Zukunftswerkstatt Westerkappeln: dritter Arbeitskreis hat getagt
Nachholbedarf in vielen Bereichen

Westerkappeln -

Was wünschen sich die Westerkappelner in puncto Mobilität und digitale Infrastruktur ? Wie können Treffpunkte für junge und alte Menschen geschaffen werden ? Im dritten Arbeitskreis „Aktiv und vernetzt“ der im Juni gestarteten Zukunftswerkstatt wurden jetzt deutlich, dass es in vielen Bereichen Nachholbedarf gibt.

Donnerstag, 04.07.2019, 15:38 Uhr
Freies WLAN Fehlanzeige: Vor vier Jahren hatte die SPD-Ratsfraktion den Aufbau eines offenen drahtlosen lokalen Netzwerks für den Ortskern gefordert. Passiert ist nichts.
Freies WLAN Fehlanzeige: Vor vier Jahren hatte die SPD-Ratsfraktion den Aufbau eines offenen drahtlosen lokalen Netzwerks für den Ortskern gefordert. Passiert ist nichts. Foto: Frank Klausmeyer

Gerade mal 15 Frauen und Männer waren in der Gaststätte „Kuckucks-Nest“ zusammengekommen, um die Vorschläge zu diskutieren, die nach der Auftaktveranstaltung beim Münsteraner Büro PlanInvent eingegangen waren. Wie gehabt präsentierte Geschäftsführer Dr. Frank Bröckling vorab jene Stärken und Schwächen, die die Westerkappelner unter dem Stichwort „Aktiv und vernetzt“ für ihre Gemeinde herausgearbeitet hatten, um im Anschluss Einblick in die Wünsche und Vorschläge zu geben.

Positiv bewertet wurde das Freizeitangebot für Kinder und Senioren, negativ schlug zu Buche, dass Treffpunkte für Jugendliche nach 17 Uhr oder am Wochenende gänzlich fehlten. Wen wundert´s, dass ein neues Jugendzentrum oder ein Café zum Beispiel in der alten Feuerwehrwache oder Events wie eine Zeltdisco ganz oben auf der Wunschliste stehen.

Auch eine Skaterbahn wurde notiert. Bröckling regte hier an, Jugendliche an dem Bau zu beteiligen: „Die wissen das dann meistens mehr zu schätzen.“ Ein Streetworker als Ansprechpartner wurde ebenfalls für sinnvoll gehalten. Auch ein Treffpunkt für die Kleinen kam an diesem Abend noch einmal zur Sprache: Der bereits auf der Wunschliste stehende Spielplatz in Velpe solle mit einem Insektenhotel und Hochbeeten ausgestattet und Projekte mit Kindern etwa mit einem Imker veranstaltet werden, schlug eine Teilnehmerin vor. Letzteres würde vor allem die nötige Frequenz in das Projekt bringen, merkte Bröckling dazu an.

In puncto Verkehr wurde die günstige Lage Westerkappelns zwar gelobt, das damit verbundene hohe Verkehrsaufkommen etwa auf der Osnabrücker Straße jedoch als störend empfunden. Eine Umgehungsstraße fehle ebenso wie ein Bahnhof. Ebenfalls eher ein Hinweis für die Politik als ein Projekt für Westerkappelner Bürger: die Situation an der Bundesstraße Richtung Velpe, die von Grundschulkindern nicht ohne Hilfe überquert werden könne, wie es aus dem Teilnehmerkreis hieß. Eine Querung wäre daher wünschenswert.

Nachholbedarf habe Westerkappeln auch beim Ausbau der digitalen Infrastruktur: WLAN an öffentlichen Plätzen wurde ebenso vermisst wie eine Breitbandversorgung innerorts und in den Außenbereichen.

Die Diskussion um neue Ideen für Westerkappeln war noch gar nicht richtig in Gang gekommen, als sich Friedhelm Scheel zu Wort meldete. Der Umweltaktivist bezweifelt, dass durch die Zukunftswerkstatt tatsächlich etwas in der Gemeinde verändert werde: „Ein Haus kann man nur auf einem starken Fundament bauen. Das ist hier nicht gegeben“, meinte er mit Blick auf die geringe Teilnehmerzahl an diesem Abend. „Wir schaffen es in Westerkappeln nicht, uns an einen Tisch zu setzen“, stellte Scheel fest, bevor er die Veranstaltung verließ.

Vollends auf taube Ohren stieß sein Beitrag nicht: „Ich kann ihn verstehen“, meinte Katja Otte. Auch sie habe zum Thema Zukunftswerkstatt schon häufig zu hören bekommen, dass da nur geredet werde. Das sei der Lohn der letzten 20 Jahre, in der viele Initiativen im Sand verlaufen seien. Otte glaubt jedoch, dass sich die Stimmung im Politik und Gesellschaft besonders für Projekte mit Umweltbezug gewandelt habe.

Am Donnerstag, 19. September, sollen die Projektideen in einer Messe der Öffentlichkeit präsentiert werden. Zuvor können am Freitag, 11. September, alle Projektgruppen zu einem Vorbereitungstreffen zusammen kommen. Treffpunkt ist jeweils um 19 Uhr in der Gesamtschule Westerkappeln. Ein Gespräch mit der Bezirksregierung im Herbst soll schließlich die Förderchancen der ausgewählten Projekte klären. Bröckling stellte hierzu ein umfangreiches Fördertopfportfolio.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6748797?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Arbeitsplatz Autobahn-Toilette
Hartmut Lippmann bei der Arbeit. Die Toilettenanlagen an der Autobahn werden von ihm und seinen Kollegen an jedem Tag des Jahres gereinigt. Manchmal ist das Routine, manchmal wartet auf die Serviceleute ein Knochenjob mit erheblichem Ekelfaktor.
Nachrichten-Ticker