Diskussion über Brückensanierung
Ein Schildbürgerstreich ?

Westerkappeln -

Gute Arbeit oder ein Schildbürgerstreich ? Diese Frage stellt sich nach der Erneuerung einer Brücke über die Düsterdieker Aa in Westerbeck.

Freitag, 09.11.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 18:00 Uhr
Die Geländer fehlen noch: Sobald diese angeschraubt sind, soll die Brücke an der Straße „Zum Düsterdiek“ wieder freigegeben werden
Die Geländer fehlen noch: Sobald diese angeschraubt sind, soll die Brücke an der Straße „Zum Düsterdiek“ wieder freigegeben werden Foto: Frank Klausmeyer

„Der alte Zustand hat keinen Aufschub zugelassen“, begründete Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer diese Woche im Bauausschuss, warum eben dieser nicht zu Rate gezogen wurde.

Rund 70 000 Euro hat die Sanierung, die fast abgeschlossen ist, gekostet. Das alte Bauwerk an der Straße „Zum Düsterdiek“ hatte nach Angaben von Diplom-Ingenieur Michael Busch vom Planungsbüro Eberhardt (Tecklenburg) die Zustandsklasse von 3,0. Übersetzt bedeutet diese Note unter Fachleuten „nicht ausreichend“. „Von der Sorte gibt es 14 oder 15 in Westerkappeln“, sagte der Planer. Ziel der jetzigen Sanierung sei gewesen, eine 2,0 zu erreichen, was „befriedigend“ entspricht. Eine 4,0 erfordere den Abriss.

Die Brücke hat jetzt neue Kappen bekommen, wurde asphaltiert und in Kürze sollen neue, stabilere Geländer angeschraubt werden. Ein Neubau hätte nach Angaben Buschs das etwa zweieinhalbfache gekostet – inklusive Abriss der alten Brücke.

So weit, so gut. Ausschussmitglied Rainer Echterhoff fragte aber, ob denn die Statik neu berechnet worden sei. Im alten Zustand war die Brücke nämlich nur für Fahrzeuge mit maximal 3,5 Tonnen Gewicht zugelassen. „Wenn sich daran nichts geändert hat, können wir die Brücke gleich sperren“, meinte der CDU-Politiker. Ein Traktor mit Güllefass dürfe dort, wo es fast nur Ackerflächen und Wiesen gibt, nämlich dann gar nicht fahren.

„Das wäre ein Vorwurf an die Verwaltung, dass sie den falschen Auftrag erteilt hat“, sagte Ausschussvorsitzender Winfried Raddatz (SPD). Die Aufgabe sei gewesen, den Bestand zu erhalten und die Brücke verkehrssicher zu machen, erwiderte Planer Busch. Wer die „nicht ausreichenden“ Brücken alle neu bauen wolle müsse jedes Mal rund 200 000 Euro in die Hand nehmen. „So haben sie eine Brücke, die in Ordnung ist“, meinte der Ingenieur. „Für wen, für Radfahrer ?“, entgegnete Echterhoff. Bei künftigen Erneuerungen solle man Echterhoffs Einwände berücksichtigen, sagte Raddatz.

Im nächsten Jahr soll in den Ratsgremien ein Kataster für die kommunalen Brücken vorgestellt werden. Bei angeblich rund einem Dutzend Sanierungsfällen müsste die Gemeinde im Falle von Neubauten circa 2,5 Millionen Euro in die Hand nehmen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6178519?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Paketdienst: Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Nachrichten-Ticker