Netzumstellung auf energiereicheres H-Gas: Ab August ist Westerkappeln an der Reihe
Besuch für knapp 15 000 Haushalte

Tecklenburger Land -

Die Mannschaft hat in den kommenden Monaten einiges vor: Knapp 15 000 Haushalte oder Anschlüsse in Ibbenbüren und Hörstel sind abzuarbeiten. Alle jene, die Erdgas beziehen – und überall müssen die Mitarbeiter der von Westnetz beauftragten Firma Enermess sich die Gasgeräte ansehen. Es ist Schritt eins auf dem Weg zur sogenannten Marktumstellung, der Umstellung des zumeist aus den Niederlanden bezogenen L-Gases hin zum meist aus Russland stammenden H-Gas.

Dienstag, 19.02.2019, 15:58 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 11:28 Uhr
Mit einem großen Mitarbeiterteam beginnen Westnetz und die Stadtwerke Tecklenburger Land, die Gasanschlüsse auf das energiehaltigere H-Gas umzustellen. Anfangspunkt ist die Erhebung aller Gasgeräte in knapp 15000 Haushalten in Ibbenbüren und Hörstel.
Mit einem großen Mitarbeiterteam beginnen Westnetz und die Stadtwerke Tecklenburger Land, die Gasanschlüsse auf das energiehaltigere H-Gas umzustellen. Anfangspunkt ist die Erhebung aller Gasgeräte in knapp 15 000 Haushalten in Ibbenbüren und Hörstel. Foto: Tobias Vieth

Dieser Schritt eins hat nun an der Bergstraße 28 a in Ibbenbüren begonnen. Dort hat Westnetz ein sogenanntes Erdgasbüro eröffnet. Es ist sowohl der Ort, an dem die Umstellung koordiniert wird, als auch Anlaufpunkt für Kunden, die Fragen zur Umstellung haben.

Schritt eins, die Erhebung der Kundendaten, läuft zunächst für den südlichen Bereich des Kundennetzes, erklärte Holger Vogelsang , Leiter des Westnetz Regionalzentrums Osnabrück am Montag – also die Städte Ibbenbüren und Hörstel. Ab August sind dann die nördlichen Bereiche – Hopsten, Recke, Mettingen, Westerkappeln und Teile Lottes – an der Reihe. Erst mit den erhobenen Daten ist dann für Westnetz klar, was an den Geräten getauscht werden muss. Diese Daten werden zudem stichprobenartig von einer weiteren Firma, dem Unternehmen Runkel, auf Korrektheit überprüft.

Dass getauscht werden muss, ist allerdings sicher. H-Gas hat etwa zehn Prozent mehr Energiegehalt, es verbrennt heißer. „Wir könnten thermische Defekte bekommen“, sagt Bernd Weber , Teilprojektleiter für die Marktraumumstellung. Auch Unfälle, beispielsweise der Austritt von Kohlenmonoxid, wäre denkbar. Einzig sehr moderne Geräte, die sich automatisch an die gelieferte Gasqualität anpassen können, können unangetastet bleiben.

Teil zwei ist dann im Jahr 2020 die eigentliche Umstellung – sie erfolgt im südlichen Gebiet am 29. September 2020 und im nördlichen Gebiet am 9. November 2020. Ab diesen Stichtagen strömt dann H-Gas durch die Leitungen. Und irgendwann im Jahr 2020 werden auch die Heizungen, Gasherde und anderen Geräte umgerüstet. Es werden Düsen, Brenner oder andere Einbauteile ausgetauscht, je nach Gerät. Dieser Austausch ist kostenlos. Allerdings: In laut Weber bis zu zwei Prozent der Fälle – so bisherige Erfahrungswerte – müssen auch die ganzen Geräte getauscht werden, zum Beispiel, weil sie so alt sind, dass es dafür keine Umrüstteile mehr gibt. Dann müssen die Eigentümer das neue Gerät selber zahlen – bis auf 100 Euro mögliche Kostenerstattung. Weber: „Ziel ist, die Austauschquote so gering wie möglich zu halten.“ Nicht alle Geräte werden freilich mit dem Umstellungstag umgerüstet, sondern viele zuvor und einige auch danach. Das liegt ganz daran, wie gut oder schlecht das jeweilige Gerät übergangsweise mit den neuen oder alten Gasqualitäten zurechtkommt. Besonderheit im Tecklenburger Land: Im Zeitraum der Marktumstellung wechselt der Gasnetzbetreiber, ab 2020 sind die Stadtwerke Tecklenburger Land über die Netzgesellschaft SWTE Netz selbst zuständig. Deren Geschäftsführer Tobias Koch kündigt aber an, auch auf die jetzt schon beauftragten Firmen zu setzen, sodass die Ansprechpartner für die einzelnen Kunden nicht wechseln. Auch das Erdgasbüro an der Bergstraße will man ab 2020 weiter besetzen, um die selbe Anlaufstelle für Kunden zu bieten, die Fragen haben.

Die Mitarbeiter, die für Westnetz unterwegs sind, können sich mit Lichtbildausweis legitimieren; zudem informiert Westnetz die Betroffenen durch Briefe. Wer Zweifel hat, ob da an der Tür wirklich ein von Westnetz Beauftragter Mitarbeiter steht, kann sich zudem bei der kostenlosen Westnetz-Hotline informieren.

Das Erdgasbüro an der Bergstraße 28a in Ibbenbüren ist mittwochs von 13 bis 18 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Informationen zur Marktumstellung gibt es auch unter ✆ 0800/7 77 76 45.

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