Konzept für die Westerkappelner Ortsentwicklung auf den Weg gebracht
Nach EZK und IHK nun ein OEK

Westerkappeln -

Vor über zehn Jahren hat der Rat ein mehr als 50 Seiten umfassendes EZK (Einzelhandels- und Zentrenkonzept) beschlossen. Ein paar Jahre später wurde ein fast doppelt so dickes IHK (Integriertes Handlungskonzept) für den Ortskern verabschiedet. Und nun ist ein OEZ (Ortsentwicklungskonzept) in Auftrag gegeben worden, das wegweisend für die Zukunft Westerkappelns sein soll.

Freitag, 01.03.2019, 19:00 Uhr
Die Gemeinde hat ein Konzept für die Ortsentwicklung auf den Weg gebracht. Dieses soll das ganze Gemeindegebiet und nicht nur den Zentrum umfassen.
Die Gemeinde hat ein Konzept für die Ortsentwicklung auf den Weg gebracht. Dieses soll das ganze Gemeindegebiet und nicht nur den Zentrum umfassen. Foto: Tobias Klostermann

Mit Blick auf die Zielsetzungen der alten Papiere dürfte im Rathaus kaum jemand von einer durchweg erfolgreichen Umsetzung der alten Konzepte sprechen. Mit dem EZK sollte „die Einzelhandelsentwicklung im Gemeindegebiet gesteuert werden mit der Absicht der Sicherung und Steigerung der Attraktivität des Ortskerns als Haupteinkaufsplatz“, wie es wörtlich heißt. Tatsächlich wurde mit dem Konzept der Weg bereitet für das Einkaufszentrum an der Heerstraße. Der eigentliche Ortskern erlebt dagegen seit Jahren einen schleichenden Niedergang.

Mit dem IHK sollte der Gemeinde ein kurz- bis mittelfristiges Maßnahmenpaket als, so wieder wörtlich, „roter Faden für die zukünftige Entwicklung des Ortskerns“ zur Verfügung gestellt werden. Besonders wichtig sei dabei, dass durch das Konzept privaten Investoren Entwicklungsmöglichkeiten im Ortskern aufgezeigt werden könnten, hieß es. Bis auf die 1,45 Millionen Euro teure Neugestaltung des Kirchplatzes hat das IHK jedoch wenig bewirkt, wie auch in den Ratsgremien immer wieder bemängelt wird.

Und nun also ein OEK. „Das soll das ganze Gemeindegebiet umfassen“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer . Vorgesehen sei auch eine Stärken-Schwächen-Analyse. Dabei macht die Verwaltungschefin keinen Hehl daraus, dass der Ortskern augenblicklich eher zu den Schwächen der Gemeinde gehört.

Um das Zentrum wieder zu stärken, wollen Rat und Verwaltung auf eine hohe Bürgerbeteiligung setzen. „Wir müssen ein Wir-Gefühl entwickeln“, meint Wirtschaftsförderin Anke Biehl . Immobilieneigentümer, Anwohner und die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe seien zur Mitarbeit eingeladen. Im Prozess solle auch geklärt werden, wie die unbebaute Wiese am Kirchplatz sinnvoll genutzt werden kann.

Weil es aber nicht nur um den Ortskern geht, „soll auch der Süden in den Blick genommen werden“, kündigt die Wirtschaftsförderin an. Auch dort sei die Gründung eines Arbeitskreises angedacht, der möglichst auf schon bestehende Initiativen fußen soll.

„Jeder sagt, dass wir etwas auf die Beine stellen müssen. Jeder hat Ideen. Wir müssen das bündeln und daraus ein Konzept entwickeln“, erklärt Bürgermeisterin Große-Heitmeyer. Mit einem fertigen Konzept könne dann auch geprüft werden, „wo es Fördermittel gibt, die wir abgreifen können.“ Anke Biehl nennt in diesem Zusammenhang den Tourismus, der sich weiter ankurbeln lasse.

Wie beim EZK und IHK holt sich die Gemeinde für das OEK wieder Hilfe eines Fachbüros. Der Haupt- und Finanzausschuss hat kürzlich den Auftrag an „Planinvent“ aus Münster vergeben. Dessen Chef, Dr. Frank Bröckling, hatte seine Visitenkarte in Westerkappeln im vergangenen Spätsommer auf Einladung des SPD-Ortsvereins abgegeben und in seinem Vortrag ein Plädoyer für die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes gehalten. In Lotte (und anderen Orten) hat sein Büro bereits in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein sogenanntes Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) erarbeitet. „Ein Ortsentwicklungskonzept ist ähnlich“, sagt Große-Heitmeyer.

Was passiert jetzt konkret: Nach einem Vorgespräch mit Planinvent und Terminabsprachen soll es laut Biehl eine Ortsbegehung geben und ganz sicher eine öffentliche Auftaktveranstaltung. Das bürgerschaftliche Engagement sei der entscheidende Faktor für das Gelingen eines Ortsentwicklungskonzeptes, hatte Bröckling bei der SPD betont. Wunder kann er nicht bewirken. Wie stellte er doch seinerzeit fest: „Ich bin kein Handaufleger, der einmal durchs Dorf geht und sagt, wie man es machen muss.“

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