Gartenprojekt Regenbogenland
Unterricht, der (mehr) Spaß macht

Westerkappeln -

Wenn man im Unterricht eine Stichsäge benutzen kann oder Schafe streicheln darf – da kommt Freude auf. Das ist jedenfalls der Eindruck der Verantwortlichen des Gartenprojekts Regenbogenland, das am Kapellenweg entsteht.

Samstag, 06.07.2019, 09:05 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 09:10 Uhr
Im Teamwork und mit fachkundiger Unterstützung werden viele kleine Projekte umgesetzt, die zusammen kleine Schritte für das große Ganze darstellen.
Im Teamwork und mit fachkundiger Unterstützung werden viele kleine Projekte umgesetzt, die zusammen kleine Schritte für das große Ganze darstellen. Foto: Dietlind Ellerich

Was Anfang des Jahres 2018 schon bei der Vorstellung des Modells viel Zustimmung erfahren hat, nimmt nun auch auf dem großen Gelände Burgweg Ecke Kapellenweg schräg gegenüber dem evangelischen Familienzentrum Formen an. Am Mittwochmorgen herrscht reger Betrieb im „Regenbogenland“, dem Gartenprojekt, an dem der Kindergarten und die Gesamtschule gemeinsam und mit finanzieller und tatkräftiger Unterstützung vieler Sponsoren und ehrenamtlicher Helfer arbeiten.

„Klein und Groß mitein­ander und füreinander“, so hatten es sich die Initiatoren aus den Einrichtungen vorgestellt. In den vergangenen sechs Wochen, in denen die Jugendlichen der siebten und achten Klassen im Projektunterricht jeweils mittwochmorgens zur praktischen Arbeit kamen, waren auch die Jüngsten aus dem Familienzentrum am Start. Während die Großen den Bau des Unterstands für die Schafe übernahmen, kümmerten sich die Kleinen ums Füttern der wolligen Tiere. Und während die Älteren das Fundament für den Container bauen, in dem das Zubehör für Dirtbahn und Pumptrack aufbewahrt werden soll, und Kantensteine setzen, legen die Jüngsten tatkräftig beim Pflastern des Untergrunds für den Grill Hand an.

Nicht ganz uneigennützig, denn für die SchuKis des Kindergartens stand in der Nacht auf den heutigen Samstag eine Zelt-Übernachtung inklusive Grillen im Regenbogenland an.

Das Regenbogenland in Westerkappeln wächst

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  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich
  • Stück für Stück wächst das Projekt Regenbogenland in Westerkappeln Foto: Dietlind Ellerich

Hochbetrieb ist nicht nur an den Fundamenten und bei den Tieren, die Schafzüchter Joris von Os aus Westerbeck im Regenbogenland grasen lässt, sondern auch im Kraterbeet, am und im Bauwagen. Auch die Obstwiese und den Gemüsegarten verlieren die Kinder und Jugendlichen nicht aus dem Blick.

Im Kraterbeet, für das Felix und Till einen bequemen Einstieg gebaut haben, wachsen oben Pflanzen wie Lavendel, die viel Sonne und Wind vertragen, und unten die Minze, die viel Wasser braucht, das sich unten sammelt. In der Mitte hält es der Salbei aus, der nicht nur für Tee und Bonbons gebraucht wird, sondern auch zum Zähneputzen taugt.

Alles Nutzpflanzen eben! Das war den Schülern und ihrer Lehrerin Renate Rumler wichtig. Weiter sollen noch eine Trockenmauer, in der Insekten und Pflanzen sich wohlfühlen, ein Hochbeet für Tomaten, Möhren oder Erdbeeren, sowie Beerensträucher als Rückzugsort für Tiere angelegt werden.

Den Bauwagen haben die Jugendlichen unter der Leitung der pädagogischen Honorarkraft Wolf Wiedenbrück runderneuert. Dämmen, Wände und Boden mit Holz verkleiden, den Unterstand für eine Terrasse bauen, ein altes Geländer wieder auf Vordermann bringen. Viel war und ist noch zu tun, bis der Wagen als Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsraum genutzt werden kann. Am Mittwoch war gerade Baustopp. Wegen der Lieferung falschen Materials, wie Lehrerin Kerstin Grimmelmann weiß.

Nichtsdestotrotz sind die Jugendlichen bestens zufrieden und sich einig, dass die Arbeit draußen im Regenbogenland viel mehr Spaß macht als der normale Unterricht in der Schule.

Den Zaun um das Gelände haben die Eltern der Kindergartenkinder errichtet. „Es ist toll, wie viele Menschen mit anpacken“, freut sich Leiterin Anja Peters.

Die Akzeptanz bei den Nachbarn sei zudem groß. Kürzlich habe ein Anwohner Bescheid gesagt, als ein Schaf ausgebüxt war. Dank des Hinweises konnte das Tier schnell eingefangen werden, bevor es auf Abwege geriet.

„Bürgerpark“ ist das Fern-ziel für Peters. Ein erster Schritt dahin ist die Offene Jugendarbeit, die außerhalb der Schulferien dienstagsnachmittags im Regenbogenland stattfindet.

Nach den Ferien geht es weiter für die Gesamtschüler. Die Siebtklässler werden einen Teil ihres Projekt-, die Fünft- und Sechstklässler ihres Profilunterrichts auf dem Gelände verbringen.

Es gibt viel zu tun: Der Bauwagen soll eine Dachterrasse und Solarzellen bekommen, damit das Regenbogenland möglichst autark wird. Außerdem fehlen noch das geplante Labor, der Weidendom, der Brunnen. . . Schritt für Schritt ergänzen kleine und große Leute ihr gemeinsames Projekt. „Hier soll eine Utopie Realität werden“, macht Lehrer Andreas Wilms deutlich.

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