Prozessbeginn um tödliche Schüsse in Salzgitter
Angeklagter bestreitet Mordabsicht

Braunschweig/Westerkappeln -

Unter großem Medienandrang hat am Montag der Prozess gegen den Westerkappelner (38) begonnen, der im Mai seine Ex-Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen vier Kinder auf offener Straße in Salzgitter erschossen haben soll. 

Montag, 26.11.2018, 19:12 Uhr aktualisiert: 26.11.2018, 21:40 Uhr
Unter großem Medienandrang hat am Montag der Prozess gegen den Westerkappelner begonnen, der im Mai seine Ex-Lebensgefährtin und Mutter seiner vier Kinder in Salzgitter erschossen haben soll.
Unter großem Medienandrang hat am Montag der Prozess gegen den Westerkappelner begonnen, der im Mai seine Ex-Lebensgefährtin und Mutter seiner vier Kinder in Salzgitter erschossen haben soll. Foto: Verena Mai

Die Anklage wirft dem Kosovo-Albaner Mord, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz sowie versuchten Totschlag vor. Der Mann hat am Montag eine Tötungsabsicht allerdings bestritten.

„Ich habe einer Toten in die Augen gesehen“, schluchzt eine der Zeuginnen, die zu den Ersten am Tatort am Jägerweg in Salzgitter gehörte. Sie habe Erste Hilfe leisten wollen, nachdem sie realisiert hatte, dass der Mann, der aus einem VW Golf gestiegen war, geschossen hatte und die beiden Frauen auf der Wiese gegenüber zusammengesackt waren, sagt sie im Landgericht Braunschweig. Dort hat am Montag der Mordprozess gegen einen 38-jährigen Westerkappelner begonnen. Dieser bestreitet eine Mordabsicht.

Drama ging Ehekrise voran

Am 28. Mai war der Angeklagte (38) mit einer scharf gemachten Schreckschusswaffe nach Salzgitter gefahren, wo die Eltern seiner Ex-Lebensgefährtin lebten, und hatte damit sie getötet und ihre Schwester schwer verletzt.

Auch zwei weitere Tat-Zeuginnen waren unvorbereitet in das Drama um den Angeklagten aus Westerkappeln gezogen worden, der, wie er am Montag vor Gericht mehrfach versichert, alles für seine Kinder (7, 6, 4, 3) tun würde. Doch das Amtsgericht Tecklenburg hatte der Frau an jenem Tag das alleinige Sorgerecht zugesprochen, „und wenn ich sie hätte sehen wollen, hätte ich es nur in Begleitung gedurft“, schildert der Westerkappelner.

Es hatte schon länger gekriselt in der – nicht nach deutschem Recht gültigen – Ehe der beiden, erzählt der 38-Jährige vor Gericht. Offenbar gab es eine Beziehung zum Schwager, die sie ihm gegenüber auch zugegeben haben soll. Er kontrollierte ihr Handy, er zerstörte es, aber er wollte ihr auch immer wieder verzeihen, beschreibt er sein Verhalten. Auch als sie Sex verweigerte und sich getrennt hatte. Er habe immer die Hoffnung gehabt, seine Kinder wiedersehen zu können.

Festnahme eines mutmaßlichen Todesschützen in Westerkappeln

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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer

„Ich habe sie geliebt. Sonst hätte ich nicht vier Kinder mit ihr gemacht“, sagt der Mann, der während des Prozessauftakts mehrfach zum Taschentuch greifen muss.

Dass er seine Ex-Lebensgefährtin erschossen hat, habe ihn selbst geschockt. Er sei nach der Tat so orientierungslos gewesen, dass er statt in Westerkappeln schließlich in Bremen gelandet sei. Ursprünglich habe er die Polizei rufen wollen. Er sei aber in Panik gewesen und habe die Situation nicht realisieren können. Nun sei er „sprachlos, wenn ich sehe, was in der Anklageschrift steht“.

Am Tatort sei er auf die Familie zugegangen – die Waffe im Hosenbund. Die Schwester, die Mutter, seine Ex-Lebensgefährtin und der Opa saßen an dem warmen Tag vor der Tür. Die Kinder seien nicht dort gewesen, versichert er – allerdings hatten alle drei Zeuginnen die Kinder dort gesehen.

Ein Schlag habe ihn da von hinten getroffen, seiner Einschätzung nach nicht von einer Frau geführt, führt der 38-Jährige weiter aus. Wer das gewesen sein könnte, kann er nicht sagen. Am Boden liegend habe er geschossen, behauptet der Angeklagte. Dass er auch getroffen hatte, habe er erst realisiert, als seine Ex-Frau umgefallen sei.

Zeugin beschreibt Tathergang als „eiskalt“

Eine Zeugin versichert, der Westerkappelner sei bereits mit gezückter Waffe aus dem Auto gelaufen und habe wortlos geschossen – „eiskalt“, wie sie schildert. Zwei Zeuginnen sagen aus, dass die Waffe offenbar eine Ladehemmung hatte und er nicht weiterschießen konnte, obwohl er den Abzug drückte. Eine gibt an, dass die Kinder nach ihrer Mutter gerufen hätten, die tot auf der Wiese lag. „Meine Mama ist gerade umgebracht worden“ und „Der Teufel hat Mama umgebracht“ sollen die Kinder gesagt haben. Nachbarinnen kümmerten sich schließlich um sie.

Eine Zeugin widerspricht allerdings ihrer ersten eigenen Angabe bei der Polizei. Einige Dinge hätte sie dort so geschildert, weil sie im Nachgang mit den Nachbarn über das Geschehen gesprochen habe und verunsichert gewesen sei, was ihre eigenen Beobachtungen anging. So sei der 38-Jährige eben nicht auf die Familie zugegangen und habe auch nichts gesagt.

Die Waffe habe er seit fünf Jahren, sagt der Kosovo-Albaner, und nach Salzgitter habe er sie auch mitgenommen, weil es zuvor drei Drohanrufe gegeben habe – von Unbekannten. Dabei sei er davor gewarnt worden, „die Kinder zu nehmen oder zu sehen“. Aber auch Vater und Bruder seiner Ex-Lebensgefährtin hätten ihn bedroht. 33 Patronen im Auto konnte er allerdings ebenso wenig erklären wie die Schussbahn der tödlichen Kugel quer durch den Kopf, die er ja im Liegen abgegeben haben will.

Der Prozess wird am 4. Dezember fortgesetzt.

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