Tecklenburger Nordbahn
Reaktivierungsplanungen verzögern sich

Westerkappeln -

 Die laufenden Planungen für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn verzögern sich. Das hat am Freitag Jan Ubben von der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) auf Anfrage bestätigt. Grund sei ein „Nachsteuerungsbedarf“ an insgesamt drei Punkten entlang der Strecke, sagte der Bereichsleiter. Bis spätestens 31. März würden die Planungen aber mit Sicherheit abgeschlossen sein. Ursprünglich hatte die RVM als Projektträger vorgehabt, diese Phase bis Jahresende beenden zu können. Foto:

Freitag, 07.12.2018, 16:52 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 16:34 Uhr
Weil unter anderem die möglichen Standorte von zwei Haltepunkten noch nicht feststehen,  kann der Vorhabenträger RVM die Planungen für eine Reaktivierung der Tecklenburger nicht zum Jahresende abschließen.
Weil unter anderem die möglichen Standorte von zwei Haltepunkten noch nicht feststehen,  kann der Vorhabenträger RVM die Planungen für eine Reaktivierung der Tecklenburger nicht zum Jahresende abschließen. Foto: Oliver Langemeyer

Die Planungen ziehen sich zum einen hin, weil noch unklar ist, ob der Bahnhof in Recke möglicherweise um einige Hundert Meter verlegt werden müsste. Zum anderen gebe es noch offene Fragen zum Haltepunkt in Mettingen-Schlickelde. Darüber hinaus ist bis dato nicht entschieden, ob die Gleise entlang des Strotheweges in Lote-Büren womöglich verlegt werden müssen.

Dessen ungeachtet will die Verkehrsgesellschaft aber im kommenden Jahr, wie geplant, in die interne Überprüfung ihrer bisherigen Ergebnisse einsteigen, wie Ubben betonte. In dieser Phase, die Ende 2019 abgeschlossen sein soll, gehe es darum, „alles wasserdicht zu machen“. Erst im Anschluss daran werde geprüft, ob die Tecklenburger Nordbahn überhaupt als Betrieb wirtschaftlich arbeiten kann. Sprich: Wie groß ist der erwartete Nutzen? Und wie hoch sind die Kosten? Hierzu werde das Verkehrsministerium des Landes NRW ein entsprechendes Gutachten in Auftrag geben. Natürlich würden die Planungen nur dann fortgeführt, so Ubben, wenn bei der Rechnung ein Wert größer eins herauskommt, der Nutzen also den Aufwand übersteigt.

Der Bereichsleiter geht derzeit davon aus, dass dieses Ergebnis frühestens Mitte 2020 vorliegt. Erst dann könne auch das Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt werden, in dessen Verlauf die Pläne offengelegt werden und Bürger Einwände erheben können. Das bestätigt auch die Bezirksregierung Münster, die ein solches Verfahren durchführen würde, auf Nachfrage.

Bei der Westerkappelner Initiative „Bus statt Bahn“ will man aber offensichtlich nicht mehr so lange warten. In einer Mitteilung rufen die Reaktivierungsgegner jedenfalls schon jetzt dazu auf, gegen die Pläne im Rahmen eines Planungsfeststellungsverfahrens Widerspruch einzulegen. „Wir sollten uns dringend mit dem Einspruch zur Reaktivierung beschäftigen“, heißt es in dem mehrseitigen Papier weiter, das Armin Kirsch als Absender trägt.

Vergleichsweise gelassen verfolgt unterdessen Westerkappelns Umweltbeauftrager Friedhelm Wilbrand die Planungen. Er sei, so berichtete er am Donnerstag im Umweltausschuss der Gemeinde, Anfang Juni anlässlich eines sogenannten Scoping-Termins bei der Bezirksregierung Münster vorstellig geworden. Dabei sollte untersucht werden, welche Auswirkungen das Projekt auf die Umwelt haben könnte. Im Wesentlichen sind damit die Folgen für den Verkehr und die Lärmbelastung gemeint. Ein Scoping-Verfahren ist im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben.

Aus Sicht von Wilbrand gibt es noch „viele offene Fragen“. Derzeit gelte es, die anstehenden Untersuchungen zum Verkehr sowie zum Schall abzuwarten. Erst dann könne man die Planung beurteilen.

Der Umweltbeauftragte informierte die Ausschussmitglieder ferner darüber, dass die RVM derzeit noch in Grundstücksgesprächen sei mit Anwohnern im Bereich Am Sundern. Denn die Verkehrsgesellschaft könnte für die Reaktivierung auf Teile ihrer privaten Flächen angewiesen sein.

Gut möglich, dass sich diese Gespräche als schwieriger erweisen als die Diskussion um den richtigen Standort einiger Haltepunkte oder eine Verlegung von Gleisen um vielleicht einen oder zwei Meter.

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