Der Arbeitsmarkt im Tecklenburger Land
„Kein Grund zur Schwarzmalerei“

Tecklenburger Land -

In und um Ibbenbüren ist die Arbeitslosigkeit im dritten Folgemonat gestiegen. Zeichnet sich da eine Krise ab ? „Nein“, erklärt Reinhard Greß, Leiter der Geschäftsstelle Ibbenbüren, „es gibt absolut keinen Anlass zur Schwarzmalerei.“

Mittwoch, 29.05.2019, 16:04 Uhr aktualisiert: 29.05.2019, 17:10 Uhr
 
  Foto: Patrick Seeger

Über einen langen Zeitraum hatte Ibbenbüren die niedrigste Arbeitslosenquote aller Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit im Kreis Steinfurt. Jetzt liegt deren Niederlassung in Emsdetten gleichauf. Denn während dort die Erwerbslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zuletzt um rund fünf Prozent gesunken ist, hat sie in der hiesigen Region in ähnlichen Maße zugenommen, und das im dritten Monat in Folge. Zeichnet sich da eine Krise ab ?

„Nein“, erklärt Reinhard Greß , Leiter der Geschäftsstelle Ibbenbüren, „es gibt absolut keinen Anlass zur Schwarzmalerei.“ Mit einer Quote von aktuell 3,3 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent) bestünden nach wie vor „süddeutsche Verhältnisse“.

Im Mai waren zum Stichtag in und um Ibbenbüren 2088 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 29 Betroffene mehr als im April und sogar 109 mehr als im Mai vergangenen Jahres.

Mit dem Ende des Steinkohlebergbaus, wie man vermuten könnte, habe diese Entwicklung nichts zu tun, betont Greß. „Es gibt auch nicht den einen Grund, sondern sicher verschiedene Ursachen.“ Wer in die Details des umfangreichen statistischen Materials eintaucht, stellt fest, dass der Zugang an neuen Arbeitslosen seit Monaten rückläufig ist. Waren es im Februar noch über 600 Personen, stehen hier für Mai 520 Menschen in der Statistik. Im gleichen Zeitraum ist jedoch auch der Abgang geschrumpft, das heißt, weniger Arbeitslose haben einen neuen Job gefunden. 638 Betroffene haben sich vor vier Monaten abgemeldet, im Mai waren es nur 489.

Reinhard Gress sieht keinen Grund zur Besorgnis.

Reinhard Greß sieht keinen Grund zur Besorgnis. Foto: Günter Benning

„Punktuell stellen wir eine vorsichtigere Einstellungspraxis fest“, kommentiert Greß die Zahlen. Selbst Zeitarbeitsfirmen seien zurückhaltender geworden. Das hänge sicher auch mit der politischen Großwetterlage zusammen, meint der Leiter der Arbeitsagentur in Ibbenbüren. Insbesondere exportorientierte Unternehmen seien teilweise zögerlicher. Auch „massive Umstrukturierungen“ in der Autoindustrie vor dem Hintergrund der Elektromobilität zeigten möglicherweise Wirkung. „Das kann auch die hier ansässigen Zulieferbetriebe treffen.“

Zahlen aus dem Tecklenburger Land

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Ibbenbüren hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 109 Personen zugenommen. Die prozentual höchsten Zuwächse gab es in Recke und Westerkappeln. Hier die Übersicht aus der Region (in Klammern Mai 2018 und prozentuale Veränderung):

...

In nackten Zahlen drückt sich das so aus: Die Arbeitgeber meldeten im Mai 169 neue Jobs, das sind allerdings 64 weniger Neumeldungen als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 941 offene Stellen bei der Arbeitsagentur in Ibbenbüren ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet das eine Abnahme von 100.

Insgesamt gibt es derzeit in der Region 815 offene Stellen, immerhin 43 mehr als vor einem Monat. Gut ein Drittel sind dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Auch in der Verkehrs- und Logistikbranche (158) und in Gesundheits- und Sozialberufen (163) gibt es weiter eine relativ hohe Kräftenachfrage.

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