsrat sind vor allem aufgebracht über die errechneten Schließzeiten der Bahnübergänge. „Dabei werden die Faktoren Sicherheit und Stauzeiten durcheinander geworfen“, kritisiert Wallmeier.

Gerade der Bahnübergang an der Hügelstraße sei wegen seiner Nähe zum Kreuzungsbereich Industriestraße/Hansastraße auf der einen und dem Kreisverkehr an der Westerkappelner Straße auf der anderen Seite eine ganz sensible Stelle. Dort könnte die angenommene Schließzeit des Übergangs von 32 Sekunden nach seinen Berechnungen gar nicht eingehalten werden, erläutert Wallmeier. Auch der Bremsweg eines Zuges im Notfall sei mit 400 Metern zu kurz angegeben. Und da an der Hügelstraße viele Laster für den Anlieferverkehr unterwegs seien, bestehe aufgrund von Rückstaus an Kreisel und Kreuzung oft die Gefahr, dass ein Lkw zumindest mit dem Heck auf den Gleisen zum Stehen kommt.

Hinzu kämen die bald 3000 Mitarbeiter, die täglich zwei Mal die Bahn kreuzen müssten. „Um deren Sicherheit machen wir uns große Sorgen“, sagt Manfred Hagen. Unter den derzeit angenommenen Voraussetzungen mit einer Halbschranke entstehe an der Hügelstraße eine Gefahrenstelle. „Übrigens auch für die Leute, die im Zug sitzen“, betonte Wallmeier. Deshalb müsse die Hügelstraße mit einer Unterführung ausgestattet werden. Das habe man auch der Gemeinde Mettingen mitgeteilt. Gegen Bahnverkehr an sich habe er ansonsten nichts. „Hier könnten Ufos herumfliegen, das wäre mir egal. Ich will aber eine sichere Lösung“, erklärt der Geschäftsführer. Und mit diesen Bedenken will er ernst genommen werden.

Der Schrankentest, den die Regionalverkehr Münsterland (RVM) vor ein paar Wochen vorgenommen hat, konnte diese Bedenken nicht ausräumen. Im Gegenteil. Manfred Hagen: „Der ist unserer Ansicht nach nicht korrekt durchgeführt worden.“ Einer der Kritikpunkte: Der Test habe alle Bahnübergänge umfassen müssen.

Andreas Wallmeier hat auch Landrat Dr. Klaus Effing angeschrieben. Dessen Antwort steht noch aus. Mit Bürgermeisterin Rählmann bleibe man im Gespräch. „Wir kommen nach wie vor gut miteinander aus“, sagt der Geschäftsführer. Nächster Akt: Der RVM-Bereichsleiter Eisenbahn, Johann Ubben, stellt am Mittwoch, 25. April, den Schrankentest im Bauausschuss vor. An der Haltung der Tiefkühlfirma wird das wohl nichts ändern – Cowi sagt „Nein“ zur Nordbahn.

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