Architekt zur Grundschule am Bullerdiek
Der Keller, das Obergeschoss und die Kosten

Westerkappeln -

Bei den Millionensummen, die jetzt und bis 2021 im Westerkappelner Schulzentrum verbaut werden, kann der geneigte Beobachter schon mal den Überblick verlieren. Zur Klarstellung machen wir deshalb noch einmal eine Rechnung des Architekten zu den Kosten für die Erweiterung der Grundschule am Bullerdiek auf.

Dienstag, 05.02.2019, 19:00 Uhr
Für den Erweiterungsbau zwischen Bestandsgebäude und Turnhalle (rechts) muss der Toilettentrakt abgerissen werden. Wie der Zwischenbau am Ende aussieht, ist noch nicht entschieden.
Für den Erweiterungsbau zwischen Bestandsgebäude und Turnhalle (rechts) muss der Toilettentrakt abgerissen werden. Wie der Zwischenbau am Ende aussieht, ist noch nicht entschieden. Foto: Frank Klausmeyer

Das Betreuungsgebäude für den Offenen Ganztag, die Grundschule am Bullerdiek und die Gesamtschule werden im laufenden Betrieb modernisiert und erweitert. Das hat an der einen oder anderen Stelle Umplanungen durch den Architekten zur Folge und damit variierende Kosten. Ganz aktuell wird über die erforderlichen Investitionen für die Grundschule diskutiert.

Architekt Edmund Flatau stellt dabei eines klar: Eine Kostenschätzung in Höhe von 1,9 Millionen Euro für dieses Projekt, wie sie vergangene Woche als eine Wasserstandsmeldung aus dem Sommer 2018 in dieser Zeitung genannt wurde, habe es von ihm nie gegeben. Möglicherweise sei das ein Missverständnis gewesen, weil die Kosten für die Erweiterung der Gesamtschule grob auf ein solches Volumen geschätzt worden seien.

Insofern hätte zuletzt auch keine Kostensteigerung um rund eine auf dann 2,9 Millionen Euro gedroht. Wobei Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass im Haushaltsplan 2018 für die Grundschule noch 3,1 Millionen Euro als Gesamtkosten veranschlagt waren. Diese Summe ist im laufenden Etat auf 2,63 Millionen Euro revidiert worden.

Auch dieser Betrag ist allerdings nur eine Annahme. „Unser Versprechen ist, immer frühzeitig auf mögliche Einsparungen und auf Stellen, wo es teurer werden könnte, hinzuweisen“, erklärt der Architekt.

Und genau dies hat Flatau vor knapp zwei Wochen im Bauausschuss getan, als er die Empfehlung gab, auf einen Vollkeller zu verzichten. Zur Klarstellung machen wir deshalb noch einmal seine Kostenrechnung auf: Bis zum Herbst lag die Schätzung bei 2,465 Millionen Euro. Dann mussten die Pläne für die sogenannte Technische Gebäudeausrüstung (TGA) in Sachen Brandschutz und insbesondere die IT angepasst werden, wodurch das Investitionsvolumen auf 2,731 Millionen Euro gestiegen ist.

Kurz vor Weihnachten erreichte Flatau nach eigenen Angaben dann die Nachricht, dass die Ausgaben noch einmal um 150 000 Euro steigen könnten, weil der Boden aus dem Aushub für den Keller des geplanten Erweiterungsbaus zwischen Bestand und Turnhalle nur auf einer Spezialdeponie entsorgt werden kann. „Wir sollten das Geld an der richtigen Stelle ausgeben und nicht im Keller vergraben“, rät Flatau. „Deshalb habe ich den Vorschlag gemacht, die Reißleine zu ziehen.“

Sein letzter Vorschlag: Die Gemeinde soll statt Voll- nur noch einen Kriechkeller bauen und das für den Zwischenbau geplante Walmdach gleich durch ein zweites Obergeschoss mit Flachdach ersetzen. „Wir errichten aber nur die Außenwände und machen im Grunde einen Ausbau wie im Keller.“

Inklusive Kosten für die Umplanung kommt der Architekt nun auf 2,704 Millionen Euro. Damit werde aber ein enormer Mehrwert geschaffen. Denn weil eine Erweiterung in der Fläche im Schulzentrum nicht mehr möglich ist, könnte der „Keller“ im Obergeschoss später bei Bedarf zu Klassenräumen oder einer anderen Nutzung ausgebaut werden. Werde stattdessen das Walmdach gebaut, müsse dies später dann abgerissen und die zweite Etage neu gebaut werden, was dann zusätzliche Kosten von geschätzt etwa 250 000 Euro nach sich ziehen könne.

Ob diese Rechnung am Ende dann aufgeht, wird sich spätestens bei den Ausschreibungen zeigen. Am Mittwochabend (6. Februar) wird sich der Gemeinderat erneut mit den Zahlen beschäftigen. Flatau hatte im Bauausschuss zugesichert, detaillierte Pläne für seinen jüngsten Vorschlag mitzubringen.

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