Erster Arbeitskreis zur Zukunftswerkstatt Westerkappeln hat getagt
Nur wenige wirklich neue Ideen

Westerkappeln -

Am Dienstagabend hat der Arbeitskreis I der Zukunftswerkstatt Westerkappeln getagt. Gefragt waren Ideen für einen belebten und vielfältigen Ortskern. Bahnbrechend Neues kam dabei allerdings nicht heraus.

Mittwoch, 26.06.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:04 Uhr
Keine leichte Aufgabe ist es, dem Westerkappelner Ortskern wieder richtig auf die Beine zu helfen. So einige Läden stehen leer, dazu kommen beschmierte Gebäude. Immerhin: Das Ladenlokal an der Großen Straße, in der bis vor einiger Zeit das Modegeschäft CC.Fashion ansässig war (Bild), soll bald wieder öffnen. Nach WN-Informationen zieht dort ein Döner-Imbiss ein. Ein neuer Leerstand zeichnet sich an der Großen Straße ab. Der Fahrradladen Stening ist schon seit rund fünf Wochen geschlossen – aus gesundheitlichen Gründen, wie über das sozialen Netzwerk „Facebook“ verbreitet wird. Als kleines Geschäft in einer kleinen Stadt habe man es nicht leicht zu bestehen. „Wir haben es 30 Jahre lang geschafft, ...Doch nun ist bei uns die Luft raus“, heißt es in einem Post. Wahrscheinlich Mitte Juli werde der laden noch einmal für einen Ausverkauf geöffnet.
Keine leichte Aufgabe ist es, dem Westerkappelner Ortskern wieder richtig auf die Beine zu helfen. So einige Läden stehen leer, dazu kommen beschmierte Gebäude. Immerhin: Das Ladenlokal an der Großen Straße, in der bis vor einiger Zeit das Modegeschäft CC.Fashion ansässig war (Bild), soll bald wieder öffnen. Nach WN-Informationen zieht dort ein Döner-Imbiss ein. Ein neuer Leerstand zeichnet sich an der Großen Straße ab. Der Fahrradladen Stening ist schon seit rund fünf Wochen geschlossen – aus gesundheitlichen Gründen, wie über das sozialen Netzwerk „Facebook“ verbreitet wird. Als kleines Geschäft in einer kleinen Stadt habe man es nicht leicht zu bestehen. „Wir haben es 30 Jahre lang geschafft, ...Doch nun ist bei uns die Luft raus“, heißt es in einem Post. Wahrscheinlich Mitte Juli werde der laden noch einmal für einen Ausverkauf geöffnet. Foto: Frank Klausmeyer

Wer am Dienstag oder Mittwoch bei 35 Grad Celsius im Schatten dringend etwas trinken musste, hätte auf der Suche nach Wasser oder einem anderen kühlen Getränk verdursten können. Denn außerhalb der wenigen gastronomischen Betriebe gibt es im historischen Zentrum keinen Tropfen zu kaufen. Kein Kiosk, kein Bäcker mit Kühlschrank, sondern gar nichts. Ein „belebter und vielfältiger“ Ortskern sieht wahrlich anders aus. Genau das aber ist Ziel der Zukunftswerkstatt Westerkappeln, dessen Arbeitskreis I am Dienstagabend im klimatisierten Saal des Gasthauses Schröer tagte. Dort kamen viele Vorschläge auf den Tisch, bahnbrechend Neues war aber nicht dabei.

Rund 25 Frauen und Männer saßen an den Tischen und machten sich gemeinsam mit Dr. Frank Bröckling , Geschäftsführer des Büros Planinvent (Münster), Gedanken darüber, wie Westerkappeln „belebt und vielfältig“ gestaltet werden kann.

Dass auch wieder etliche Ratsmitglieder mitdiskutierten, stieß nicht bei jedermann auf Gefallen. Schließlich seien diese seit 15 Jahren oder mehr mitverantwortlich für die Entwicklung der Gemeinde, sagte ein Teilnehmer. Und Reiner Nietiedt hinterfragte gar die ganze Vorgehensweise für das angestrebte Ortsentwicklungskonzept (OEK). Im Arbeitskreis säßen gut zwei Dutzend Leute, die sich schon seit Jahren Gedanken machten. „Wir müssen aber 11 000 Bürger mitnehmen.“ Bröckling betonte, dass die Zukunftswerkstatt keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Es könne sich außerdem jeder in den Prozess einbringen.

Ein neuer Leerstand zeichnet sich an der Großen Straße ab. Der Fahrradladen Stening ist schon seit rund fünf Wochen geschlossen – aus gesundheitlichen Gründen, wie über das sozialen Netzwerk „Facebook“ verbreitet wird. Als kleines Geschäft in einer kleinen Stadt habe man es nicht leicht zu bestehen. „Wir haben es 30 Jahre lang geschafft, ...Doch nun ist bei uns die Luft raus“, heißt es in einem Post. Wahrscheinlich Mitte Juli werde der Laden noch einmal für einen Ausverkauf geöffnet.

