Grüne große Gewinner der Europawahl
SPD erlebt auch in Westerkappeln ein Desaster

Westerkappeln -

Um 19.45 Uhr war es am Sonntagabend amtlich: Die SPD hat bei der Europawahl in Westerkappeln ein Desaster erlebt. Mit nur 26,8 Prozent der Stimmen sind die Genossen in ihrer einstigen Hochburg an einem historischen Tiefpunkt angelangt.

Sonntag, 26.05.2019, 20:34 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 20:36 Uhr
18 Uhr! Jetzt wird ausgezählt. Der Wahlvorstand im Briefwahlbezirk 2 mit Melanie Jaretzki, Silke Niehaus, Edgar Hoffstädt, Elke Finke, Katja Otte und Reiner Munsberg (im Uhrzeigersinn) musste knapp 500 Stimmzettel auswerten. Vor dem Öffnen der Wahlurne spekulierten sie noch darüber, wie viele Stapel sie wohl für die Auszählung machen müssen. Mit der Schätzung, dass 15 der 40 angetretenen Parteien mindestens eine Stimme erhalten haben, lagen sie gar nicht schlecht. Tatsächlich bekamen 17 Parteien mindestens ein bis maximal 138 Kreuzchen.
18 Uhr! Jetzt wird ausgezählt. Der Wahlvorstand im Briefwahlbezirk 2 mit Melanie Jaretzki, Silke Niehaus, Edgar Hoffstädt, Elke Finke, Katja Otte und Reiner Munsberg (im Uhrzeigersinn) musste knapp 500 Stimmzettel auswerten. Vor dem Öffnen der Wahlurne spekulierten sie noch darüber, wie viele Stapel sie wohl für die Auszählung machen müssen. Mit der Schätzung, dass 15 der 40 angetretenen Parteien mindestens eine Stimme erhalten haben, lagen sie gar nicht schlecht. Tatsächlich bekamen 17 Parteien mindestens ein bis maximal 138 Kreuzchen. Foto: Ursula Holtgrewe

Bündnis 90/Die Grünen sind dagegen auch in Westerkappeln der große Wahlsieger. Mit 23,1 Prozent der abgegebenen Stimmen haben sie um 13,4 Prozent gegenüber der Europawahl vor fünf Jahren zugelegt.

Die SPD stürzte dagegen in noch stärkerem Maße um 15,4 Prozent ab und landete noch unter dem für ihre Verhältnisse und Ansprüche schon mageren Ergebnis der Bundestagswahl 2017 (33,4 Prozent). Nicht einmal 20 Prozent schafften die Sozialdemokraten im Wahlbezirk Gaststätte Bünemann, über 40 Prozent holten sie nur im Kindergarten Am Kapellenweg II.

Mit einem Stimmenanteil von 26,5 Prozent gab es am Sonntag auch für die CDU vor Ort herbe Einbußen, allerdings hielten sich diese im Vergleich zur Bundestags- und zur Landtagswahl vor zwei Jahren dann doch in Grenzen.

Die größte Partei war die der Nichtwähler. Dennoch: Mit einer Beteiligung von 61,3 Prozent bei 8779 Wahlberechtigten war das Interesse an Europa beinah so groß wie nie. Nur vor fünf Jahren gab es mit 63,4 Prozent eine noch höhere Wahlbeteiligung. Damals waren allerdings gleichzeitig Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen. Bei den drei Europawahlen davor dümpelte die Beteiligung mit jeweils um die 40 Prozent vor sich hin. Mit 1216 Anträgen auf Briefwahl gab es übrigens so viele wie nie.

Zu den Gewinnern der Europawahl darf sich auch die FDP zählen, die sich gegenüber 2014 um 2,2 auf 5,6 Prozent verbesserte, jedoch erheblich schlechter abschnitt als bei der letzten Bundestagswahl. Die rechtspopulistische AfD holte 6,5 Prozent und blieb damit ebenfalls unter dem Wert der Bundestagswahl.

Viertstärkste Kraft sind zusammengezählt die „Sonstigen“ der insgesamt 40 zur Wahl angetretenen Parteien geworden. Unter diesen landete „Die Partei“ mit 96 Stimmen (1,8 Prozent) auf Platz eins vor der Tierschutzpartei (1,5 Prozent) und der Piratenpartei (0,7 Prozent).

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