Serie „Mein lieber Herr Gesangverein“: Junger Chor
Stimmgewaltig und rhythmisch prägnant

Westerkappeln -

Wirklich jung kann man ihn zwar nicht mehr nennen, den Jungen Chor in Westerkappeln: Im vergangenen Jahr hat er seinen 25. Geburtstag gefeiert. Stimmgewaltig und energiegeladen sind die Sängerinnen und Sänger aber nach wie vor, keine Frage.

Sonntag, 09.12.2018, 17:08 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 16:57 Uhr
Lieder aus vielen verschiedenen Stilrichtungen: der Junge Chor Westerkappeln.
Lieder aus vielen verschiedenen Stilrichtungen: der Junge Chor Westerkappeln. Foto: Jannik Zeiser

Hervorgegangen ist der Junge Chor im Jahr 1992 aus der Jugendkantorei. Jenes Ensemble war damals in der Auflösung begriffen; viele Schüler, die mitgesungen hatten, waren nach ihrem Abitur ausgeschieden. Der Junge Chor sollte an die Jugendkantorei anschließen und mit seiner Musikauswahl ein junges Publikum ansprechen: Gospel und Neues Geistliches Lied lagen im Fokus – also religiöse Texte mit musikalischen Anleihen in Pop, Jazz und Rock.

„Zunächst kamen ungefähr 15 Leute im Alter von 20 bis 30 Jahren“, erinnert sich Chorleiter Martin Ufermann. Mit zunehmendem Alter des Chores ist sowohl der Altersschnitt der Mitglieder angestiegen als auch deren Anzahl: Um die 70 Menschen treffen sich nun mittwochabends im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Westerkappeln.

Unterschiedlichste musikalische Genres liegen in den Chorproben nah beieinander: Auf einen groovigen Einstieg mit der Jazz-Motette „Jubilate“ folgt heute das romantische „Tröstet mein Volk“ von Eduard Karl Nössler. Dann wird es weihnachtlich mit „A Joyful Night“. „Das ist kein süßes Weihnachtslied, sondern ein Powerlied“, beschreibt Martin Ufermann seinen Sängerinnen und Sängern das Stück.

Und die lassen sich nicht bitten – mit viel Schmackes und großem Stimmvolumen wartet das Ensemble auf, wann immer es die Komposition und der Chorleiter verlangen. „Der Chor singt inzwischen fast alles“, so Ufermann. Das breite Repertoire wirke sich zudem positiv auf das Können der Sänger aus: „Die verschiedenen Musikrichtungen ergänzen sich. Wer Gospel gesungen hat, singt auch klassische Musik mit einer ganz anderen rhythmischen Prägnanz.“

Die heutige Probe fällt auf den ersten Mittwoch im Monat, traditionsgemäß macht Ufermann deshalb deutlich früher Schluss. Die verbleibende Zeit bis 22 Uhr verbringen die Chormitglieder bei Getränken und Knabbereien und in entspannter Unterhaltung.

„Um Leute kennenzulernen ist es hier sehr nett“, erzählt Friedhelm Wilbrand, der seit mehr als 20 Jahren in der Bassstimme des Jungen Chores singt. Er selbst bezeichnet sich als musikalischen Laien; das sei hier jedoch kein Problem: „Martin begleitet die einzelnen Stimmen bei Bedarf auf dem Klavier.“ Die Arbeit des Chorleiters beschreibt Marianne Lammers so: „Er schafft es, uns zu motivieren. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, spricht er uns Mut zu.“ Reizvoll an dem Chor findet sie auch die große Altersspanne – drei Generationen vereint das Ensemble.

Jedes Jahr im Februar wirkt der Junge Chor an einem Gospel-Workshop mit, der seit über 20 Jahren sehr gut angenommen wird. Darüber haben auch Eva und Anna Wienkämper den Weg zum Jungen Chor gefunden. Heute sind die jungen Frauen zum ersten Mal hier, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Ihr erstes Fazit ist positiv: „Es war sehr beschwingt und aufmunternd.“

Zwölf bis 14-mal im Jahr präsentiert sich der Chor der Öffentlichkeit. Zu den Anlässen zählen kirchliche Feste wie Weihnachten oder Ostern. Dazu kommen Konfirmationen, manchmal auch Hochzeiten. Und gelegentlich gibt der Junge Chor auch Konzerte oder wirkt an musikalischen Großprojekten mit. Bei der Reformationsfeier im vorigen Jahr waren es allein sechs Auftritte mit dem Musical-Oratorium „Bruder Martin“.

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