Tödliche Schüsse von Salzgitter und ihre Folgen
„Die Familie ist voller Trauer“

Salzgitter/Westerkappeln -

Ein Vater aus Westerkappeln soll, nachdem ihm das Sorgerecht für seine Kinder entzogen wurde, durchgedreht sein und seine Ex-Frau vor den Augen der vier Kinder in den Kopf geschossen haben. Nun gibt der Anwalt des Bruders der Getöteten Einblicke in die Gefühlswelt der Überlebenden.

Dienstag, 27.11.2018, 18:02 Uhr aktualisiert: 27.11.2018, 18:53 Uhr
Kriminaltechniker der Polizei sichern Spuren am Tatort in Salzgitter. Am Montag begann am Landgericht Braunschweig der Prozess gegen einen Mann, der hier seine Ex-Freundin vor den Augen der vier Kinder erschossen haben soll.
Kriminaltechniker der Polizei sichern Spuren am Tatort in Salzgitter. Am Montag begann am Landgericht Braunschweig der Prozess gegen einen Mann, der hier seine Ex-Freundin vor den Augen der vier Kinder erschossen haben soll. Foto: dpa

Es ist der 28. Mai, als eine junge Frau mit ihrer Familie in Salzgitter den gewonnenen Rechtsstreit um das Sorgerecht für ihre vier Kinder auf dem Rasen vor dem Mehrfamilienhaus feiert. Die Sonne scheint. Ein Wagen fährt vor. Es ist der Ex-Lebensgefährte der 30-jährigen Mutter sowie Vater der Kinder. Laut den Ausführungen des Staatsanwalts geht dann alles ganz schnell: Der 38-Jährige stürmt mit einer Waffe in der Hand auf die Familie zu und schreit: „Das wolltest du so, ich bringe euch alle um!“

Tränen, aber keine Reue

Die Schwester der jungen Frau schaltet am schnellsten und soll noch versucht haben, dem Vater die Waffe zu entreißen. Dabei habe sich ein Schuss gelöst, der die Schwester in die linke Hüfte trifft. Als sich der bewaffnete Angreifer lösen kann, habe er sich seiner Lebensgefährtin zugewandt und ihr aus kurzer Distanz direkt in den Kopf geschossen. Die Frau starb noch am Tatort, vor den Augen ihrer Familie sowie der vier Kinder.

Ob es sich genauso abgespielt hat, wird der Prozess zeigen. Aber eins steht fest: Es sind Szenen, die wohl keiner der Beteiligten jemals aus seinen Erinnerungen löschen kann, obgleich sie es gerne täten. Beim Prozessauftakt, der, wie berichtet, am Montag vor dem Landgericht Braunschweig war, musste zunächst der angeklagte Vater Angaben zum Tathergang machen. Dabei zeigte er zwar Tränen, aber keine Reue. Die Familienangehörigen der getöteten 30-Jährigen, die teilweise bei diesem Prozess als Nebenkläger auftreten, waren nicht anwesend.

Festnahme eines mutmaßlichen Todesschützen in Westerkappeln

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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
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  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein 38-jähriger Familienvater aus Westerkappeln ist am Dienstagmittag an seiner Wohnung von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine in Salzgitter seine Ehefrau erschossen zu haben. Foto: Frank Klausmeyer

Martin Voß, Strafverteidiger aus Braunschweig, vertritt als Nebenkläger einen Bruder der Getöteten. Er weiß um die Betroffenheit in der Familie, die diesen Schock – ein halbes Jahr nach der Tat – noch immer nicht verarbeitet hat: „Die ganze Familie ist voller Trauer. Jeder hegt die tiefe Hoffnung, dass der Angeklagte seine gerechte Strafe erhält.“

Am schwersten für die Kinder

Für die Familie sei klar, dass der 38-Jährige nicht unter einer lebenslangen Haftstrafe davonkommen dürfe. Am schwersten sei es für die Kinder, über das Erlebte hinwegzukommen. „Die Beziehung innerhalb der Familie war immer schon sehr eng. Hier ziehen jetzt alle an einem Strang, um die Kinder aufzufangen und, so gut es geht, für sie da zu sein. Auch wenn es natürlich allen wirklich schlecht geht.“

Voß erklärt, sein Mandant – der Bruder des 30-jährigen Opfers – habe seinen Schwager oft gesehen: „Er war schon regelmäßig zu Gast bei der Familie.“ Und auch wenn die Beziehung eher wechselhaft war, habe er ihn oft getroffen. Zudem, berichtet Voß von den Schilderungen seines Mandanten, habe der Angeklagte zuletzt die Vermutung gehabt, dass seine Lebensgefährtin ihn betrüge. Die Entziehung des Sorgerechts habe dann wohl das Fass zum Überlaufen gebracht.

Er wolle sich, genau wie die anderen Nebenkläger auch, aktiv am Strafverfahren beteiligen – „sofern das nötig ist“, stellt Voß klar. Denn aktuell nehmen sie nicht daran teil, weil jeder Nebenkläger im Verlauf des Prozesses noch als Zeuge vernommen werden soll. Eins sei aber sicher, so Voß: „Sie wollen dem Täter noch einmal in die Augen schauen.“

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