Tecklenburger Nordbahn
Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ fordert Verkehrsgutachten

Westerkappeln -

Im Zusammenhang mit den Plänen für eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn fordert der Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ ein Gutachten, dass die Möglichkeiten einer alternativen Verkehrsführung untersucht.

Dienstag, 03.07.2018, 17:31 Uhr

Den Schrankentest in der vergangenen Woche haben Mitglieder des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“ nach eigenen Angaben beobachtet.
Den Schrankentest in der vergangenen Woche haben Mitglieder des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“ nach eigenen Angaben beobachtet. Foto: Frank Klausmeyer

Der sogenannte Schrankentest der Regionalverkehr Münsterland GmbH für die Tecklenburger Nordbahn wurde vergangene Woche nach dessen eigenen Angaben unter Beobachtung des Arbeitskreises „Bus statt Bahn“ gemacht. Mehrere Mitglieder seien anwesend gewesen, versichert der Arbeitskreis in einer Stellungnahme.

Dabei sei in der Zeit zwischen 16 und 18 Uhr ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen als in den Morgenstunden festgestellt worden. Zahlen, die jedoch nicht besorgniserregend gewesen seien, heißt es in der Mitteilung des Arbeitskreises. „Dazu muss man anmerken, dass es Tage mit einem weitaus stärkeren Autoverkehr gibt, wie zum Beispiel am Montag oder Freitag“, erklärt der Sprecher der Initiative, Armin Kirsch .

Abwegig sei es allerdings in diesem Zusammenhang die Ernsthaftigkeit des Arbeitskreises in Zweifel zu ziehen. Die Zahl der Autos und die Realitätsnähe des Testes zu prüfen, sei der Grund der Anwesenheit gewesen.

„Wichtig erscheint es mir, die Absicht der Gemeinde anzuerkennen, mit der Tecklenburger Nordbahn die Verringerung der Individualverkehrs erreichen zu wollen. Allerdings muss man wissen, dass die Finanzierung des Bahnprojektes von Zahlen und Daten abhängig ist, die in einem formalen Verfahren zu einem scheinbar objektiven Ergebnis führt“, meint Kirsch. Diese Daten seien in Untersuchungen von einem Fachbüro ermittelt worden, und zwar im Auftrag des Bahnbetreibers, der selbstverständlich die Absicht verfolge, das Projekt zu realisieren.

Der Arbeitskreis bezweifelt diese Daten. Es sei zu befürchten, dass die Absicht der Gemeindeverwaltung nicht aufgeht, Verkehrsprobleme mit Hilfe der Bahn lösen zu können. Das Thema Verkehrsbelastung sei bereits seit Jahrzehnten bekannt und bedürfe allmählich einer tatsächlichen Lösung.

„Erforderlich wäre für Westerkappeln ein Verkehrsgutachten, das Möglichkeiten einer alternativen Verkehrsführung untersucht“, schreibt Kirsch. Damit solle nicht gewartet werden, ob eventuell irgendwann einmal das Bahnprojekt realisiert werde.

Und selbst wenn die Bahn irgendwann komme, werde der Individualverkehr nur geringfügig weniger werden, denn die Bahn sei mit nur zwei Haltestellen in Osnabrück unflexibel. Die Zielpunkte der meisten Pendler lägen sicher über die ganze Stadt Osnabrück und die Randgebiete verteilt.

Absurd erscheint Kirsch die Absicht, anstelle der funktionierenden Buslinien neue Zubringer-Buslinien einzurichten, um die Bahn mit Fahrgästen zu versorgen. Diese sollten angeblich auch die Haltestellen der jetzigen Linien S 10 und R 11 anfahren, bis hin zum Neumarkt und Bahnhof Osnabrück. „Dann kann man gleich in dem neuen Bus sitzen bleiben. Ja wozu dann noch die Bahn ?“, fragt Kirsch. Und angebliche Zeitersparnisse entpuppten sich bei mehreren Umstiegen nicht nur als Lockmittel, sondern auch als Märchen.

„Setzen wir uns doch gleich für erweiterte und mehr Buslinien mit umweltfreundlicher Antriebstechnologie ein“, so Kirsch weiter. „Im weitläufigen ländlichen Raum ist der Bus das optimale Verkehrsmittel, weil er flexibel auf die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen reagieren kann.“

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