THC Westerkappeln im Behindertensport breit aufgestellt
Humor kommt nicht zu kurz

Westerkappeln -

Die Gründung der Behindertensportabteilung des THC Westerkappeln ist einer Initiative von Karl-Heinz Homburg zu verdanken. Die Integration bewegungs- und verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher in Westerkappeln lagen dem damaligen Motopäden und angehenden Logopäden schon Mitte der 1990er-Jahre am Herzen. Beim THC und seinem Vorsitzenden Werner Schröer lief der spätere Gründer der Praxis Dialog mit seiner Idee offene Türen ein.

Donnerstag, 09.05.2019, 13:18 Uhr
Übungsleiter André Heermann (rechts) trainiert mit Frauen und Männern, die einen Schlaganfall erlitten haben und die Rehasport-Angebote des THC Westerkappeln nutzen. Bei den Bewegungs- und Gedächtnisübungen kommt auch der Spaß nicht zu kurz.Die Behindertensportabteilung des THC wurde Mitte der 1990er-Jahre auf Initiative von Karl-Heinz Homburg gegründet und wird heute von Gudrun Lüpping geleitet.
Übungsleiter André Heermann (rechts) trainiert mit Frauen und Männern, die einen Schlaganfall erlitten haben und die Rehasport-Angebote des THC Westerkappeln nutzen. Bei den Bewegungs- und Gedächtnisübungen kommt auch der Spaß nicht zu kurz.Die Behindertensportabteilung des THC wurde Mitte der 1990er-Jahre auf Initiative von Karl-Heinz Homburg gegründet und wird heute von Gudrun Lüpping geleitet. Foto: Dietlind Ellerich

Auf der Stelle laufen, beide Arme hoch über den Kopf heben, mit den Armen schwingen – für gesunde Menschen ist das in der Regel kein Problem. Eine fiktive Leiter mit den Händen hoch- und bis zum Boden wieder hinunterkrabbeln oder im Sitzen gleichzeitig die Füße und die Schultern kreisen lassen, auch diese Herausforderung meistern die meisten mit ein wenig Training. Für Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, sind solche Übungen von einem Tag auf den anderen Schwerstarbeit. Sie trainieren diese Übungen oft jahrelang, mit mehr oder weniger Erfolg.

„Korrekte Ausführung wäre schön, ist aber zweitrangig“, erklärt André Heermann den Frauen und Männern, denen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schaffen machen. Heermann ist Ergotherapeut und Übungsleiter des Turn- und Handballclubs (THC) Westerkappeln. In den Übungsstunden der Schlaganfallgruppe, die wie die Parkinsongruppe und das Angebot „Sport und Demenz“ zum Rehabilitationsbereich Neurologie der Behindertensportabteilung des Vereins gehört, legt er großen Wert darauf, dass alle nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten mitmachen. 60 Minuten Bewegungs- und Gedächtnisübungen stehen immer montags auf dem Programm.

„Jeder so, wie er mag und kann“, das bedeutet für den einen der Gang mit Unterarmgehstützen, für eine andere, dass sie das Knie nicht so hoch heben kann, wie sie es gerne würde, und für einen Dritten, dass nur ein Arm es nach oben schafft.

Der Rehasport in der Turnhalle des Förderzentrums Dialog macht den Frauen und Männern Spaß. Die THC-Devise „Im Verein ist Sport am Schönsten“ heißt für die 53- bis 86-Jährigen, gemeinsam mit anderen daran zu arbeiten, dass sie beweglich bleiben.

André Heermann beobachtet die Rehasportler genau, weist sie darauf hin, wenn bei dem oder der einen oder anderen der Schlendrian die Oberhand gewinnt. Kreuz und quer durch den Raum gehen, die Arme mitbewegen, zwischendurch die Unterschrift gemäß der Rehasport-Verordnung für die Krankenkasse leisten, beide Arme hoch nehmen und kräftig einatmen, auf die Frage nach dem Datum antworten, Arme herunternehmen und ausatmen, dabei das Weitergehen nicht vergessen. „Ich bin schon bald in Münster“, sagt ein Mann. Ohne Humor geht es nicht im Rehasport.

Die Behindertensportabteilung des THC wurde Mitte der 1990er-Jahre auf Initiative von Karl-Heinz Homburg gegründet und wird heute von Gudrun Lüpping geleitet.

Die Behindertensportabteilung des THC wurde Mitte der 1990er-Jahre auf Initiative von Karl-Heinz Homburg gegründet und wird heute von Gudrun Lüpping geleitet. Foto: Dietlind Ellerich

In der neuen THC-Abteilung etablierte Homburg die psychomotorische Förderung in kleinen Gruppen und setzte schon Mitte der 90er den inklusiven Gedanken um.

Sukzessive wurden die Angebote erweitert. 2007 nahm der THC den Rehabilitationsbereich Neurologie in die Behindertensportabteilung auf. Einer Schlaganfallgruppe folgte die Parkinsongruppe. Seit 2014 gibt es das Angebot „Sport und Demenz“. Den ersten inklusiven Familientag richtete der Verein 2012 aus. Er findet jährlich statt.

Seit 2013 zeichnet das THC-Vorstandsmitglied Gudrun Lüpping für die Geschicke der Behindertensportabteilung verantwortlich.

Eine derart breitgefächerte Sport- und Rehasport-Palette ist nur mit Partnern zu stemmen, ist dem THC-Vorstand bewusst. Die Kooperation mit dem Förderzentrum Dialog besteht seit vielen Jahren. Mit dem Angebot „Sport und Demenz“ kam die Senioreneinrichtung Haus der Diakonie hinzu.

Weitere Kooperationspartner sind die AWO-Kita Am Königsteich und die Westerkappelner Elterninitiative für Spielen und Erleben (Wespe).

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