Jugendwehr Westerkappeln probt regelmäßig den Ernstfall
Mit Feuereifer bei der Sache

Westerkappeln -

Jeder Griff muss sitzen wenn es ernst wird, in Not geratene Menschen zu retten, zu bergen und zu schützen oder Brände zu löschen. Das nötige Basiswissen für angehende Feuerwehrleute vermitteln die Jugendfeuerwehren.

Dienstag, 14.05.2019, 17:02 Uhr
„Hier bin ich genau richtig!“ Lucilla hat Spaß beim Ausrichten des Strahlrohres.
„Hier bin ich genau richtig!“ Lucilla hat Spaß beim Ausrichten des Strahlrohres. Foto: Ulrike Havermeyer

Bei einem Schnuppertraining in Westerkappeln lerne ich außer der Handhabung von Funkgeräten und Verteilern, von B- und C-Schläuchen und dem Bedienen des Strahlrohres auch eine heiter-ambitionierte Truppe kennen, der es sichtlich Spaß macht, ihre Kenntnisse an potenzielle Mitstreiter weiterzugeben.

Bevor es an die Technik geht, erklären Jule (15 Jahre), Anna (14), Finn (14), Gerrit (17) und Simon (14), dass sie als Mitglieder der Jugendfeuerwehr Westerkappeln zwar noch nicht an Einsätzen teilnehmen, dafür aber den Ernstfall in Übungen trainieren.

„Zurzeit besteht unsere Jugendfeuerwehr aus 16 Mitgliedern“, berichtet Markus Schröer , „es wäre aber nicht schlecht, wenn wir uns auf 20 bis 22 Mitglieder verstärken könnten.“ Schröer ist seit sechs Jahren als Gemeindejugendfeuerwehrwart in Westerkappeln tätig und kümmert sich neben seinem Dienst in der aktiven Wehr vor allem darum, Mädchen und Jungen zwischen 11f und 18 Jahren als Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen. In unregelmäßigen Abständen laden er und sein Team alle Interessierten – mit oder ohne deren Eltern – zu einem unverbindlichen Schnupperdienst ein.

Als ich in die begeisterten Gesichter von Lucilla und Zoe, Jörn und Kilian, Zoe-Claire, Lilly Joy und Timon blicke, bin ich geneigt zu vermuten, dass Markus Schröer sein Ziel bereits an diesem Nachmittag erreichen könnte. „Also ich will auf jeden Fall bei der Jugendfeuerwehr mitmachen“, lässt Lucilla keinen Zweifel an ihrem Herzenswunsch.

Was da alles an praktischen und theoretischen Herausforderungen auf sie zukommt, an Regeln, die es zu lernen und zu befolgen gibt, weiß sie längst: „Meine Schwester Celine ist 19 Jahre alt und in der aktiven Wehr dabei“, erzählt Lucilla ziemlich stolz, „vorher, als wir noch in Wersen gewohnt haben, hat sie dort in der Jugendfeuerwehr angefangen.“

Von einer ähnlichen Portion Feuereifer beseelt sind die meisten der jungen Schnuppergäste: Ob es der Opa ist oder der Bruder, die Schwester, der Vater – die Bande zur Freiwilligen Feuerwehr werden anscheinend oftmals über die Familie und die damit verbundenen unmittelbaren Erfahrungen in der eigenen Kindheit geknüpft: Das erste Mal im Feuerwehrfahrzeug mitfahren. Auf den Auslöseschalter für das Martinshorn drücken. Oder bei einer Übung den Schlauch halten dürfen. Das sind offenbar genau die Erlebnisse, die die Weichen in Richtung Ehrenamt stellen.

Ganz anders liegen die Dinge bei Zoe-Claire. Sie ist die erste aus ihrer Familie, die es zur Feuerwehr drängt. „Ich möchte Leben retten“, bringt sie ihre Motivation auf den Punkt.

Welche Voraussetzungen sie und ihre Freundinnen dafür brauchen, zeigen ihnen Markus Schröer und die Jugendbetreuer der aktiven Wehr Sabrina Wagner, Thorben Wehmeier und Fabian Nehring nun in handfesten Szenarien: Wie bedient man ein Funkgerät und was sagt man, wenn man sich im Ernstfall mit der Rettungsleitstelle in Rheine absprechen muss ? Wie rollt man einen Schlauch schnell und sicher aus ? Und wie schließt man ihn am Verteiler an ?

Wer eine Feuerwehrfrau werden will, muss sich natürlich auch mit der Technik auskennen.

Wer eine Feuerwehrfrau werden will, muss sich natürlich auch mit der Technik auskennen. Foto: Ulrike Havermeyer

Auf dem Bullerteich Parkplatz drücken Schröer und seine Leute den Schnupperkindern das Spritzrohr in die Hände - und dann heißt es auch schon: Wasser marsch! „Ganz schön schwer“, stellt Lucilla überrascht fest, als sie den rund 15 Meter langen C-Schlauch in Stellung bringen will. - „Durch den Schlauch werden pro Minute zwischen 60 und 235 Liter Wasser gepumpt“, erklärt Betreuer Thorben Wehmeier, „und ein Liter Wasser wiegt nun mal ein Kilo…“ Klar, dass es in der Gruppe, wenn viele Hände mit anpacken, gleich besser geht. Bei den Diensten an heißen Sommertagen, verrät Wehmeier grinsend, diene das Strahlrohr auch gerne mal als Duschkopf für eine willkommene Erfrischung.

Lucilla und Zoe, Jörn und Kilian, Zoe-Claire, Lilly Joy und Timon blicken einander fröhlich an. Hier sind wir genau richtig, signalisieren ihre Blicke. Dass neben den regelmäßigen Diensten auch Freizeitangebote wie Zeltlager, Tagesfahrten und Sporttraining auf dem Plan der Jugendfeuerwehr stehen, bestärkt sie nur noch in ihrer Entscheidung.

Und während Jugendgruppenleiter Sebastian Hoffstädt bei der Abschlussbesprechung im Gruppenraum die Urkunden und Anstecker für die auf Kreisebene erfolgreich abgenommene „Jugendflamme 2“ an einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr verteilt, schnappt sich jedes der Schnupperkinder schnell ein Anmeldeformular.

Was sagen die Eltern zu den Ambitionen ihres Nachwuchses ? „Ich vertraue der Feuerwehr, dass sie den Kindern alles Wichtige ordentlich beibringt“, sagt Zoe-Claires Mutter. Und Lucillas Mutter ist sich sicher: „Die Kinder sind hier bei der Freiwilligen Feuerwehr Westerkappeln super aufgehoben.“

Zum Thema

Der nächste Dienstabend der Westerkappelner Jugendfeuerwehr findet am Montag, 20. Mai, von 17.15 bis 19 Uhr im Feuerwehrhaus gegenüber dem Freibad Bullerteich statt. Wer mehr wissen möchte, könne gerne einfach mal vorbeischauen, lädt Markus Schröer auch zu einem spontanen Besuch ein, oder sich telefonisch unter ' 05404 729664 an ihn wenden.

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