Wasserstände auf historischen Tiefständen
Brunnen fallen trocken

Westerkappeln -

Das hat der alte Mann noch nicht erlebt: Der Brunnen, der ihn und seine Familie immer verlässlich mit Wasser versorgt hat, ist fast trocken gefallen. Seit mehr als zwei Monaten ist der Westerkappelner, der lieber anonym bleiben will, deshalb auf Nachbarschaftshilfe angewiesen.

Mittwoch, 17.10.2018, 16:38 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 16:38 Uhr
Wasserstände auf historischen Tiefständen: Brunnen fallen trocken
Foto: Colourbox

Zu seinem Glück kann er seinen 1000-Liter-Container immer wieder eine Straße weiter bei einem Landwirt auffüllen. Für das Gefäß, das er mit einem Trecker hin und her transportiert, habe er an seinem Haus extra einen zusätzlichen Anschluss installieren lassen, erzählt der Rentner.

Sein kleiner Hausbrunnen ist nicht der einzige Brunnen, dessen Wasserpegel auf einen inzwischen wohl historischen Tiefstand gesunken ist. Wie Thomas Meyer vom Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land bestätigt, sind bereits vielerorts die Quellen in den Schächten versiegt. Das weiß der kaufmännische Leiter deshalb so genau, weil sich zuletzt vermehrt Hauseigentümer an das Versorgungsunternehmen wandten mit der Überlegung, ihr Gebäude an das öffentliche Leitungsnetz anschließen zu lassen. „Wir registrieren zurzeit vergleichsweise viele Anfragen von Bürgern, die sich bislang nur über ihren eigenen Brunnen mit Wasser versorgt haben“, erläutert Meyer.

Aus Westerkappeln ist dabei die Nachfrage im Vergleich zu anderen Kommunen besonders gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass hier der Anteil der Wohngebäude, die noch ohne Anschluss ans öffentliche Netz sind, mit 25 Prozent ohnehin besonders hoch ist. Betrachtet man das Verbreitungsgebiet des Wasserversorgungsverbandes insgesamt, sind es nur 10 Prozent der Gebäude, die bislang keine Verbindung zu dem Leitungssystem haben. Nach Angaben des Verbandes befinden sich derzeit 435 Trinkwasserbrunnen auf Westerkappelner Gebiet, 362 davon sind auf privatem Grund, die allermeisten davon in den Außenbereichen der Gemeinde. 73 Schächte wurden auf gewerblichen Flächen gegraben.

Wesentliche Ursache für das Trockenfallen der Brunnen ist laut Meyer die bereits seit Monaten andauernde Trockenheit, die nur durch gelegentliche Regenfälle unterbrochen wurde. Ob sich die Hauseigentümer angesichts der Situation nunmehr für einen Anschluss ans „Stadtwasser“ entschließen, ist fraglich. Die meisten von ihnen dürften die Kosten scheuen, die sich je nach Entfernung auch schon einmal im fünfstelligen Eurobereich bewegen können.

Anders als noch in den 1980er Jahren, als es eine Reihe von Förderprogrammen des Landes NRW und des Bundes gegeben habe, müssten die Eigentümer die Rechnungen heute komplett selbst bezahlen, bemerkt Meyer. Auch sei nicht zu erwarten, dass es in absehbarer Zeit finanzielle Zuschüsse für eine Erschließung gibt, ergänzt der kaufmännische Leiter.

Und auch eine Quelle ganz anderer Art ist inzwischen versiegt: Wie Ingo Bünemann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Westerkappeln, auf Anfrage mitteilt, hat die Wehr ihre sogenannten Trinkwasserfahrten eingestellt. Bis vor wenigen Jahren haben die ehrenamtlichen Brandbekämpfer diesen Service noch angeboten. Dieser, so Bünemann, sei jetzt aber gesetzlich verboten.

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