Standortentscheidungen auf dem Zechengelände
Stadtwerke ziehen in RAG-Verwaltung

Tecklenburger Land -

Das Projekt für Tobias Koch ist klar: Der Aufbau einer Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land in diesem und nächsten Jahr. Für den Geschäftsführer der SWTE Netz GmbH & Co. KG ist der Fahrplan vorgegeben. Der Mitarbeiterstamm der Gesellschaft, die derzeit noch im sogenannten Schwarzen Flur auf dem Bergwerksgelände südlich der Osnabrücker Straße residiert, wird wachsen. Zwangsläufig.

Mittwoch, 05.06.2019, 21:00 Uhr
Das Hauptverwaltungsgebäude der RAG an der Osnabrücker Straße wird Ende 2020 Sitz der Stadtwerke Tecklenburger Land.
Das Hauptverwaltungsgebäude der RAG an der Osnabrücker Straße wird Ende 2020 Sitz der Stadtwerke Tecklenburger Land. Foto: Tobias Vieth

Noch sind sie zu zehnt auf dem Flur an der Zechenstraße – sieben Mitarbeiter der Netzgesellschaft und weitere drei für die übergeordnete Holding, die Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH & Co. KG. Doch im Dezember werden es 16 Personen sein, im Januar, wenn die Netzgesellschaft das Gasnetz dann selber bewirtschaftet 44, im Juni schon 49. Im September 2020 schließlich werden 80 Mitarbeiter vor Ort sein. Es sind, neben Neueinstellungen, die Mitarbeiter, die heute schon das Netz der Stadtwerke betreiben – noch allerdings unter der Regie von Innogy und den Stadtwerken Osnabrück. Sie wechseln zu den Stadtwerken Tecklenburger Land.

Das Problem: Das Raumkonzept, das die Stadtwerke ursprünglich zu Jahresbeginn planten und das vorsah, die Gebäude an der Zechenstraße (südlich der Osnabrücker Straße) von der RAG zu erwerben, gibt dieses Wachstum derzeit nicht her.

Denn noch ist nicht ganz sicher, erklärt Koch , in welchen Schritten sich der Rückzug des Bergwerksunternehmens vom Standort vollzieht. Koch spricht daher von einer nötigen „Risikominimierung“ – und meint den denkbaren Fall, dass die räumlichen Möglichkeiten, für die sicher kommenden Mitarbeiter nicht ausreichen – oder nicht rechtzeitig fertig umgebaut sind.

Die Stadtwerke haben deshalb ihren Immobilienfahrplan verändert. Ab Januar 2020 wird zunächst noch das RAG-Personalgebäude an der Zechenstraße angemietet, als kurze Übergangslösung. Sowohl dieses Gebäude als auch der „Schwarze Flur“ werden aber Ende des Jahres 2020 schon wieder aufgegeben. Dann ziehen die Stadtwerke mit Holding und Netzgesellschaft (der Vertrieb bleibt wie bisher in der Innenstadt) in das dann ehemalige Verwaltungsgebäude der RAG ein, das etwas weiter stadteinwärts an der Osnabrücker liegt. Zudem wird eine alte Kranhalle auf dem Zechengelände gemietet, um Fahrzeuge und Material unterstellen zu können.

Derzeit ist die Planung, das RAG-Verwaltungsgebäude zu kaufen – je nach Begleitumständen ist aber auch mieten vorstellbar, so Koch. Und momentan ist der Einzug der Stadtwerke in dieses Gebäude als Zwischenlösung geplant. Wie sich am Ende die Standortplanung auf dem eigentlichen Zechengelände entwickelt, wird sich später entscheiden.

Es geht um Pragmatismus: „Das ist zunächst eine relativ einfache Lösung“, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Vera Konermann. Eine Lösung, damit die Netzgesellschaft arbeiten kann. Denn das Ziel ist ein reibungsloser Übergang. „Da müssen die Prozesse laufen“, sagt Koch. Ein zusätzliches Risiko mit eventuell nicht nutzbaren Immobilien will Koch da nicht zusätzlich in Kauf nehmen.

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