Finanzamt: Lohnsteuer-Freibeträge 2019 jetzt beantragen
Monat für Monat mehr netto in der Tasche

Westerkappeln/Lotte -

Jetzt besteht die Möglichkeit, beim Finanzamt Freibeträge für den Lohnsteuerabzug 2019 zu beantragen. „Auch in diesem Jahr sollten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer prüfen, ob sie durch die Berücksichtigung eines Freibetrags ihre monatliche Steuerbelastung mindern können“, empfiehlt Michael Spielmann, Leiter des auch für die Gemeinden Westerkappeln und Lotte zuständigen Finanzamts in Ibbenbüren.

Samstag, 06.10.2018, 11:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 06.10.2018, 11:00 Uhr
Im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren kann auch die Zahl der Kinderfreibeträge geändert werden.
Im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren kann auch die Zahl der Kinderfreibeträge geändert werden. Foto: Jens Schierenbeck

Dabei weist Spielmann auf die Vorteile des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens hin. Dadurch, dass der Arbeitgeber den vom Finanzamt bestätigten Freibetrag bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtige, erhöhe sich das monatliche Nettoeinkommen. „Arbeitnehmer können so früher über ihr Geld verfügen und müssen nicht mehr bis zum nächsten Jahr warten, um Erstattungsansprüche mit der Steuererklärung geltend zu machen“, erklärt Spielmann.

Arbeitnehmer könnten mit dem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung einen Freibetrag gleich für einen Zeitraum von zwei Kalenderjahren beantragen. „Sie müssen also nicht mehr jedes Jahr aktiv werden“, so Spielmann. Eine einjährige Berücksichtigung sei allerdings ebenso möglich wie die spätere Änderung eines einmal beantragten Freibetrags.

Die Freibeträge sowie alle für die Berechnung der Lohnsteuer wichtigen Daten – wie zum Beispiel Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Religion – werden als elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) gespeichert und den Arbeitgebern elektronisch zum Abruf bereitgestellt.

Ein Freibetrag kann laut Spielmann gewährt werden, wenn die abziehbaren Aufwendungen – das sind Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen – insgesamt 600 Euro im Jahr übersteigen. Bei der Berechnung dieser Antragsgrenze zählen Werbungskosten allerdings nur mit, soweit sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von jährlich 1000 Euro übersteigen.

Im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren könnten aber auch Verluste aus anderen Einkunftsarten berücksichtigt sowie die Zahl der Kinderfreibeträge oder die Steuerklassen geändert werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt seien, betont Spielmann.

Wer Freibeträge oder andere Ermäßigungsgründe berücksichtigen lassen möchte, kann ab sofort beim Finanzamt Ibbenbüren einen entsprechenden Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen. Um sicherzustellen, dass der Freibetrag gleich ab Jahresbeginn berücksichtigt werde, solle dieser rechtzeitig beantragt werden, weil die Übermittlung an den Arbeitgeber nur einmal monatlich erfolgt, gibt Spielmann zu bedenken. „Den Weg zum Finanzamt können sich die Bürgerinnen und Bürger dabei sparen.“ Der Antrag könne nämlich auch auf dem Postwege gestellt werden. Die dafür erforderlichen Formulare sind nicht nur im Finanzamt, sondern auch im Internet unter www.finanzverwaltung.nrw.de erhältlich.

Übrigens: Wer für 2018 bisher noch keinen Ermäßigungsantrag gestellt hat, könne dies bis spätestens zum 30. November 2018 nachholen, versichert der Leiter des Finanzamtes Ibbenbüren.

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