Gesamtschule Lotte-Westerkappeln
Zeit für Digitalisierung drängt

Westerkappeln/Lotte -

Vor viereinhalb Jahren ist die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln aus der Taufe gehoben worden. In viereinhalb Jahren sollen die ersten Abiturienten verabschiedet werden. 2021 startet die Oberstufe. Die Vorbereitungen laufen längst. „Die Zeit drängt“, stellt Stefan Verlemann, stellvertretender Leiter der Gesamtschule. Das betreffe insbesondere die digitale Infrastruktur.

Donnerstag, 17.01.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 19:20 Uhr
Die Oberstufe wird 2021 in Westerkappeln den Betrieb aufnehmen. In die digitale Infrastruktur muss schon vorher kräftig investiert werden.
Die Oberstufe wird 2021 in Westerkappeln den Betrieb aufnehmen. In die digitale Infrastruktur muss schon vorher kräftig investiert werden. Foto: dpa

Während an der Realschule Westerkappeln und an der Gemeinschaftshauptschule in Wersen irgendwie alles zum letzten Mal geschieht, gibt es an der Gesamtschule jeden Tag etwas Neues. Kein Wunder: Die Schule ist noch immer im Aufbau. „Wir feiern so eine Art Bergfest“, meinte Manfred Stalz am Mittwochabend anlässlich einer Versammlung des Schulzweckverbandes im Westerkappelner Rathaus.

Vor viereinhalb Jahren ist die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln aus der Taufe gehoben worden. In viereinhalb Jahren sollen die ersten Abiturienten verabschiedet werden. 2021 startet die Oberstufe. Die Vorbereitungen laufen längst. „Bei den Stellenausschreibungen werden wir fast ausschließlich Gymnasiallehrer ansprechen“, erläutert Stalz. Im Gegensatz zu Grundschullehrern gebe es ausreichend Bewerber.

726 Schülerinnen und Schüler werden zurzeit von der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln an den beiden Standorten in den bisher fünf Jahrgängen unterrichtet. „Fast jeden Monat kommen neue dazu“, berichtet Schulleiter Manfred Stalz. Verteilt auf 25 Klassen bedeute dies eine durchschnittliche Frequenz von 29 Kindern und Jugendlichen. Erfreulich sei, dass die Gemeinde Lotte das Schulgebäude in Wersen erweitere. „Dann können wir in den oberen Klassen eine sechste Lerngruppen bilden“, betont Stalz. Das sei aber nicht gleichzusetzen mit einer Sechszügigkeit. Es gehe um eine bessere Differenzierung.

In Westerkappeln ist – wie berichtet – ein Anbau für die 2021 beginnende Oberstufe geplant. Der Bauantrag ist nach Angaben von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer gestellt. Wichtig sei die digitale Infrastruktur. Die Gemeinde versucht, das Schulzentrum doch ans Glasfasernetz anzuschließen. Dazu könnten vielleicht Fördermittel für den Ausbau der Breitbandversorgung im Außenbereich eingesetzt werden, stellt die Bürgermeisterin in Aussicht.

„Die Zeit drängt“, stellt Stefan Verlemann , stellvertretender Leiter der Gesamtschule, dazu fest. Das betreffe insbesondere die Hardware als auch die pädagogische Seite. Die Schule arbeitet dafür mit dem Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (kurz: KAAW) an einem Medienkonzept. In diesem Jahr stellt der Schulzweckverband 70 000 Euro für die Umsetzung zur Verfügung.

Doch das ist nur ein Anfang. Damit werde angeschafft, was unstrittig und unbedingt erforderlich ist, erklärt Verlemann. So müssten PCs und andere Endgeräte beschafft werden. Wenn Kollegen heute mit eigenen Computern arbeiteten, verstießen sie streng genommen gegen die Datenschutzgrundverordnung, gibt der stellvertretende Schulleiter zu bedenken.

Bei der IT wähnt Verlemann seine Schule zwar gut aufgestellt, für die Zukunft reiche das aber nicht. Das in Arbeit befindliche Medienkonzept sei eine Art Fünf-Jahres-Plan, der danach fortgeschrieben gehöre, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Noch ein halbes Jahr Haupt- und Realschule

Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen und eine intensive Berufsvorbereitung stehen im noch verbleibenden halben Jahr des Bestehens von Haupt- und Realschule im Mittelpunkt. Das berichteten deren Leiter Michael Vörckel und Bettina Weiss am Dienstag in der Versammlung des Schulzweckverbandes.An beiden Schulen sei die Unterrichtsversorgung gut gesichert, hieß es.Die Realschule hat noch 45 Jugendliche in zwei Klassen. Ein „bisschen ärgerlich war, dass die Klassen 10 gerne im Internet gearbeitet hätten, es aber keine Verbindung gab“, sagte Weiss. Zu den Ursachen habe es leider nur unterschiedliche Aussagen gegeben.Die Gemeinschaftshauptschule unterrichtet noch 70 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen. Eine Klasse sei für Wiederholer und Jugendliche mit Migrationshintergrund ausgegliedert worden. Vorrangig sei, alle Schüler mit eine Lehrstelle oder einem Platz an einer anderen weiterführenden Schule zu versorgen, sagte Vörckel.Die noch verbliebenen Lehrer – fünf an der Realschule, zwölf an der Hauptschule, hätten Versetzungsanträge gestellt. „Vor Mai kriegen die aber wohl keine Antwort.“Was die Zukunft von Bettina Weiss und Michael Vörckel angeht, ist auch noch nichts entschieden, wie beide auf Nachfrage in der Schulverbandsversammlung erklärten. Beide hoffen aber, wohnortnah eine neue Stelle zu bekommen.

...

Neu aufstellen wollte sich die Gesamtschule möglichst zeitnah auch beim Mittagessen in den Mensen. Derzeit beliefert die Stattküche Münster den Speisesaal in Westerkappeln, in Wersen betreut ein Förderverein die Kantine. Der Wunsch für ein einheitliches System an beiden Standorten steht nach Verlemanns Angaben weiter hoch im Kurs. Dennoch habe eine dazu gegründete Arbeitsgruppe auf Bitten von Eltern entschieden, keinen vorschnellen Wechsel vorzunehmen. Denn beide Systeme hätten Vor- und Nachteile.

Das Bufett-Konzept der Stattküche überzeuge zwar, die gleichzeitige Nutzung der Mensa durch Kinder der Grundschule sorge jedoch für ein „bisschen Unmut“, sagt Verlemann. Mit dem beschlossenen Neubau einer eigenen Mensa für die Grundschule am Bullerdiek, wird sich das erledigt haben. Werde die Stattküche aber auch Betreiber in Wersen, müsse die dortige Grundschule aus wirtschaftlichen Gründen eingebunden, sagt Verlemann.

Deshalb sollten in Wersen zum neuen Schuljahr zunächst die zehnten Klassen hereinwachsen, um dann ein Meinungsbild aller Jahrgangsstufen dort (8 bis 10) abzufragen und dann zu entscheiden. Im Übrigen: Der Förderverein habe jetzt auch in Wersen eine Frische-Bar und ein ein digitales Abrechnungssystem eingeführt.

Stalz ist glücklich über die Unterstützung der Gesamtschule in beiden Gemeinden. Einen neuen Wunsch hat er aber noch. Zum Sommer möchte er gerne eine deutliche Beschilderung. Mit Rücksicht auf die dann auslaufenden Realschule und Hauptschule habe man sich dahingehend bislang zurückgehalten.  

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