Ein neuer Leerstand zeichnet sich an der Großen Straße ab. Der Fahrradladen Stening ist schon seit rund fünf Wochen geschlossen – aus gesundheitlichen Gründen, wie über das sozialen Netzwerk „Facebook“ verbreitet wird. Als kleines Geschäft in einer kleinen Stadt habe man es nicht leicht zu bestehen. „Wir haben es 30 Jahre lang geschafft, ...Doch nun ist bei uns die Luft raus“, heißt es in einem Post. Wahrscheinlich Mitte Juli werde der Laden noch einmal für einen Ausverkauf geöffnet. Foto: Frank Klausmeyer

Zu Beginn des Abends präsentierte er die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung fürs OEK vor fünf Wochen. Dazu gehörte auch eine Stärken-Schwächen-Analyse, auf deren Grundlage Zielvorstellungen für den Ortskern und eine Mischung aus kurz- und aus langfristig angelegten Projekten entwickelt werden sollen.

Erste Ideen gibt es schon, die am Dienstag vertieft wurden, bei denen aber auch deutlich geworden ist, wie schwierig die Umsetzung werden könnte. Beispiel Kirchplatz: Dieser sei „auf eine gruselige Weise verunstaltet“, meinte eine Teilnehmerin. Eine Begrünung oder Aufwertung des Platzes ist aber wohl so einfach nicht. Denn für die Neugestaltung gab es zweckgebundene Städtebauförderungsmittel. Würde die Gemeinde den Kirchplatz umfassend anpacken, könnte die Rückzahlung von Zuschüssen drohen.

Eine Lanze für den jetzigen Zustand brach dagegen Ratsmitglied Andreas Weiss. Der Kirchplatz sei heute viel belebter als zu Zeiten der Kastanien.

Mehrere Teilnehmer zeigten kein Verständnis dafür, dass der Zuschnitt des Kirchplatz schaustellergerecht bleiben solle. „Das für drei Tage Kirmes im Jahr so zu belassen, ist Wahnsinn“, befand Pfarrer Jörg Oberbeckmann. Michael Puke, Ratsherr der SPD, hielt dem entgegen, dass dort ja auch der Kürbis- und der Maimarkt sowie das Oldtimertreffen stattfinden.

Eine Umgestaltung der grünen Wiese am Kirchplatz wäre da schon einfacher. Im Raum stehen der Aufbau einer dauerhaften „Kurmuschel“ als Konzertbühne, das Anlegen einer Boule-Bahn oder eine bienenfreundliche Blumenwiese.

Angeregt wurde überdies ein autofreier Ortskern. Auch dieser Vorschlag ist nicht neu und findet – wie in der Vergangenheit – Befürworter und Gegner.

Natürlich wurde auch über die Beseitigung der Leerstände diskutiert. Ein Einfall: Vielleicht könne mit der Confiserie Rabbel und mit der Firma Giersch über einen Werksverkauf im Ortskern gesprochen werden. Ein Café oder öffentlicher Treffpunkt steht ebenso als Ziel im Raum wie die Vernetzung des alten Zentrums mit dem neuen an der Heerstraße. Den Stein der Weisen hat aber erwartungsgemäß auch hier keiner der Teilnehmer entdeckt.

Keine schönen Impressionen aus dem Westerkappelner Ortskern

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  • Der ehemalige Orientladen am Kreuzplatz ist nach dem Brand im vorigen jahr wieder saniert – steht aber leer.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Das VHS-haus wurde beschmiert.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Leerstand an der Kreuzstraße

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Beschmierte Fassaden

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Das ehemalige Stadtcafé sucht einen neuen Mieter.

    Foto: Frank Klausmeyer

Eine Fassadengestaltung mit Wiedererkennungswert oder das Einhausen von Mülltonnen sind weitere – nicht wirklich – neue Ideen.

Gespannt dürften viele Bürger sein, welche Projektprofile Bröckling und Kollegen aus den Ideen schmieden und ob sich Paten finden, die die Vorhaben begleiten oder umsetzen. Mit einem „Portfolio der Vorschläge“, so Bröckling, werde man sicher bei der Bezirksregierung in Sachen Fördermöglichkeiten vorstellig.

Zum Thema

Am heutigen Donnerstag tagt im Rahmen der Zukunftswerkstatt der Arbeitskreis II „Westerkappeln - attraktiv und sehenswert“. Themenschwerpunkte sollen Freizeit, Kultur, Tourismus und das Ortsmarketing sein. Die Veranstaltung findet im „Kuckucks-Nest“ statt und beginnt um 18.30 Uhr.

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