Bürgerdialog Stromnetz vor Ort
Gemeinde Westerkappeln hat den Netzausbau schon lange hinter sich

Westerkappeln -

Im Grunde sind Gesa Ahrend und Sven Blanke viel zu spät in Westerkappeln. Denn der Netzausbau für die Energiewende fand hier schon vor zehn Jahren statt. Weil das Projekt aber ganz Deutschland betrifft und alle Bürger angeht, sind die beiden Mitarbeiter der Initiative Bürgerdialog Stromnetz mit einem mobilen Büro auf Informationstour.

Donnerstag, 07.03.2019, 15:28 Uhr
„Wir verkaufen nix“ steht im Rücken von Gesa Ahrend zu lesen. Stattdessen informieren sie und ihr Kollege Sven Blanke über den Stromnetzausbau in Deutschland. Die beiden Mitarbeiter der Initiative Bürgerdialog Stromnetz machten am Mittwoch mit ihrem mobilen Büro im Westerkappelner Rathaus Station.
„Wir verkaufen nix“ steht im Rücken von Gesa Ahrend zu lesen. Stattdessen informieren sie und ihr Kollege Sven Blanke über den Stromnetzausbau in Deutschland. Die beiden Mitarbeiter der Initiative Bürgerdialog Stromnetz machten am Mittwoch mit ihrem mobilen Büro im Westerkappelner Rathaus Station. Foto: Frank Klausmeyer

Nein, Gesa Ahrend und Sven Blanke die Bude eingerannt haben die Leute am Mittwoch wahrlich nicht. Ein paar Gespräche haben sie bis mittags aber schon geführt. Dabei gehen die Energiewende und der dafür notwendige Ausbau des Stromnetzes jeden Bürger etwas an. Westerkappeln ist vom Leitungsbau allerdings nur peripher betroffen.

Ahrend und Blanke haben den Tag im Auftrag des sogenannten Bürgerdialogs Stromnetz im Westerkappelner Rathaus verbracht. Das ist eine Initiative für den, so heißt es in einem Flyer, offenen und transparenten Austausch zwischen allen Beteiligten rund um den Ausbau des Stromnetzes in Deutschland. Gefördert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

„Vom Ausbau des Stromnetzes sind viele Menschen in Deutschland betroffen. Es gibt kaum Regionen, die davon ausgenommen sind“, erklärt Blanke, Regionalmanager des Bürgerdialogs in Quakenbrück. Zehn solcher Regionalbüros sind quer über die Bundesrepublik verteilt. Und regelmäßig sind Blanke und Kollegen – wie am Mittwoch – mit einem mobilen Büro unterwegs.

Zur Aufgabe haben es sich die Mitarbeiter des Bürgerdialogs auch gemacht, über Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten in den unterschiedlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren zu informieren. „Das ist schon ein sehr komplexes Thema“, räumt Ahrend ein. Gerade in Regionen, wo die Planung des Netzausbaus anstehe, gebe es viele Fragen.

Und dort, wo mit erneuerbaren Energien eine hohe Wertschöpfung erzielt werde, sei die Akzeptanz wohl am größten, meint Sven Blanke und nennt die leistungsfähigen Windkraftanlagen an den Küsten als Beispiel. Von dort muss der erzeugte Strom nach Süden transportiert werden, was vielerorts – so im Landkreis Osnabrück (WN berichteten) – auf Bedenken und Widerstände stößt.

In Westerkappeln kommt der Bürgerdialog Stromnetz – wenn man so will – eigentlich zehn Jahre zu spät. Denn hier ist der Netzausbau lange abgeschlossen. Betroffen war in erster Linie das Industriegebiet Velpe. Gemäß des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) wurde damals durch die RWE-Tochter Amprion als Netzbetreiber die rund 70 Jahre alte Hochspannungsleitung von 220 Kilovolt (kV) auf die wesentlich leistungsfähigere Spannungsebene 380 kV umgestellt.

Ein Kartenausschnitt der Ausbauvorhaben in Deutschland. Die gestrichelten roten und blauen Linien sind Vorhaben im Planungsverfahren. Orange bedeutet vor oder in der Planfeststellung. Die gelben Abschnitte sind genehmigt oder im Bau. Nur die wenigen grünen Linien sind realisierte Vorhaben, dazu gehört auch der kurze Abschnitt Lüstringen-Westerkappeln, hier durch einen schwarzen Pfeil markiert.

Ein Kartenausschnitt der Ausbauvorhaben in Deutschland. Die gestrichelten roten und blauen Linien sind Vorhaben im Planungsverfahren. Orange bedeutet vor oder in der Planfeststellung. Die gelben Abschnitte sind genehmigt oder im Bau. Nur die wenigen grünen Linien sind realisierte Vorhaben, dazu gehört auch der kurze Abschnitt Lüstringen-Westerkappeln, hier durch einen schwarzen Pfeil markiert.

Einige Meter neben der damals existierenden Leitung wurde in der bestehenden Trasse (EnLAG 18: Lüstringen-Westerkappeln) die neue 380 kV-Leitung errichtet. Sie hat eine Länge von 3,2 Kilometer und besteht aus zehn Masten.

Mit den Grundstückseigentümern wurden entsprechende Vereinbarungen geschlossen. Die Gemeinde unterstützte den Ausbau. Weil die neuen Masten höher sind, hätten sich damals auch die Ausnutzungsmöglichkeiten für die Unternehmen darunter verbessert, hieß es damals. Der Bürgerdialog Stromnetz – hätte es die Initiative 2009 schon gegeben – musste keine Überzeugungsarbeit leisten.

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