Stutensoppenessen des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln
Nicht nur die Mahlzeit war deftig

Westerkappeln -

So politisch wie am Freitag war das Stutensoppenessen des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln selten. Und deftig war nicht nur die traditionelle Mahlzeit.

Sonntag, 30.12.2018, 15:20 Uhr aktualisiert: 01.01.2019, 14:09 Uhr
Vor dem Essen stimmten die mehr als 120 Gäste lautstark das Stutensoppenlied an.Zum Nachtisch des deftigen Westerkappelner Essens gab es ein Kurzprogramm der Geschwister Dust.Winfried Eggert begleitete die Lieder, die gesungen wurden, am Akkordeon.
Vor dem Essen stimmten die mehr als 120 Gäste lautstark das Stutensoppenlied an.Zum Nachtisch des deftigen Westerkappelner Essens gab es ein Kurzprogramm der Geschwister Dust.Winfried Eggert begleitete die Lieder, die gesungen wurden, am Akkordeon. Foto: Dietlind Ellerich

Landrat Dr. Klaus Effing schaffte es zum dritten Mal in Folge zum Stutensoppenessen nach Westerkappeln. Darüber freute sich Franz-Josef Schlie , der am Freitag mehr als 120 Gäste zum traditionellen Jahresendtermin des Kultur- und Heimatvereins im „Kuckucks-Nest“ begrüßte. Eine Antwort auf seine Frage, ob mit Blick auf das 100-jährige Vereinsbestehen in 2019 auch die Kreiskasse bis in die Kommune reiche, erhielt das Vorstandsmitglied in Form eines symbolischen Schecks über 1000 Euro, den Effing überreichte und den Schlie umgehend an Kassierer Heinz Schröer weitergab.

Zum traditionellen Stutensoppenessen gehören nicht nur Platten und Schüsseln voller Zwiebeln, Weißbrot, Fleisch und Wurst, sondern auch Jahr für Jahr Ehrengäste, für die das Westerkappelner Traditionsgericht meist eine Premiere ist. So erlebte es auch das Trio des Vereins „Starkes Dorf“, das am Freitag aus Ostercappeln angereist war. „Ich dachte, es gibt Suppe“, wunderte sich Dr. Franz Kahlert über Messer und Gabel als Besteck. Die Aufklärung erfolgte prompt, als die Servicekräfte vom „Kuckucks-Nest“ feste Nahrung auftischten.

Los geht´s: Vorstandsmitglied Franz-Josef Schlie greift schon mal zu. Schmecken ließen es sich auch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer (rechts) und Landrat Dr. Klaus Effing.

Los geht´s: Vorstandsmitglied Franz-Josef Schlie greift schon mal zu. Schmecken ließen es sich auch Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer (rechts) und Landrat Dr. Klaus Effing. Foto: Dietlind Ellerich

Zehn Jahre sei es her, dass eine Ostercappelner Delegation mit dem Sonderzug in Westerkappeln eingetroffen war, erinnerten sich die Vertreter beider Kommunen und lieferten mit dem Rückblick die Steilvorlage zu einer angeregten Diskussion über die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn. Nicht nur Landrat Effing machte sich dafür stark, auch die Gäste aus Ostercappeln gaben zu bedenken, wie notwendig eine Bahnlinie für die Kommunen sei. Sie sprechen aus Erfahrung, haben sie sich doch viele Jahre lang für einen Regionalbahn-Haltepunkt im Belmer Ortsteil Vehrte eingesetzt, der auch für Ostercappeln wichtig ist. Mit Erfolg! „Ab 2023 können wir in Vehrte ein- und aussteigen“, verkündete Kahlert stolz.

So politisch war das Stutensoppenessen des Kultur- und Heimatvereins selten. Nichtsdestotrotz forderten Gäste und Veranstalter, allen voran Vorstandsmitglied Horst Dormann, die deftige Mahlzeit ein. Die wurde allerdings erst aufgetischt, nachdem Dormann für seine 40-jährige aktive Arbeit im Verein geehrt worden war und Effing sein Grußwort gesprochen hatte. Weit aus dem Fenster wagte sich der Landrat, als er Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihren Amtskollegen Rainer Lammers aus Lotte zu seinen Lieblingsbürgermeistern auserkor.

Gut dass vor dem Essen lediglich zwei der insgesamt 13 Strophen des Stutensoppenliedes gesungen wurden. Andernfalls wären Brot, Zwiebeln, Fleisch und Wurst wohl vor dem Genuss kalt geworden. Schmecken ließen sich die deftige Mahlzeit, die laut Franz-Josef Schlie auf den Speisekarten vieler Privatleute, aber leider nur weniger Restaurants steht, auch die „Neueinsteiger“ aus Ostercappeln. „Lecker“, befanden Franz Kahlert, Maria Vitkovsky und Heinz Müller unisono und befanden sich mit ihrem Lob in bester Gesellschaft. Darüber freute sich niemand mehr als Hausherr und Koch Heiner Diekamp, der sich mit einer Runde seines hochprozentigen Nest-Drehers revanchierte.

Winfried Eggert begleitete den Abend musikalisch am Akkordeon.

Winfried Eggert begleitete den Abend musikalisch am Akkordeon. Foto: Dietlind Ellerich

Je später der Abend, desto klangvoller die Gesellschaft. Das wurde beim Anstimmen der Lieder deutlich, die Winfried Eggert zu später Stunde am Akkordeon begleitete.

Die Geschwister Dust sorgten für Vergnügen.

Die Geschwister Dust sorgten für Vergnügen. Foto: Dietlind Ellerich

Zum Nachtisch gab es für die mehr als 120 Genießer des deftigen Westerkappelner Essens ein Kurzprogramm der Geschwister Dust, die vor sieben Jahren schon einmal beim Stutensoppenessen die Bühne geputzt hatten. Mit Ansagen wie „Männer an die Macht“ oder „Macht sauber, macht Essen, macht uns glücklich“ bereiteten die drei Schwestern aus Lingen den Gästen beider Geschlechter Spaß. Sie nahmen dabei nicht nur die Politik aufs Korn, auch die Kultur- und Heimatfreunde bekamen von dem gut informierten Trio ihr Fett weg.

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