Berufungsverhandlung am Landgericht Münster
Drogendealer kommt mit milderer Strafe davon

Westerkappeln/Münster -

Vor dem Landgericht in Münster wurde am Dienstag ein Fall wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz neu aufgerollt. Angeklagt war ein 25 Jahre alter Mann aus Westerkappeln. Er ist am Ende mit einer milderen Strafe davon gekommen.

Mittwoch, 03.04.2019, 15:30 Uhr
Vor dem Landgericht Münster wurde jetzt ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz neu aufgerollt. Angeklagt war ein 25 Jahre alter Mann aus Westerkappeln.
Vor dem Landgericht Münster wurde jetzt ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz neu aufgerollt. Angeklagt war ein 25 Jahre alter Mann aus Westerkappeln. Foto: Klaus Möller

Vor dem Landgericht in Münster wurde am Dienstag ein Fall wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz neu aufgerollt. Angeklagt war ein 25 Jahre alter Mann aus Westerkappeln.

Dieser war in erster Instanz vom Schöffengericht in Ibbenbüren wegen des unerlaubten Handeltreibens mit Kokain in fünf Fällen – davon viermal besonders schwere – sowie in einem Fall wegen Marihuanabesitzes verurteilt worden. Das Gericht hatte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten verhängt. Außerdem wurde dem Westerkappelner ein Wertersatz auferlegt. Das bedeutet, dass er den Gewinn aus dem Drogenhandel an die Staatskasse zahlen muss. Konkret ging es um 410 Euro.

Der Angeklagte hatte gegen das Urteil aus 2018 vollumfänglich Berufung eingelegt, weil er die Vorwürfe bestritt. Es hätte auch ein härterer Schuldspruch herauskommen können. Denn die Staatsanwaltschaft war bezüglich des Strafmaßes ebenfalls in Berufung gegangen war.

Doch am Ende kam der Drogendealer mit einem milderen Urteil davon. Als die Staatsanwaltschaft zu Beginn des Prozesses ihre Berufung auf den Straffolgenausspruch beschränkte und der Richter signalisierte, ein Geständnis des Angeklagten strafmildernd bewerten zu wollen, zog der 25-Jährige nach Beratung mit seinem Verteidiger eine Berufungsbeschränkung auf das Strafmaß vor. Das kam einem Geständnis gleich. Zeugen brauchten nicht mehr vernommen werden.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung hob die Strafkammer das Urteil der Vorinstanz dahingehend auf und verurteilte den Angeklagten jetzt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem noch Jahr und zwei Monaten – plus einer Geldzahlung von 400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe ist für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden.

Im Kern ging es in dem Verfahren um gewerbsmäßigen unerlaubten Handel mit Kleinstmengen Kokain und um den unerlaubten Besitz von ein bisschen Marihuana. Letztgenanntes wurde mit Dealerutensilien bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt.

Das Kokain hatte der Westerkappelner einem Bekannten verkauft. Der Zeuge hatte gewusst, dass man bei dem Westerkappelner die sogenannte „harte“ Droge erwerben konnte. Dieser Zeuge war es auch, der 2016 bei einem Scheinkauf vom Angeklagten 0,4 Gramm Kokain für 40 Euro erworben hatte. Das Geld in der vorgegebenen Stückelung wurde anschließend von den Beamten beim Angeklagten sichergestellt.

Dem verheirateten Westerkappelner wurde beim Urteil zugute gehalten, dass er über soziale und berufliche Verbindungen verfügt, die Tat drei Jahre zurückliegt und kein weiteres Verfahren anhängig ist. Ein besonders schwerer Fall des Handeltreibens konnte zudem nicht begründet werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6516352?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Nachrichten-Ticker