Jahreskonzert des MGV Seeste
Große Samstagabendunterhaltung

Westerkappeln/Hasbergen -

Große Samstagabendunterhaltung im Gasthaus Thies mit rund 200 Gästen. 80 Sänger und Musiker begeisterten das Publikum beim Jahreskonzert des gastgebenden MGV Seeste.

Montag, 08.04.2019, 16:28 Uhr
Dieter Hoge hat seine Chöre im Griff. „Musik ist Trumpf“ war das Motto der beteiligten Chöre.
Dieter Hoge hat seine Chöre im Griff. „Musik ist Trumpf“ war das Motto der beteiligten Chöre. Foto: Andreas Wenk

Mit dabei: Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihr Lotter Kollege Rainer Lammers . Für beide offenbar mehr als ein Pflichttermin, denn ab dem ersten Ton zu „Hello Dolly“ kamen auch sie in Stimmung und klatschten mit.

Das sollte sich im Verlauf des Abends kaum ändern, und Lammers forderte schließlich lautstark „Zugabe“ und „einer geht noch“, bis die Sänger und Blaskapelle Neuenkirchen im Hülsen schließlich nach „Goodbye my Love“ die Bühne verließen.

Bis dahin präsentierten die Männergesangvereine Seeste und Recke, der Frauenchor Seeste und die Blaskapelle ein buntes Programm unter dem Motto „Musik ist Trumpf“. Und weil zu der legendären TV-Sendung mit Peter Frankenfeld auch Sketche gehörten, unterhielten Adelheid und Friedhelm Witte das Publikum vor der Pause mit plattdeutschen Dönekes vom Leben auf dem Bauernhof. Ganz im Stil des Vorbildes Frankenfeld führte Eberhard Tusche durch den Abend, verschmitzt, dezent zurückhaltend und mit Humor.

In seinem Grußwort sprach Friedel Snethkamp, den Ralf Hilsmann vom MGV Seeste als väterlichen Freund vorgestellt hatte, ein Problem der Chöre an. Es mangelt an Nachwuchs. Auf der Bühne ebenso wie beim Publikum.

Das zeigte sich auch bei Thies in Gaste. Während der Frauenchor Seeste im Durchschnitt deutlich jünger wirkte als die Männergesangvereine, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zeigten sich wirklich junge Gesichter vornehmlich hinter Notenständern versteckt in der Blaskapelle unter der Leitung von Peter Stückemann.

Diese moderierte frech mit jugendlichem Elan. Gershwins Porgy Philosophie „alles oder nichts“ entsprechend, fragte er, tut es nicht auch mal ein kleineres Auto?, und forderte das Publikum auf, Bäume zu pflanzen. Ob in Anlehnung an Greta Thunbergs „Fridays for future“ oder Hoimer von Ditfurths „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“ blieb offen.

Doch platzierte er charmant ein Thema für Jung und Alt als Beiwerk zu Musikklassikern zwischen Gershwin und dem archetypischen Tango „La Cumparsita“. Musikalisch nahm sich Stückemann am E-Piano eher zurück, spielte mal mit einer Hand, dirigierte mit der anderen und ließ den Bläsern den Vortritt.

Diese vornehme Bescheidenheit zeichnete auch die Chöre aus. In großer Solidarität präsentierten sie sich dem Publikum und verzichteten darauf, sich individuell in Szene zu setzen oder Gehör zu verschaffen. Anders ausgedrückt: Gesamtleiter Dieter Hoge hatte seine Chöre im Griff und auch Bernhard Hammer am Klavier überließ ihnen den Vortritt, ohne der Versuchung zu unterliegen, sich in den Vordergrund zu spielen.

„New York, New York“ und „Top of the World“ bei den Chören und „A Hard Days Night“ bei den Bläsern hätte man sich durchaus akzentuierter vorstellen können, andererseits überraschten Sängerinnen und Sänger oder die Kapelle ihr Publikum immer wieder positiv.

Es dankte nicht nur mit artigem Applaus, sondern ließ sich bezaubern und – bei den „Melodien der Herzen“ – sogar zum Schunkeln animieren. Fazit: drei Stunden unterhaltsames Programm. Für Chormusik-Liebhaber ein echtes Highlight, das Anhängern anderer Musikrichtungen zumindest Respekt abverlangt.

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