4. Career-Day der Gemeinden Westerkappeln und Lotte
Viel Lob für neuen Veranstaltungsort

Westerkappeln -

Die Gemeinden Westerkappeln und Lotte hatten am Freitag zum 4. Career Day eingeladen. Erstmals fand die Ausbildungsmesse in der Zweifachhalle Westerkappeln statt. Dafür gab es von allen Seiten ein dickes Lob.

Freitag, 17.05.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 14:16 Uhr
Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter.
Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer

Bei der Suche nach einer passenden Lehrstelle können sich junge Leute heute fast den Betrieb aussuchen. Wie bei den Fachkräften gibt es auch für Auszubildende mittlerweile einen Arbeitnehmermarkt. Die Unternehmen müssen schon etwas dafür tun, um geeigneten und genügend Nachwuchs zu finden. Veranstaltungen wie der von den Gemeinden Westerkappeln und Lotte veranstaltete Career-Day kommen da wie gerufen. Die vierte Auflage dieser Ausbildungsmesse fand erstmals in der Westerkappelner Zweifachhalle statt. Dafür gab es von allen Seiten ein dickes Lob.

„Wir sind sehr zufrieden. Von der Atmosphäre her ist das viel schöner als in Lotte“, befand Jutta Echterhoff , Geschäftsführerin des Bauunternehmens Echterhoff in Velpe. „Eine super Veranstaltung, hier kann man sich wohlfühlen“, meinte auch Markus Brößkamp, Geschäftsführer des Velper Holzleimbauers Derix.

Der 4. Career-Day hatte aufgrund des Zuschnitts der Sporthalle wirklich einen richtigen Messecharakter. Wo sich in den vergangenen Jahren die ausstellenden Firmen bei den Sportfreunden Lotte im schlauchartigen Gastronomie- und V.I.P-Bereich, in Zelten und über den Außenbereich verteilten, erwartete die Jugendlichen der weiterführenden Schulen und andere Besucher dieses Mal ein gut sortierter Rundgang durch die Messestände.

40 Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber präsentierten sich und ihre Ausbildungsangebote. Mit den Sportfreunden Lotte und dem Ibbenbürener Finanzamt hätten sich noch zwei Aussteller ganz kurzfristig angemeldet, berichtete Joana Watermeyer, Wirtschaftsförderung der Gemeinde Lotte. „Und es hat sich niemand kurzfristig abgemeldet. Das hatten wir auch schon mal.“

Das die Teilnahme an so einer Ausbildungsmesse für die Unternehmen Sinn macht, konnte Thorsten Kahmann, Vertriebsmitarbeiter der Bohnenkamp AG in Osnabrück-Atter, nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Reifenhandel, nur bestätigen. Nach einem vergangenen Career-Day hätten sich zwei junge Leute, die den Bohnenkamp-Stand besucht haben, für eine Lehrstelle beworben. „Wir haben die dann auch eingestellt.“

4. Career-Day der Gemeinden Westerkappeln und Lotte

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  • Schlange vor dem Eingang

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Die Sportfreunde Lotte hatten sich kurzfristig zur Messe angemeldet.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Auch die Bundeswehr war da.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Auch die Bundeswehr war da.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Am Messestand der Polizei gab es viel Andrang. Personalwerber Andreas Otte (2. von links) hatte mit den drei jungen Kommissaranwärtern Lennart Schindler, Vera Johannemann (rechts) und Friderike Mescher Unterstützung bei der Beratungsarbeit.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Am Messestand der Polizei gab es viel Andrang. Personalwerber Andreas Otte (2. von links) hatte mit den drei jungen Kommissaranwärtern Lennart Schindler, Vera Johannemann (rechts) und Friderike Mescher Unterstützung bei der Beratungsarbeit.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Auch die Bundeswehr sucht Nachwuchs.

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  • Die Stadt Osnabrück gehörte zu den Ausstellern.

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  • Die Sportfreunde Lotte hatten sich kurzfristig zur Messe angemeldet.

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  • Erstmals war die Firma Sanimed aus Ibbenbüren vertreten.

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  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Die Bohnenkamp AG war mit der Teilnahme am Career Day schon sehr erfolgreich.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Anders als im Stadion der Sportfreunde Lotte hatte der Career Day in der Zweifachhalle Westerkappeln einen richtigen Messecharakter. Foto: Frank Klausmeyer
  • Coppenrath & Wiese präsentierte sich auch. Foto: Frank Klausmeyer
  • Coppenrath & Wiese präsentierte sich auch. Foto: Frank Klausmeyer
  • Um Interesse bei potenziellen Bewerber zu wecken, durften die Jugendlichen am Jessnet-Stand unter anderem ein wenig im Innenleben eines Computers „herumschrauben“.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Um Interesse bei potenziellen Bewerber zu wecken, durften die Jugendlichen am Jessnet-Stand unter anderem ein wenig im Innenleben eines Computers „herumschrauben“.

