Haus der Diakonie in Westerkappeln
Die ganze Wahrheit

Westerkappeln -

Jörg Niemöller hat zum 1. März die Leitung des Matthias-Claudius-Hauses in Tecklenburg übernommen. Wer sich bei dieser Nachricht in unserer Montagsausgabe etwas verwundert die Augen gerieben hat, kennt nur die halbe Wahrheit. Denn Niemöller hat das Haus der Diakonie in Westerkappeln keineswegs verlassen. Der 54-Jährige ist jetzt Chef in beiden Pflegeheimen.

Freitag, 22.03.2019, 15:44 Uhr
Jörg Niemöller leitet jetzt das Haus der Diakonie in Westerkappeln und gleichzeitig das Matthias-Claudius-Heim in Tecklenburg. Maria Niehüser (rechts) hat die Pflegedienstleitung in Westerkappeln übernommen, Julia Wirich ist neue stellvertretende Pflegedienstleisterin.
Jörg Niemöller leitet jetzt das Haus der Diakonie in Westerkappeln und gleichzeitig das Matthias-Claudius-Heim in Tecklenburg. Maria Niehüser (rechts) hat die Pflegedienstleitung in Westerkappeln übernommen, Julia Wirich ist neue stellvertretende Pflegedienstleisterin. Foto: Frank Klausmeyer

Wie das aufgeht, erläutert der Familienvater aus Recke im Pressegespräch. Mit dabei seine Kolleginnen Maria Niehüser und Julia Wirich, die fortan mehr Verantwortung im Haus der Diakonie tragen.

„Man hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, auch die Leitung des Matthias-Claudius-Hauses zu übernehmen“, erzählt Niemöller. „Man“ ist die Evangelische Perthes-Stiftung, Trägerin beider Pflegeeinrichtungen. Hüben wie drüben hat Niemöller die Fäden nun mit jeweils einer halben Stelle in der Hand.

Damit die Doppelleitung funktioniert, mussten die zwei Heime sich an der Spitze neu organisieren. Als vor eineinhalb Jahren der damalige Einrichtungsleiter Friedrich Schönhoff in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm Pflegedienstleiter Jörg Niemöller dessen Aufgaben in Personalunion. Beide Funktionen standen mit je einer halben Stelle im Plan der Perthes-Stiftung.

„Das war zunächst schon eine große Herausforderung“, räumt Niemöller im Rückblick ein. Maria Niehüser, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, habe ihn sehr entlastet. „In der Summe hat das gut funktioniert“, betont der Heimleiter.

Damit dies auch weiter so bleibt, ist Niehüser zur Pflegedienstleiterin aufgerückt und für diese Aufgabe freigestellt worden. Ihren Wohnbereich (grün) hat Julia Wirich übernommen. Gleichzeitig ist die 42-jährige nun die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Analog dazu wurde übrigens auch die Führung im Matthias-Claudius-Heim so organisiert. „Natürlich muss sich alles noch einspielen“, sagt Maria Niehüser.

„Wir haben ein gutes Team“, betont die 61-jährige Mettingerin und meint damit alle Beschäftigten im Haus. Rund 70 Pflegekräfte – die Frauenquote liegt bei über 90 Prozent – kümmern sich um die Bewohner. Die Küche, das Reinigungspersonal und die Haustechnik mit zusammen rund 30 Mitarbeitern sind schon vor Jahren an einen Servicebetrieb outgesourct worden.

Mit der Neuorganisation an der Spitze soll sich für die Bewohner nichts ändern. Niemöller muss jetzt pendeln, mal stunden- und mal tageweise. Sonst bleibt alles beim alten.

„Ich denke, unser Haus steht gut da“, erklärt Niemöller. „Die Auslastung gibt es uns recht.“ Alle 75 Pflegebetten sind vergeben. Mit einer durchschnittlichen Belegungsquote von 77 Prozent verzeichneten auch die zwölf Kurzzeitpflegeplätze gute Werte.

Kurzzeitpflege

Immer mal wieder sei in der Vergangenheit darüber nachgedacht worden, die zwölf Kurzzeitpflegeplätze m Haus der Diakonie in vollstationäre Plätze umzuwandeln, erläutert Einrichtungsleiter Jörg Niemöller. Am Ende habe sich der Träger aber dagegen entschieden. Erstens, weil es Bedarf gibt. Und zweitens, „weil wir dadurch einen wesentlich weiteren Einzugsbereich haben“, betont der Einrichtungsleiter. Denn immer wieder wechselten Kurzzeitgäste – auch von außerhalb – in die Dauerpflege, weil sie das Haus kennen.

...

Dass an der Erich-Schröer-Straße ein zweites Altenpflegeheim in Westerkappeln gebaut wird, beschert den Verantwortlichen keine unruhigen Nächte. „Die Versorgungssituation wird dadurch sicher verbessert und die Wartelisten kürzer“, meint Niemöller.

Mit Dauer- und Kurzzeitpflege, dem benachbarten Betreuten Wohnen und demnächst einer Tagespflege sieht der 54-Jährige überdies gute Argumente für eine auch künftig gute Auslastung des Hauses der Diakonie in seinen Händen.

Sicher, der Markt werde bei der Suche nach Personal noch enger. „Wir haben aber einen guten Tarif“, verweist Maria Niehüser auf die Bezahlung. Aufgrund des hier höheren Lohnniveaus sei die Arbeit in Westfalen überdies für Pflegekräfte aus Niedersachsen attraktiv.

„Natürlich müssen wir versuchen, die eigenen Leute zu halten und neue zu gewinnen“, betont Niemöller. So werde nicht nur die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht, „unser Vorteil ist auch, dass wir alle Auszubildenden als Pflegefachkräfte übernehmen können“, ergänzt Maria Niehüser.

Dieses Jahr stünden dem Altenheim noch einige Herausforderungen ins Haus, erläutert Niemöller und verweist auf Neuregelungen beim sogenannten „Pflege-TÜV“ oder die im nächsten Jahr beginnende generalistische Pflegeausbildung. „Darauf müssen wir uns vorbereiten. Im Augenblick gibt es deshalb eine leichte Prioritätenverschiebung zum Fachlichen.“

Trotz dieser Belastungen werde aber weiter an liebgewonnenen Angeboten zum Wohl der Bewohner wie Ausflügen, dem Restaurant-Abend oder dem Frühlingsfest in der kommenden Woche festgehalten. „Aber Extras wie Schwimmen gehen oder Bewohnerurlaube finden dann eher erst im nächsten Jahr wieder statt“, bittet Niehüser um Verständnis.

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