Kayathiry Brand eröffnet Hebammen-Praxis in Westerkappeln
Viele Momente des Glücks

Westerkappeln -

Eigentlich hätte Kayathiry Brand viel lieber Modedesign studiert. Doch ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Geburtshilfe des damaligen St. Elisabeth-Hospitals in Ibbenbüren brachte die Erleuchtung. Nicht Mode, nicht Medizin, wie es ihre Eltern gerne gesehen hätten, wollte sie studieren. Sie entschied sich für eine Ausbildung zur Hebamme. „Ich möchte heute nichts anderes mehr machen“, sagt die 36-Jährige.

Samstag, 29.06.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 09:58 Uhr
Im neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 11 hat Kayathiry Brand die passenden Räumlichkeiten für ihre Hebammen-Praxis gefunden, die einzige in Westerkappeln. Dazu gehört auch ein großer Kurs- und Gymnastikraum.
Im neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 11 hat Kayathiry Brand die passenden Räumlichkeiten für ihre Hebammen-Praxis gefunden, die einzige in Westerkappeln. Dazu gehört auch ein großer Kurs- und Gymnastikraum. Foto: Frank Klausmeyer

Am Montag hat sie in Westerkappeln eine neue Hebammen-Praxis eröffnet.

Das Praktikum ist 21 Jahre her. Damals ging Kaya , so die Kurzform ihres Vornamens, noch zum Kardinal-von-Galen-Gymnasium, wo sie 2003 ihr Abitur machte. Danach kehrte die in Sri Lanka geborene und in Mettingen aufgewachsene junge Frau dem Tecklenburger Land erst einmal den Rücken.

Kayathiry Brand ist eine kleine, zierliche Erscheinung, die aber offensichtlich weiß, was sie will und ihre Ziele mit viel Energie verfolgt. Die Ausbildung zur Hebamme machte sie an einer Fachschule in Paderborn. Drei Jahre dauerte das. „Dann bin ich erst mal nach Hessen gegangen“, erzählt sie zu ihrem Werdegang. In einer kleinen Praxis arbeitete sie als selbstständige Hebamme.

Von dort zog es sie in die Hauptstadt. In Berlin war Brand in einem Geburtshaus als Beleghebamme tätig.

2011 wollten sie und ihr Mann Daniel, ein Tierarzt, den sie seit der fünften Klasse kennt, zurück in die Heimat. Das Paar hatte einen eigenen Kinderwunsch vor Augen. „Und die sollten so aufwachsen, wie wir aufgewachsen sind“, erzählt die 36-Jährige.

Zunächst arbeitete sie wieder als Beleghebamme in einem Krankenhaus in Damme. Als sie dann 2012 schwanger war und ihre Tochter geboren wurde, ließ sie die Arbeit im Kreißsaal ruhen. „Das ist mit Familie schlecht vereinbar“, sagt Kayathiry Brand. Stattdessen baute sie Im Hook in Westerbeck, wo die Brands zu Hause sind, eine Praxis auf und betreut bis diese Tage Frauen aus Westerkappeln, Mettingen, Lotte, Ibbenbüren und auch aus dem niedersächsischen Bereich.

Jetzt, wo ihre Tochter und ihr Sohn (sechs und vier Jahre alt) etwas größer sind, möchte sich die Westerkappelnerin endlich wieder breiter aufstellen. „Es ist eine Herzensangelegenheit für mich, in Westerkappeln einen Treffpunkt anzubieten, wo sich werdende Mütter und Väter und junge Eltern informieren können über das, was auf sie zukommt und ich möchte sie dabei begleiten.“

Im neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße 11 hat Kayathiry Brand die passenden Räumlichkeiten gefunden. 156 Quadratmeter stehen ihr im Erdgeschoss zur Verfügung, aufgeteilt in zwei Behandlungsräume für die Schwangerschaftsvorsorge und CTG-Kontrollen, bei denen die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit aufgezeichnet werden, einen Behandlungsraum für ambulante Wochenbetten, einen großen Kursraum sowie einen Seminarraum.

Zum Leistungsspektrum gehören die Betreuung der Schwangeren vor der Geburt und im Wochenbett, Kurse zur Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik oder auch die Beikostberatung. Zusammen mit Partnern bietet die Praxis auch Babymassage, Schwangerschaftsyoga und Erste Hilfe am Kind an.

Die Praxis betreibt Kaya Brand ganz allein. „Ich mache wenig Urlaub“, betont die Hebamme. Wenn doch, sorge sie für Vertretungen.

Was die 36-Jährige nicht bietet, ist die Geburtshilfe im Krankenhaus. „Da möchte ich wieder hin. Das geht aber erst, wenn meine Kinder größer sind.“ Als Handicap sieht sie das aber nicht. Im Kreißsaal einer Klinik arbeiten schließlich viele Hebammen nach Dienstplan. Will heißen: Dort haben es Schwangere bei der Geburt häufig mit anderen Hebammen als bei der Vorbereitung auf diesen Moment zu tun.

Natürlich hat die Selbstständigkeit auch ihre Schattenseiten. Vor allem das vorgeschriebene Qualitätsmanagement sei sehr zeitintensiv. Aber das gehöre nun mal dazu, sieht es die Hebamme pragmatisch. Einsätze am Abend und am Wochenende sind auch nicht zu vermeiden. Das alles sei aber nicht wirklich schlimm, weil ihr der Beruf, die vielen Momente des Glücks Spaß machten. „Die Eltern in solchen Phasen zu begleiten und zu beraten, ist wirklich schön.“

 

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