    Foto: Frank Klausmeyer

Dass Ausbildungsverträge an Ort und Stelle unterschrieben werden, erwartet sicher kein Unternehmen. „Man muss sich interessant machen“, betonte Ingo Zühlow, technischer Ausbildungsleiter bei Gerhardi. Der Ibbenbürener Automobilzulieferer (950 Beschäftigte, davon derzeit 31 Auszubildende in zehn Berufen), der erstmals beim Career-Day dabei war, nehme allein dieses Jahr an acht solcher Veranstaltungen teil.

Auch für Eyüp Öztürk, Geschäftsführer des Westerkappelner IT-Dienstleisters Jessnet, war diese Ausbildungsmesse eine Premiere. Nächstes Jahr will er wieder kommen. „Ich finde den Rahmen hier sehr ansprechend.“

Aktuell plant Jessnet – das Unternehmen betreut unter anderem die EDV der Gesamtschule – eine Erweiterung der Betriebsfläche am Siekenweg. „Da brauchen wir auch Leute, um den zusätzlichen Platz mit Leben zu füllen.“ Derzeit hat die Firma zehn Mitarbeiter. Ausgebildet wird im Bereich Fachinformatik/Systemintegration. Um Interesse bei potenziellen Bewerber zu wecken, durften die Jugendlichen bei Jessnet unter anderem ein wenig im Innenleben eines Computers „herumschrauben“.

Reichlich Andrang gab es am Freitag auch bei der Polizei, die sich direkt neben die Bundeswehr positioniert hatte. Das Land Nordrhein-Westfalen stelle jährlich etwa 2500 Anwärter ein, berichtete Polizeihauptkommissar Andreas Otte aus Mettingen, der für die Kreispolizeibehörde Steinfurt als Personalwerber unterwegs ist. Obwohl durchschnittlich 10 000 junge Leute eine Karriere bei der Polizei anstrebten, sei es nicht einfach, geeignete Bewerber zu finden.

Am Messestand der Polizei gab es viel Andrang. Personalwerber Andreas Otte (2. von links) hatte mit den drei jungen Kommissaranwärtern Lennart Schindler, Vera Johannemann (rechts) und Friderike Mescher Unterstützung bei der Beratungsarbeit.

Am Messestand der Polizei gab es viel Andrang. Personalwerber Andreas Otte (2. von links) hatte mit den drei jungen Kommissaranwärtern Lennart Schindler, Vera Johannemann (rechts) und Friderike Mescher Unterstützung bei der Beratungsarbeit. Foto: Frank Klausmeyer

„Bis zu 15 Prozent scheitern am Rechtschreibtest“, erläuterte Otte. Eine Brille sei kein K.O.-Kriterium, das Sehvermögen dürfe aber nicht zu stark beeinträchtigt sein. Und viele Bewerber brächten nicht die körperlichen Voraussetzungen mit. „Wir verlangen ein Sportabzeichen und ein Schwimmabzeichen in Gold. Das schaffen viele nicht.“ Für die Polizeilaufbahn seien Fachabitur oder Hochschulreife erforderlich, weil es sich um ein duales Studium handelt. Alternativ sei eine Bewerbung auch mit abgeschlossene Ausbildung und anschließender dreijähriger Berufserfahrung möglich, so Otte.

„Wir haben heute viele Interessierte“, freute sich der Personalwerber. „Durch die Beratung hier bei der Ausbildungsmesse merken einige vielleicht, dass sie in der Schule noch was tun müssen.“

Am Vormittag drängelten sich die jungen Besucher der örtlichen Schulen zwischenzeitlich an den Messeständen. Die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln hatte die 8. und 9. Klassen in die Zweifachhalle geschickt – zusammen rund 300 Jugendliche und damit mögliche Auszubildende. Vor allem für den neunten Jahrgang beginne bei der Suche für eine Lehrstelle im kommenden Jahr „jetzt die heiße Phase“, betonte der stellvertretende Schulleiter Stefan Verlemann.

Die (letzten) Zehntklässler der Realschule Westerkappeln und Hauptschule in Wersen hatten dieses Mal auch die Gelegenheit zum Messebesuch. Und wer noch nicht versorgt ist, hat durchaus noch die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Auch bei Echterhoff in Velpe: „Im gewerblichen Bereich stellen wir immer noch ein“, erklärte Jutta Echterhoff.

Während der Career Day Freitagmorgen eine geschlossene Veranstaltung für die Schulen war, wurde die Messe erstmals am Nachmittag für alle geöffnet. Anke Biehl, Wirtschaftsförderin der Gemeinde Westerkappeln, war deshalb genauso gespannt auf die Resonanz wie ihre Lotter Kollegin Joanna Watermeyer. „Das ist ein Test, der auf Anregung einiger Firmen zustande gekommen ist, weil sie hoffen, dass Jugendliche und Eltern freiwillig kommen.“ Für die Schulen ist der Career Day nämlich eine Pflichtveranstaltung.

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