Ortsentwicklungskonzept Westerkappeln
Viele Fragen für die Zukunft

Westerkappeln -

Wo liegen Westerkappelns Potenziale ? Und was fehlt?  Diesen und weiteren Fragen ging Dr. Frank Bröckling vom Planinvent-Büro bei der Auftaktveranstaltung zur Westerkappelner Zukunftswerkstatt am Donnerstagabend nach. Der Einladung von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer waren rund 60 Interessierte in die Schulaula gefolgt.

Freitag, 24.05.2019, 14:12 Uhr
Dr. Frank Bröckling wollte die Meinung der Werkstatt-Teilnehmer zu Westerkappeln wissen. Diese beschrieben eifrig rote und grüne Kärtchen. Manche Probleme in der Gemeinde sind offensichtlich.
Dr. Frank Bröckling wollte die Meinung der Werkstatt-Teilnehmer zu Westerkappeln wissen. Diese beschrieben eifrig rote und grüne Kärtchen. Manche Probleme in der Gemeinde sind offensichtlich. Foto: Astrid Springer

Zum Thema Ortsentwicklung sind alle Bürger gefragt. Dabei geht es nicht allein um Defizite, auch ein Markenkonzept soll entwickelt werden. „Was macht Westerkappeln aus ? Wie können wir den Ortskern, aber auch Ortsteile wieder attraktiver machen ?“, umriss Große-Heitmeyer das Feld. Für den Ortsteil Velpe stellte sie eine Dorfwerkstatt in Aussicht.

Rund 60 Interessierte waren der Einladung gefolgt.

Rund 60 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Foto: Astrid Springer

Planer Bröckling betonte: „Ideen sind gefragt!“ Dass beim „westfälischen Ansatz“ die Menschen zunächst zurückhaltend sind, sei ihm bewusst, meinte er augenzwinkernd. Und er versprach, dass das Konzept nicht für die Schublade erarbeitet werde, sondern das Planungsbüro auch dessen Umsetzung anstrebe. Dafür verfolge man auch Verbindlichkeit in den Strukturen vor Ort, die letztlich in einen politischen Beschluss münden sollen. Anträge auf öffentliche Fördermittel sollen die Sache abrunden.

Für eine Bestandsaufnahme hatten die Planer auf jeden Stuhl grüne und rote Kärtchen ausgelegt und riefen dazu auf, die eigene Wahrnehmung von Westerkappelns Schwächen und Stärken zu Papier zu bringen.

  Foto: Astrid Springer

Positiv wurden dabei beispielsweise die Kinderbetreuung, das Freibad sowie Natur und Landschaft im Außenbereich bewertet. Dass Westerkappeln vor vielen Herausforderungen steht, wurde aber auch deutlich. Kritisiert wurden beispielsweise fehlende Angebote für Jugendliche, die dezentrale Jugendarbeit, zu viel Verkehr oder zu wenig Tourismus.

Ein für viele offensichtliches Problemfeld: der Ortskern, wo Leerstände und rückläufige Entwicklung das Bild prägen. Bemängelt wurde dabei auch, dass es im Ortskern kein Café gibt sowie eine fehlende Aufenthaltsqualität. „Wie könnte man hierher Aufmerksamkeit bekommen?“, fragte der Planer in die Reihen.

Manche Probleme sind nicht zu übersehen.

Manche Probleme sind nicht zu übersehen. Foto: Frank Klausmeyer

Auch müsse man den zunehmenden Anteil älterer Bürger Rechnung tragen. Das heiße aber nicht, ein Dorf für Senioren zu planen, so Bröckling. Planer und Verwaltung haben außerdem den Außenbereich im Visier: Wo können neue Akzente gesetzt, wo kann Vorhandenes herausgestellt werden ?

Zunächst sollen nun in vier Arbeitskreisen gemeinsame Zielvorstellungen herausgearbeitet werden, mit dem Ergebnis, durchdachte und abgestimmte Maßnahmen zu entwickeln. Anregungen aus früheren Versammlungen sollen ebenfalls in das Konzept einfließen.

„Eine funktionierende Ortsgemeinschaft ist dabei der Schlüssel zum Erfolg“, weiß Bröckling, der bereits in vielen Gemeinden dieses Feld beackert hat. Letztlich müssten alle an einem Strang ziehen. Dafür müsse man möglichst alle Akteure beteiligen; ob Gewerbe, Kultur, Vereine, touristische Unternehmen, Zugezogene, Senioren oder Jugendliche. Nicht zuletzt gehe es auch um Ortsmarketing und die Entwicklung eines Markenkerns. Bröckling lobte den neu aufgestellten Verein „Das Kappelner Band“ als bereits vorhandene Struktur, die man nutzen könne.

Um das aktive „Dranbleiben“ an einzelnen Projekten zu fördern, setzen die Planer auf Patenschaften, Netzwerke sowie Einbindung von Gemeinde und Bezirksregierung. Allen Ideen ist letztlich die Frage übergeordnet, wie Westerkappeln 2030 aussehen soll, und was dafür getan werden muss.

Dem Informationsabend schloss sich eine Diskussion an, in der Zweifel laut wurden, ob Ideen die Chance auf Umsetzung hätten. Insbesondere Naturschützer Friedhelm Scheel übte harsche Kritik in Richtung Rat.

Wolfgang Jonas (CDU) betonte, dass die Idee zum Ortsentwicklungskonzept auch aus Reihen der CDU stamme und Andreas Weiss (SPD) wies darauf hin, dass es der SPD-Ortsverein war, der erstmals Dr. Frank Bröckling zur öffentlichen Informationsveranstaltung lud. Im Vorfeld zu polarisieren, sei der Sache sicher nicht förderlich, so Weiss. „Ich glaube, wir alle sind bestrebt, Westerkappeln nach vorne zu bringen“, fing Große-Heitmeyer schließlich die Diskussion ein.

  Foto: Astrid Springer

An die Auftaktveranstaltung schließen sich zeitnah drei Arbeitskreise und die Dorfwerkstatt in Velpe an, in einem Forum werden im Juli die Ergebnisse zusammengetragen und im September auf einer Projektmesse vorgestellt. Die Abschlussveranstaltung ist für Oktober geplant.

Termine

 Dorfwerkstatt Velpe: 12. Juni, Grundschule Handarpe, 19 Uhr Arbeitskreis 1 „Belebt und vielfältg“, 25.Juni, Gasthaus Schröer, 18:30 Uhr Arbeitskreis 2 „Attraktiv und sehenswert“, 27. Juni, „Kuckucks-Nest“, 18:30 Uhr Arbeitskreis 3 „Aktiv und vernetzt“, 3. Juli, „Kuckucks-Nest“, 18:30 Uhrweitere Termine: Forum im Juli, Projektmesse im September, Abschluss im Oktober

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