Drogenhändler aus Westerkappeln vor Gericht
Knapp halbes Kilo Marihuana „im Verkauf“

Westerkappeln/Ibbenbüren -

Zu Bewährungsstrafen von 12 und 15 Monaten hat das Schöffengericht Ibbenbüren eine 32-jährige Frau und einen 31-jährigen Mann verurteilt. Die beiden Westerkappelner hatten eingeräumt, vom Sommer 2017 bis zum März 2018 in der Wohnung der Frau mit Marihuana gehandelt zu haben. Die Polizei stellte fast ein halbes Kilo der Droge sicher.

Freitag, 03.05.2019, 14:41 Uhr
 Fast ein halbes Kilogramm Marihuana wurde bei den Angeklagten aus Westerkappeln sichergestellt.
 Fast ein halbes Kilogramm Marihuana wurde bei den Angeklagten aus Westerkappeln sichergestellt. Foto: Zoll

Die in der Anklageschrift aufgeführten 40 Tatvorwürfe des gemeinschaftlichen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln reduzierten sich am Ende auf zwei Vorwürfe, weil die ersten 39 Verkäufe zwischen dem Sommer 2017 und der Wohnungsdurchsuchung im März des vergangenen Jahres als eine Bewertungseinheit zu verstehen sind.

Es sei davon auszugehen, dass die einzelnen Verkäufe aus einer größeren Menge abgewickelt worden seien, machten Gericht und Staatsanwaltschaft deutlich. Der zweite Vorwurf, in der Anklageschrift als Punkt 40 aufgeführt, bezog sich auf die in der Wohnung gefundenen Drogen.

Der Ex-Freund einer Nichte des gesondert verfolgten mutmaßlichen Käufers der Drogen hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Sein Tipp führte zu einer Durchsuchung der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, bei der im März 2018 474 Gramm Marihuana in zum Verkauf fertig abgepackten Klemmverschlusstütchen sowie als lose Ware, eine Waage und weiteres Zubehör sowie Bargeld gefunden worden waren.

Die Mutter eines Sohnes hatte den Drogenhandel schon während der Durchsuchung vor gut einem Jahr gestanden, bereits begonnen, ihr Leben zu ändern, und war auch während der Hauptverhandlung am Dienstag sofort einverstanden, als der Vorsitzende Richter fragte, ob sie zu einer ambulanten Drogentherapie bereit sei.

Der Vater einer Tochter war sperriger, räumte das Geschehen in der Verhandlung ein, beharrte allerdings mehrfach darauf, seine Sucht ohne Hilfe in den Griff zu bekommen. Erst auf Druck seines Verteidigers stimmte er einer Therapieauflage für den Fall einer Bewährungsstrafe zu.

Begonnen hatten die beiden den unerlaubten Handel mit Marihuana, um ihren eigenen Konsum zu finanzieren. Während die 32-Jährige hauptsächlich aus therapeutischen Gründen kiffte, weil Schmerzmittel nicht mehr halfen, gab der 31-jährige seinen Konsum zur Entspannung zu.

Das Schöffengericht blieb mit der Höhe der Freiheitsstrafen deutlich unter dem Antrag des Staatsanwalts. Dieser hatte sich für zwei Jahre für die Frau sowie ein Jahr und zehn Monate für den Mann ausgesprochen. Die Verteidiger hatten auf jeweils ein Jahr und vier Monate plädiert. Das Gericht hatte trotz der nicht geringen Menge an verkauftem und zum Verkauf bereit liegendem Marihuana einen minder schweren Fall angenommen.

Die Freiheitsstrafen wurden für jeweils drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die 32-Jährige ist wegen Betrugs, aber nicht einschlägig vorbestraft, und hat ebenso wie der 31-Jährige einen Job und ein funktionierendes Familienleben. Beide haben die Weisung erhalten, eine ambulante Drogentherapie zu machen. Außerdem soll der Mann eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro, die Frau von 600 Euro in Raten zahlen.

Zeugen mussten nicht mehr vernommen werden. Die Beamtinnen, die bei der Durchsuchung dabei gewesen waren, wurden abgeladen. Der junge Mann, der die Beamten auf die Spur gebracht hatte, wurde nach Hause geschickt. Den mutmaßlichen Käufer der Drogen erwartet ein Ordnungsgeld von 150 Euro. Er war als Zeuge geladen worden, hatte aber erklärt, er werde nicht kommen.

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