Volkshochschule lädt zu Exkursionen
Schlösser, Kunst und Kühe

Westerkappeln -

Das Angebot von Exkursionen wird für die Volkshochschule zur Erfolgsgeschichte. Die Teilnehmerzahlen steigen und mit dem Ansatz Kunst und Kultur in der Region hat die Weiterbildungseinrichtung ihr Touren-Repertoire erweitert.

Freitag, 19.04.2019, 13:55 Uhr aktualisiert: 19.04.2019, 14:00 Uhr
Im Schloss Senden laufen seit geraumer Zeit die Renovierungsarbeiten. Im Anschluss an eine Führung durch die Anlage ist das „Westfälische Versailles“, Schloss Nordkirchen, zweite Station einer VHS-Tour.
Im Schloss Senden laufen seit geraumer Zeit die Renovierungsarbeiten. Im Anschluss an eine Führung durch die Anlage ist das „Westfälische Versailles“, Schloss Nordkirchen, zweite Station einer VHS-Tour. Foto: sff

Das erste Quartal der Volkshochschule ist beendet, die Resonanz enorm, und mit dieser guten Rückmeldung soll in Zeiten der langen Tage jeder Kunst- und Kulturinteressierte eine Extraportion Programm geboten bekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ausflugsziele mit kulturellem Anspruch gebe es erstaunlich viele in der Region Münsterland. Diese sukzessive zu erschließen sei Ziel der Volkshochschule, erläuterte Direktorin Angelika Weide .

Inzwischen arbeite man in fünf Rubriken, die die Themen, Wirtschaft, Kultur, Natur und Historie und Unterhaltung berücksichtigen, so die Pädagogin. Die VHS steuert pro Veranstaltungsjahr in den Rubriken, „Schlösser und Burgen“, „Hinter Werktor und Kulisse“, „Kunst in der Region“, „Kids mit Weitblick“ und „Stadien in NRW“ jeweils ein Ziel an. Mit Erfolg, die Zahl der Teilnehmer steigt. Der Mai bietet drei Highlights: Im Jubiläumsjahr „ Bauhaus “ geht es am 4. Mai per Bus nach Borghorst zur Sonderausstellung „De Stijl in den Niederlanden“. „De Stijl“ war eine Gruppe von Architekten, Designern und Malern die sich 1917 im niederländischen Leiden als Künstlervereinigung niederließ. Die geometrisch-abstrakte, „asketische“ Darstellungsform in Kunst und Architektur und ein auf Funktionalität beschränkter Purismus waren Leitlinien der Gruppe.

Dies ähnelt dem deutschen Bauhaus, zu dem ideen- und kunstgeschichtlich eine enge Beziehung besteht. Die Konzepte „De Stijls“ wirkten nicht nur in bildender Kunst und Architektur, sondern auch im Design von Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen. Das Heinrich Neuy Museum hat diverse Exponate beschafft.

Am 11. Mai folgt eine Besichtigung eines modernen Milchviehbetriebes. Ziel der Exkursion ist der hochmoderne und technisch ausgefeilte Kuhstall der Familie Plogmann-Große Börding. Was verbirgt sich hinter den Begriffen AMS-Konzept mit Spaltenbodenkonzept? Es ist nur eine von vielen Fragen, auf die es Antworten geben soll. Das Konzept integriert zwei Merlin-Roboter, die 120 Kühe melken. Das Stallkonzept ist tierfreundliche, bietet Sicherheit und Komfort für das Milchvieh. Dass für rangniedrigere Tiere eine sogenannte Mobbing-Zone nicht fehlen darf, wird beim Rundgang ausführlich erklärt.

Ein absolutes Highlight könnte die Doppelexkursion am 25. Mai sein, dann geht es zu zwei Schlössern. „Hiermit wird augenscheinlich und ganz bewusst polarisiert“, erklärt Weide mit einem Augenzwinkern. Auf der einen Seite steht das Schloss Senden mit seiner Geschichte, die man auch mit „die Rettung vor dem Verfall“ betiteln kann. Auf der andern Seite das „Westfälischen Versailles-Schloss Nordkirchen“. Am Vormittag konzentriert sich eine Führung durch das sich in Restaurierung befindliche Schloss Senden auf die Arbeiten von Denkmalschützern, Restauratoren und Archäologen. Das Schloss wurde im Juli 2018 von der LWL Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen als Denkmal des Monats in Westfalen- Lippe ausgezeichnet und bietet sehr anschaulich die langsamen Prozesse des Verfalls versus die vielseitige Herausforderung der Instandsetzung.

Am Nachmittag geht es zum Gegenstück in Nordkirchen. Dort vermittelt das Schloss einen Eindruck, wie sich so ein historisches Gemäuer nach der Restaurierung präsentieren kann. WEgen seiner Pracht und Größe sowie der Aufteilung der Gebäude und ihrer Zuordnung führt Schloss Nordkirchen den Beinamen „Westfälisches Versailles“. Die Architektur orientiert sich nicht ausschließlich an französischen Vorbildern, es finden sich auch Anklänge an den Klassizismus niederländischer Wasserschlösser. Diese beiden Traditionen wurden in Nordkirchen mit typisch westfälischen Merkmalen kombiniert. So wurden bei den Gebäuden roter Backstein, heller Sandstein aus den Baumbergen und aus Ibbenbüren sowie sauerländischer Schiefer eingesetzt.

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