Gemeindebücherei Westerkappeln verleiht Energiemessgerät
Stromfressern auf der Spur

Westerkappeln -

Wer den Stromfressern im eigenen Haushalt auf die Spur kommen möchte, sollte in die Gemeindebücherei gehen. Nicht unbedingt, weil dort vielleicht ein kluger Ratgeber in den Regalen steht. Seit neuem verleiht die kommunale Bibliothek ein Strommessgerät.

Donnerstag, 16.05.2019, 06:00 Uhr
Die Gemeindebücherei hilft ab sofort beim Energiesparen. Klimaschutzmanagerin Franziska Müller, Büchereileiterin Margaretha Deimann und Bürgermeisterin Annete Große-Heitmeyer (von links) hoffen, dass viele Bürger von der Ausleihmöglichkeit des Strommessgerätes Gebrauch machen.
Die Gemeindebücherei hilft ab sofort beim Energiesparen. Klimaschutzmanagerin Franziska Müller, Büchereileiterin Margaretha Deimann und Bürgermeisterin Annete Große-Heitmeyer (von links) hoffen, dass viele Bürger von der Ausleihmöglichkeit des Strommessgerätes Gebrauch machen. Foto: Frank Klausmeyer

Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke und Gefriertruhen zählen zu den hungrigsten Stromfressen im Haushalt; erst recht, wenn sie schon in die Jahre gekommen sind. Aber auch der Verbrauch anderer Geräte in den eigenen vier Wänden läppert sich.

Das Umweltbundesamt stellt in Zusammenarbeit mit der No-Energy-Stiftung für Klimaschutz und Ressourceneffizienz Bibliotheken in ganz Deutschland mittlerweile mehr als 1200 Energiesparpakete zur Verfügung. Klimaschutzmanagerin Franziska Müller ist es gelungen, ein Gerät für Westerkappeln „abzuzwacken“. Das Ganze ist für die Bücherei kostenlos und gilt auf unbestimmte Zeit.

Die Gemeindebücherei verleiht das Energiesparpaket dann an interessierte Bürger. „Wir nehmen dafür keine Gebühren“, betont Leiterin Margaretha Deimann . Allerdings kassiert sie zehn Euro Pfand, „damit das Gerät auch wieder zurückkommt.“ Voraussetzung für eine Ausleihe ist überdies ein Leseausweis. Rund 600 davon hat Deimann zurzeit ausgegeben. Wer keinen Leseausweis habe, könne diesen unbürokratisch und ebenfalls kostenlos beantragen.

Das Paket enthält neben einem Strommessgerät und einem Verlängerungskabel mit Ein- und Ausschalter eine ausführliche Bedienungsanleitung. Zusätzlich beinhaltet es wichtige Informationen zum Energiesparen. Die Handhabung sei eigentlich selbsterklärend, sagt Franziska Müller.

„Man schließt einfach zu Hause ein Elektrogerät an und kann den Stromverbrauch messen.“ Und nicht nur das: Wer den aktuellen Tarif seinen Versorgers eingebe, könne auch die jährlichen Betriebskosten dafür berechnen und so in Erfahrung bringen, ob sich vielleicht eine Neuanschaffung lohnt.

Das gilt auch für den Stand by-Modus von Computer, DVD-Player oder Fernseher. Denn auch dann wird Strom verbraucht. Diese unnötige Energievergeudung verursacht nach Angaben des Umweltbundesamtes in deutschen Privathaushalten und Büros jährlich Kosten von mindestens fünf bis sechs Milliarden Euro. In vielen Haushalten lasse sich durch einfache Maßnahmen Strom sparen, zum Teil in Höhe eines dreistelligen Euro-Betrags pro Jahr, teilt die Behörde mit.

Als Gegenmaßnahme könne die Unterhaltungselektronik beispielsweise an eine Steckerleiste mit Kippschalter angeschlossen werden, rät die Klimaschutzmanagerin. Aber Obacht: Es gibt solche Steckerleisten, die ausgeschaltet tatsächlich mehr Energie verbrauchen als eingeschaltet. Auch dass lässt sich mit dem Strommessgerät feststellen.

In der Regel verbrauchen neue Geräte weniger Energie als alte. Tendenziell ist der Stromverbrauch in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren trotzdem gestiegen – auch in privaten Haushalten, wie die Daten des Umweltbundesamtes belegen. „Die Geräte werden zwar immer effizienter“, sagt Franziska Müller dazu. „Es kommen aber auch immer mehr Geräte dazu.“ Man denke nur an Computer, den Trend zum Zweit- und Drittfernseher und nicht zuletzt an Handys und Smartphones.

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Die Gemeindebücherei Westerkappeln (Osnabrücker Straße 25) ist immer dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.   | https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/energiesparen-im-haushalt

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