„Provinzhelden“ gesucht
Mitreden, mitentscheiden, mitgestalten

Westerkappeln -

Mehr Demokratie wagen und sich für die Anliegen junger Menschen öffnen. Das steckt hinter dem Projekt „Provinzhelden“. In Westerkappeln werden noch Talente im Alter zwischen 16 und 22 Jahren gesucht.

Mittwoch, 17.04.2019, 19:41 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 19:50 Uhr
Freiwillige vor! In Westerkappeln sucht das Kreisjugendamt junge Leute, die „Provinzheld“ oder „Provinzheldin“ werden wollen.
Freiwillige vor! In Westerkappeln sucht das Kreisjugendamt junge Leute, die „Provinzheld“ oder „Provinzheldin“ werden wollen. Foto: Colourbox

Wer möchte nicht mal ein Held sein? Andere Menschen mit seinen Fähigkeiten und Superkräften beeindrucken? Die Welt retten? In Westerkappeln können junge Leute jetzt „Provinzheld“ werden. Dafür sind aber eher Überzeugungskraft, Ideenreichtum und ein bisschen politisches Interesse als Talente gefragt.

Mehr Demokratie wagen – darum geht es. Die Städte und Gemeinden im Kreis Steinfurt, auch Westerkappeln, möchten sich für die Anliegen junger Menschen öffnen. Dafür werden Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 16 bis 22 Jahren gesucht, die in ihrem Wohnort mitreden, mitentscheiden und mitgestalten wollen. Gemeinsam mit anderen „Provinzhelden“ sollen sie ihre Gemeinde nach ihren Vorstellungen verändern und bereichern.

Mit Lena Stotz hat das Kreisjugendamt, das das Projekt im vergangenen Jahr startete, eine Heldin für Westerkappeln gefunden. Eine zweite junge Frau wolle sich wahrscheinlich ebenfalls engagieren, sagt Kreisjugendpfleger Ludger Vorndieck auf Nachfrage. Weitere Interessierte sind willkommen. „In Westerkappeln muss das noch wachsen“, meint Vorndieck. Ein paar andere Orte seien schon auf „einem anderen Level“.

Vor einigen Tagen gab es auf dem Hof Schlamann in Lengerich einen Workshop, zu dem die Bürgermeister sowie die Ansprechpartner der Jugendlichen aus den kreisangehörigen Kommunen eingeladen waren. Im Westerkappelner Rathaus ist Sozialamtsleiter Günter Rahmeier der Ansprechpartner. In einer Mischung aus Vortrag und Diskussionsrunde unter dem Motto „Mehr Demokratie wagen!“ sprachen die Teilnehmer darüber, wie es gelingen kann, Jugendliche aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen.

Kontakt

Wer Interesse hat, als Provinzheld oder Provinzheldin aktiv zu werden, kann sich an Projektkoordinatorin Vanessa Magel ( 01 78/66 19 443, E-Mail Weitere Informationen gibt es im Internet unter

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„Pro Kommune haben wir bewusst jeweils einen Ansprechpartner aus der Verwaltung und einen aus einem Jugendzentrum eingeladen, um auch hier die Zusammenarbeit zu stärken. Dieses Tandem soll dann später fester Ansprechpartner für die Jugendlichen in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde sein“, erläutert Ludger Vorndieck. In Westerkappeln bilden Sozialamtsleiter Günter Rahmeier und das Jugendzentrum „JoyZ“ dieses Tandem.

Die Veranstaltung war nach Angaben des Kreises der erste von insgesamt drei Qualifizierungsworkshops für die sogenannten „Multiplikatoren“, in denen sie auf die Aufgabe vorbereitet werden, die Jugendlichen in politische Entscheidungen einzubeziehen.

Neben den Veranstaltungen für die Multiplikatoren besteht das aus Leader- und Kreismitteln geförderte Projekt aus einem zweiten Strang – den Workshops für die Provinzheldinnen und -helden. „In insgesamt vier Modulen machen wir die interessierten Jugendlichen fit, um sich in der Kommunalpolitik zu engagieren“, berichtet Vanessa Magel, die das Projekt „Provinzhelden“ beim Kreisjugendamt koordiniert.

Zwei der Module fanden bereits statt, zwei weitere folgen in diesem Jahr. „Wir suchen aber weiterhin Jugendliche, die noch einsteigen wollen! Das ist auch zu diesem Zeitpunkt kein Problem“, erklärt die Projekt-Koordinatorin.

Dazu kommen Regionaltreffen, bei denen sich die Provinzheldinnen und -helden aus den direkten Nachbarorten treffen. Lena Stotz gehört zur Regionalgruppe Westerkappeln/Lotte/Tecklenburg. Insgesamt soll es bis ins Jahr 2020 hinein über 40 Veranstaltungen geben.

Am Ende sollen dann konkrete Projekte stehen, die die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Ansprechpartnern in den Kommunen erarbeitet haben. „Dann gibt es auch Geld, um Ideen umzusetzen“, betont Ludger Vorndieck. Der Kreisjugendpfleger ist zuversichtlich, dass das Projekt am Ende von Erfolg gekrönt wird. Nach außen sind die „Provinzhelden“ bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Erst mal gehe es darum, Leute zu gewinnen und für die Aufgabe zu schulen, gibt Ludger Vorndieck zu bedenken. Und keine Bange: Die Welt retten müssen die „Provinzhelden“ nicht.

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