Herrenabend: Glänzend aufgelegte Redner und ein grantiger Abgang
Wersen wird das Zentrum von allem !

Lotte-Wersen -

„Wersen wird das Zentrum von allem!“ Das ist Teil des Fünf-Punkte-Plans, den der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann zu Beginn seiner Regierungszeit als Krautkönig des Bürgervereins Wersen verkündete. Der 44. Traditionelle Herrenabend hat wieder gehalten, was sich die gut 330 Männer im Saal der „Ratsstuben“ von ihm versprochen hatten. Eine Veranstaltung mit grandiosen Reden, aber einem grantigen Abgang.

Sonntag, 10.03.2019, 15:04 Uhr aktualisiert: 10.03.2019, 18:00 Uhr
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann steht für ein Jahr im Zentrum der Macht beim Bürgervereoin Wersen – hier umrahmt von seinen Vorgängern und Gastgebern (von links): Friedhelm Ost, Olaf Wienhaus, Rainer Lammers, Wolfgang Griesert, Karl-Josef Laumann, Markus Pieper, Ernst Schwanhold, Thomas Kubendorff, Horst Wermeyer, Hans-Jürgen Fip und Manfred Hugo.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann steht für ein Jahr im Zentrum der Macht beim Bürgerverein Wersen – hier umrahmt von seinen Vorgängern und Gastgebern (von links): Friedhelm Ost, Olaf Wienhaus, Rainer Lammers, Wolfgang Griesert, Karl-Josef Laumann, Markus Pieper, Ernst Schwanhold, Thomas Kubendorff, Horst Wermeyer, Hans-Jürgen Fip und Manfred Hugo. Foto: Heinrich Weßling

Selten so viel gelacht. Der 44. Traditionelle Herrenabend des Bürgervereins Wersen hat gehalten, was sich die gut 330 Männer im Saal der „Ratsstuben“ von ihm versprochen hatten. Glänzend aufgelegte Redner, die sich die Bälle nur so zuspielten, ein hervorragender Amtsantritt des neuen Krautkönigs Bernd Althusmann und ein famoser Show-Act. Nur Ernst Schwanhold , Krautkönig 2001, stieg nach seinem Schlusswort missgelaunt von der Bühne. „Es wird keine letzte Rede mehr von mir mehr geben. Das kann man nämlich keinem zumuten“, grantelte der NRW-Landeswirtschaftsminister im Ruhestand. Doch seine Worte gingen im Stimmengewirr der sich auflösenden Tischordnungen ziemlich unter.

Und so wurde anschließend an den Theken zunächst mehr über das ein wenig unharmonische Ende als über den – im Ganzen betrachtet – sehr gelungenen Abend diskutiert. Schwanhold war in seiner Rolle, die er vom unvergessenen und 2017 verstorbenen Baron Heereman übernommen hatte, schon ein wenig zu bedauern. Wie soll man das Publikum noch aus der Reserve locken, wenn es kurz zuvor dem Vorredner – in diesem Fall Kabarettist Kai Magnus Sting – mit Tränen in den Augen stehende Ovationen spendet ?

Viel zu lachen gab es den ganzen, langen Abend. Olaf Wienhaus, Vorsitzender der Bürgervereins Wersen, erklärte das Männerfest zu „unserem Beitrag zum Weltfrauentag. Wir haben unseren Frauen heute frei gegeben.“ Witze auf Kosten der Damenwelt hielten sich in Grenzen, der Lotter Bürgermeister Rainer Lammers und Schwanhold hätten sich deshalb vielleicht auch Seitenhiebe auf ihrer Meinung nach – an dieser Stelle so umschrieben – weniger attraktive grüne Politikerinnen schenken können. Das waren grobe Fouls.

Viel besser und erfrischender Weise nicht immer politisch korrekt waren Breitseiten gegen Vertreter anderer Couleur, vornehmlich die aus der SPD. Denn bis auf Lammers bei der Eröffnung und Schwanhold am Schluss hatten nur Christdemokraten das Sagen. Mit Blick auf die Ahnengalerie der Krautkönige schlug Althusmann deshalb vor, nach 2007 mal wieder einen Liberalen zum Regenten zu wählen; vorzugsweise den Bundesvorsitzenden Christian Lindner. „Dann darf, nein er muss regieren und kann sich nicht wieder in die Büsche schlagen.“

Wolfgang Griesert, „der Stadtteilbürgermeister von Wersen“ (Dr. Markus Pieper), scheint gut regiert zu haben, wie der lang anhaltende Beifall nach seiner Abschiedsrede zeigte. „Eine moderne Ode an Wersen, nicht göttlich, aber in Versen“, formulierte Griesert seinen Abgang und beschwor in seiner Hymne refrainartig die Verbindung Osnabrück-Wersen als „die Achse des Guten“. Kleine Kostprobe aus insgesamt 24 Vierzeilern: „ Am Westfalentag ins Weltstädchen rein, Schlangen vorm Parkhaus, dass müsste nicht sein: Die Nordbahn spart Stress und Minuten. Osnabrück-Wersen, das ist die Achse des Guten ! “

Prosaischer hatte zuvor auch Lammers das Thema Nordbahn aufgegriffen und seine Lösung für den Widerstand in Büren vorgestellt: „Wir bauen eine U-Bahn.“ Und Friedhelm Pösse (FDP), der schärfste Gegner des Zuges im Lotter Gemeinderat, werde Oberbauleiter.

Ob Lammers dann noch im Rathaus etwas zu Sagen hat ? Europaabgeordneter Markus Pieper, der sein Grußwort offenbar in listiger Vorahnung kurzfristig vor den Show-Teil gelegt hatte, will jedenfalls davon gehört haben, dass in Lotte an Lammers Exit, also dem „Laxit“, gearbeitet wird.

44. Traditioneller Herrenabend des Bürgervereins Wersen

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  • Impressionen vom 44. Traditionellen Herrenabend des Bürgervereins Wersen Foto: Heinrich Weßling
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Als „Mensch gewordenes Niedersachsenlied“ stellte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (Krautkönig 2010) in seiner Laudatio Bernd Althusmann als neuen Regenten vor. „Sturmfest und erdverwachsen – das halte ich für ein großes Lob.“

Dass Althusmann ein paar Mal in die Falle tappte und beim Herrenabend auch die Damen ansprach, wurde dem stellvertretenden niedersächsischen Ministerpräsidenten verziehen. „Da ist man viel unterwegs und ab und an sind auch Frauen dabei.“

Die von seinem direkten Vorgänger beschworene „Achse des Guten“ wolle er achten, versicherte der neue Krautkönig, der mit einem Fünf-Punkte-Plan aber eigene Akzente setzt: Althusmann will eine Obergrenze gegen Angstmacherei. Ab sofort werde alles in Form von Nullen und Einsern digitalisiert. „Wersen wird Zentrum von Allem.“ Aus dem FMO will Althusmann deshalb den WIC („Wersen International Central“) machen. Weil selbst die Justiz, wie er gelesen habe, „am Anschlag“ arbeite, dürfen alle Anschläge künftig nur mit Konfetti verübt werden. Und fünftens forderte Althusmann „Freibier für alle“, wenn auch nur in Wersen und nur für einen Abend. Die einzige Runde spendierte allerdings traditionell „Ratsstuben“-Wirt Thomas Engel.

Bierchen wurden bei und nach Haxe, Kraut und Püree trotzdem reichlich ausgeschenkt. Ernst Schwanhold war dieses Mal allerdings nach dem offiziellen Teil schnell bedient. Da scheint es noch Redebedarf bei der Nachbesprechung zu geben...

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