Bundesbildungsministerin Anja Karliczek eröffnet Ausstellung „KhoriKappeln“
„Eine Liebesgeschichte“

Westerkappeln -

Schöner hätte es Botschafter Andreas B.D. Guibeb nicht sagen können: „Westerkappeln ist für mich ein Beispiel für eine Liebesgeschichte zwischen Deutschland und Namibia.“ Das ging den Gastgebern im Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Sonntagmittag sicher runter wie Öl. Dort sind die Ausstellung „KhoriKappeln – Begegnung ist der erste Schritt“ und gleichzeitig die Veranstaltungsreihe „Faszination: Namibia“ offiziell durch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek offiziell eröffnet worden.

Sonntag, 16.09.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 18:00 Uhr
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (4. von links) eröffnete als Schirmherrin die Veranstaltungsreihe „Faszination: Namibia“. Der Botschafter des Landes, Andreas B.D. Guibeb (3. von links) bedankte sich bei ihr mit einem Bildband über sein Heimatland. Im Gepäck hatte der Diplomat noch weitere Gastgeschenke, unter anderem wundervoll gewebte Wandbilder mit afrikanischen Motiven. Das Bild zeigt (von links) Niklas Schulte (Mitorganisator der Veranstaltungsreihe), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Botschafter Guibeb, Ministerin Karliczek, Pfarrer Olaf Maeder, Superintendent André Ost, Melanie Wehmeyer (Mitorganisatorin der Veranstaltungsreihe), Pfarrer Dr. Jean-Gottfried Mutombo und Elke Finke (Vorsitzende Partnerschaftskomitee Westerkapepln-Khorixas).Die Westerkappelner Kirchenband „Confession“ bereicherte den morgendlichen Gottesdienst in der Stadtkirche mit afrikanischen und europäischen Rhythmen.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (4. von links) eröffnete als Schirmherrin die Veranstaltungsreihe „Faszination: Namibia“. Der Botschafter des Landes, Andreas B.D. Guibeb (3. von links) bedankte sich bei ihr mit einem Bildband über sein Heimatland. Im Gepäck hatte der Diplomat noch weitere Gastgeschenke, unter anderem wundervoll gewebte Wandbilder mit afrikanischen Motiven. Das Bild zeigt (von links) Niklas Schulte (Mitorganisator der Veranstaltungsreihe), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Botschafter Guibeb, Ministerin Karliczek, Pfarrer Olaf Maeder, Superintendent André Ost, Melanie Wehmeyer (Mitorganisatorin der Veranstaltungsreihe), Pfarrer Dr. Jean-Gottfried Mutombo und Elke Finke (Vorsitzende Partnerschaftskomitee Westerkapepln-Khorixas).Die Westerkappelner Kirchenband „Confession“ bereicherte den morgendlichen Gottesdienst in der Stadtkirche mit afrikanischen und europäischen Rhythmen. Foto: Frank Klausmeyer

Mit einem klangvollen Gottesdienst in der Stadtkirche stimmten sich Gemeinde und Namibia-Freunde zunächst auf den Start der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Faszination: Namibia“ ein. „Singen sie mit, klatschen oder tanzen sie, aber machen sie nicht nichts“, gab Melanie Wehmeier als Devise aus. Die Westerkappelnerin begleitet das Namibia-Projekt der evangelischen und politischen Gemeinde Westerkappeln seit Jahren und zeichnete für den organisatorischen Teil des „African Worship“ verantwortlich.

Während Pastor Olaf Maeder durch die Liturgie führte, übernahm Jean-Gottfried Mutombo aus dem Kongo, Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Evangelischen Kirche von Westfalen die Sonntagspredigt. Die Musik mit afrikanischen und europäischen Rhythmen spielte die Westerkappelner Kirchenband „Confession“, die bereits mehrfach zu Gast in Namibia war. Die dort traditionelle Lebens- und vor allem Bewegungsfreude sprang schnell auf die Westerkappelner Gemeinde über, die sich von Mutombo zu einem Tanz durch ihre Stadtkirche animieren ließ.

Danach wechselte das Geschehen ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus. „Der Westerkappelner Weg ist für mich ein leuchtendes Beispiel“, erklärt die Ministerin. Denn hier werde durch ehrenamtliches Engagement etwas geschaffen, was man für Geld nicht kaufen könne: „Man braucht Herzblut.“

Der Westerkappelner Weg hat eine „etwas längere Geschichte“, wie Pfarrer Olaf Maeder an die Entstehung der Entwicklungspartnerschaft mit Khorixas erinnert. Schon seit rund 35 Jahren gibt es einen regen Austausch zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg und dem Partnerkirchenkreis Otjiwarongo in Namibia. Dieser bahnte letztlich den Weg zur offiziellen Entwicklungspartnerschaft zwischen Westerkappeln und Khorixas, die vor vier Jahren offiziell besiegelt worden ist.

Die Urkunde ist aber nur ein Stück Papier. Mit Leben gefüllt wird sie durch Menschen. 2015 war die Kirchenband „Confession“ erstmals in Namibia. Melanie Wehmeier sei die treibende Kraft gewesen, diese Verbindung zu intensivieren, betont Maeder. Mit weiteren engagierten Mitstreitern sei es gelungen, Fördermittel für den Aufbau des Austauschprojektes zu bekommen. Dies ermöglichte unter anderem vergangenes Jahr den Besuch einer Delegation aus Khorixas in Westerkappeln, bei dem die Ausstellung „KhoriKappeln“ entstanden ist. Im Sommer waren nun „Confession“-Musiker und Freunde in Namibia zu Gast. Dabei ist die Ausstellung erweitert worden. Das Ergebnis ist nun im Haus Bonhoeffer zu sehen.

