Mitgliederversammlung des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln
Von Kleiderbügeln und Silbermünzen

Westerkappeln -

Was haben alte Kleiderbügel, eine spanische Silbermünze aus dem 16. Jahrhundert und verkleidete Westerkappelner Prominente mit dem Kultur- und Heimatverein zu tun? Jede Menge, wie sich am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des Vereins im „Kuckucks-Nest“ gezeigt hat.

Donnerstag, 31.01.2019, 16:44 Uhr
82 Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln waren der Einladung zur Jahresversammlung gefolgt. Wolfgang Meinert (links) und Dietrich Schubert wurden darin zu Ehrenmitgliedern ernannt. Vorstandsmitglied Horst Dormann (Mitte) überreichte ihnen die Urkunden und Blumen.
82 Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln waren der Einladung zur Jahresversammlung gefolgt. Wolfgang Meinert (links) und Dietrich Schubert wurden darin zu Ehrenmitgliedern ernannt. Vorstandsmitglied Horst Dormann (Mitte) überreichte ihnen die Urkunden und Blumen. Foto: Katja Niemeyer

Die Kleiderbügel dienten Ortsführer Horst Meyer als Requisite für einen launigen Einblick in seine Arbeit. Warum die Silbermünze Philippstaler heißt, erläuterte Dr. Wieland Wienkämper , Archäologe und jüngstes Vorstandsmitglied. Wer indes mehr über Prominente in lustigen Kostümen erfahren wollte, der muss sich gedulden. Diese treten erst bei einer Jubiläumsveranstaltung im Oktober auf. Denn dann will der Verein sein 100-jähriges Bestehen ganz groß feiern.

Vorstandsmitglied Horst Dormann ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, die Mitglieder über den Stand der Dinge bei den Planungen für die Festivitäten zu informieren. Die zentrale Feier „100 Jahre KHV“ soll demnach am 5. Oktober steigen. Einen Tag später steht in der Stadtkirche ein plattdeutscher Gottesdienst auf dem Programm.

Zusammen radeln will der Heimatverein am 30. Juni mit dem THC Westerkappeln, der in diesem Jahr auf seine 50-jährige Vereinsgeschichte zurückblickt. Auch ein Jubiläumsheft sei in Arbeit, berichtete Dormann.

Bis zu den Feierlichkeiten im Oktober dürfte auch das Fotoprojekt beendet sein, an dem Dr. Gunter Böhlke schon seit einiger Zeit zusammen mit Hartmut Hoppe und Ralf Kutschwalski arbeitet. Einen kleinen Happen davon servierte Böhlke den Mitgliedern aber bereits jetzt mit einer Stellwand, die er in den Saal schob. Darauf waren drei Bildpaare – früher und heute – mit Westerkappelner Motiven befestigt. Das Besondere, so erläuterte Böhlke, „ist, dass die Aufnahmen vom selben Standort und zur gleichen Jahreszeit gemacht wurden.“ Insgesamt 30 solcher Bildpaare sind ihm zufolge in Arbeit.

Auf großes Interesse bei den Mitgliedern stieß auch der kleine Film mit dem Titel „Mosaiksteine einer Schulchronik“, den Heinz Schröer zusammengeschnitten hatte und vorführte. Das Werk, das das Vorstandsmitglied, mit Liedern wie „I did it my way“ untermalte, zeigt den Bau der Grundschule am Bullerdiek Ende der 1950er Jahre und – etwas später – die Errichtung der Turnhalle. Bei Grundsteinlegung und Richtfest liefen verschiedene ältere Herren, einige von ihnen mit Zigarre im Mund und Schnapsgeld in der Hand, durchs Bild. Immer im Mittelpunkt: der damalige Gemeindedirektor Heinrich Schulz.

Noch viel weiter zurück in die Geschichte ging Wieland Wienkämper in seinem Vortrag, in dem sich alles um eine Silbermünze drehte, die 1566 in Antwerpen geprägt wurde und die vor rund 40 Jahren in der Rüskenkamp­straße aufgetaucht war. Auf der Münze ist das Konterfei des damaligen spanischen Monarchen König Philipp II. zu sehen, weshalb Münzen wie diese Philippstaler bezeichnet wurden. Wienkämper, der im Verein die Geschichtswerkstatt betreut, bat die Mitglieder darum, sich bei ihm zu melden, falls sie im Besitz ähnlicher Fundstücke seien.

Vorstandsmitglied Franz-Josef Schlie warb derweil für ein neues kulturelles Angebot: Für den 5. Juli lädt er zu einem sogenannten Wandelkonzert ein. „Dabei wird ein Orgelkonzert in der evangelischen eröffnet. Anschließend gehen Zuhörer und Musiker zur katholischen Kirche, um dort den zweiten Teil des Konzertes zu erleben“, erläuterte Schlie. Darüber hinaus wies er auf eine Theaterfahrt (28. April) hin und informierte die Mitglieder über aktuelle Arbeiten zum Erhalt von Gustav-Künnemann-Werken. „Wir sind dabei, die Bilder des Westerkappelner Künstlers zu archivieren, zu fotografieren und zu kommentieren.“

Die Liste der Aktivitäten, die im Kultur- und Heimatverein laufen, ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Dormann ließ die unzähligen Wanderungen und Bus- und Radtouren Revue passieren und gab die insgesamt sechs Treffen der Dütt-un-Datt-Gruppe von Inge Loske zu Protokoll.

Zwei Ehrenamtliche stellte das Vorstandsmitglied besonders heraus: Wolfgang Meinert und Dietrich Schubert. Die beiden Mitglieder, so Dormann, „haben sich ganz besonders verdient gemacht für den Verein.“ Meinert durch die von ihm organisierten mehrtägigen Wander- und Radtouren, Schubert durch Einzeltouren, zu denen er regelmäßig einlädt. Der Vorstand schlug vor, Wolfgang Meinert und Dietrich Schubert zu Ehrenmitgliedern zu ernennen – was die Versammlung einstimmig befürwortete.

Für die anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten ist die Kasse des Vereins übrigens gut gefüllt: Wie Kassenwart Heinz Schröer berichtete, beläuft sich das Geldvermögen auf 14  464 Euro. „Damit kann der Verein allen finanziellen Herausforderungen gelassen entgegensehen.“

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