„Faszination: Namibia“ eröffnet

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  • Die Westerkappelner Kirchenband „Confession“ bereicherte den morgendlichen Gottesdienst in der Stadtkirche mit afrikanischen und europäischen Rhythmen.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Die Westerkappelner Kirchenband „Confession“ bereicherte den morgendlichen Gottesdienst in der Stadtkirche mit afrikanischen und europäischen Rhythmen.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Jean-Gottfried Mutombo aus dem Kongo, Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Evangelischen Kirche von Westfalen, übernahm die Sonntagspredigt.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Die Westerkappelner Gemeinde ließ sich im Gottesdienst zu einem Tanz durch die Stadtkirche animieren.

    Foto: Dietlind Ellerich
  • Im Dietrich-Bonhoeffer-haus wurde am Sonntag die Ausstellung „KhoriKappeln - Begegnung ist der erste Schritt“ eröffnet.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek eröffnet als Schirmherrin am Sonntag die Ausstellung „KhoriKappeln - Begegnung ist der erste Schritt“.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Botschafter Andreas B.D. Guibeb, Superintendent André Ost und Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Etwa 100 Gäste waren bei der Ausstellungseröffnung dabei.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Etwa 100 Gäste waren bei der Ausstellungseröffnung dabei.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Botschafter Andreas B.D. Guibeb überreichte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek einen Bildband über Namibia.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Botschafter Andreas B.D. Guibeb überreichte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek einen Bildband über Namibia.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein gewebtes Wandbild mit den afrikanischen „Big Five“ brachte Botschafter Andreas B.D. Guibeb als Gastgeschenk für die Gemeinde mit. Mal schauen, wo Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer dafür Platz findet.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Auch für Melanie Wehmeier hatte der Botschafter ein Geschenk im Gepäck.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Interessiert besichtigten die Besucher die Ausstellung.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Interessiert besichtigten die Besucher die Ausstellung.

    Foto: Frank Klausmeyer

„Sie schlagen durch persönliche Kontakte Brücken zu einem anderen Kontinent“, lobte Bundesbildungsministerin diese Zusammenarbeit. Viel zu wenig schauten die Deutschen sonst weit weg, auf das große Ganze. „Wir beschäftigen uns zu oft mit dem Klein-Klein.“

Obwohl alle in einer Welt leben, gebe es deshalb vieles, „was wir nicht kennen und nicht verstehen“. Afrika liege als Kontinent vor der Haustür, sei aber trotzdem fremd. Erst seit einigen Jahren sehe Europa, wie Afrika zum Leben erwache. Sie habe gerne die Schirmherrschaft für die Veranstaltungsreihe übernommen, sagt Karliczek. Denn in der Entwicklungspartnerschaft stecke auch sehr viel Bildungsarbeit. Und Bildung sei die Voraussetzung für Wohlstand, Chancengleichheit, Menschenrechte und Demokratie. Die Ausstellung „KhoriKappeln“ schaffe Verständnis füreinander und öffne den Blick über Grenzen.

Auch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer hebt hervor, dass Bildung das Fundament für eine bessere Zukunft sei. Obwohl Khorixas und Westerkappeln tausende Kilometer trennen, „können wir uns über die gelebte Partnerschaft einander nähern und es entstehen Freundschaften.“ Das Engagement der Ehrenamtlichen sei ein Fundament für Verständnis, Offenheit und Toleranz. „Wir sollten weniger diskutieren, sondern handeln“, appelliert die Bürgermeisterin mit Hinweis auf fremdenfeindliche Auswüchse wie in Chemnitz und anderswo. „Ich freue mich auf viele weitere Schritte“, sagt Große-Heitmeyer in Anspielung auf den Titel der Ausstellung.

Begegnung sei der erste Schritt, aber auch der zweite, dritte ... tausendste, meint Superintendent André Ost. „Denn Begegnung ist alles.“ Zwischen dem Kirchenkreis Tecklenburg und dem Partnerkreis Otjiwarongo gebe es schon lange viele Kontakte, seien es Schulpartnerschaften oder musikalische Austauschprojekte. Die kommunale Entwicklungspartnerschaft sei eine weitere Facette.

In seinem Grußwort spart Ost aber ein ein dunkles Kapitel der deutsch-namibischen Geschichte nicht aus; den Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Namibia sei diese Tragödie noch nicht abgelegt und man warte dort auf eine Art Entschuldigung.

Die Verhandlungen zwischen der deutschen und namibischen Regierung seien auf einem guten Weg versichert Botschafter Guibeb, dessen Großvater mütterlicherseits Deutscher war. Ja, der Völkermord sei auch ein Teil seiner Geschichte. „Das bestimmt aber nicht unsere Zukunft.“ Viel wichtiger sei die Zusammenarbeit zwischen den Kontinenten. „Die Kirche und Kultur sind Dabei Brückenbauer.“

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung kann bis zum. 7. Oktober jeweils montags bis donnerstags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags in der Zeit von 12 bis 18 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus besucht werden. Sonntags finden zudem geführte Rundgänge und Gesprächsmöglichkeiten mit den Mitgliedern von „KhoriKappeln“ statt. Der Eintritt ist frei. Das Veranstaltungsprogramm zu „Faszination: Namibia“ gibt es unter www.westerkappeln.de

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