Viele Baustellen im Westerkappelner Schulzentrum
Jetzt wird´s richtig laut

Westerkappeln -

Der letzte Pausengong vor den Ferien ist gerade verklungen, da gibt es an der Grundschule am Bullerdiek richtig Lärm: In dieser Woche beginnt die Modernisierung und Erweiterung des Gebäudes – nur eine Baustelle von vielen im Westerkappelner Schulzentrum.

Mittwoch, 17.07.2019, 16:14 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 16:18 Uhr
Der Anbau am „Haus der Wespe“ strebt der Vollendung entgegen.
Der Anbau am „Haus der Wespe“ strebt der Vollendung entgegen. Foto: Frank Klausmeyer

„Wir versuchen, die laute Arbeit in die Ferien zu legen“, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer – wohlwissen, dass es auch im neuen Schuljahr nicht gerade leise zugehen wird.

„Eine große OP am offenen Herzen“ hatte Leiterin Anne Frickenstein das beschrieben, was der Schule in den kommenden Monaten bevorsteht. Zuerst wird der erst vor wenigen Jahren komplett renovierte Toilettentrakt abgerissen. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte den Auftrag erst vor zwei Wochen per Dringlichkeitsbeschluss genehmigt. Im „gleichen Rutsch“ wurden Maurerarbeiten und weitere Leistungen vergeben. Alle Beteiligten geben Gas. Denn zum Beginn des Schuljahres 2020/21 soll bereits alles fertiggestellt sein.

Der Toilettentrakt, der Zwischengang und die Rollstuhl-Rampe der Grundschule am Bullerdiek werden abgerissen.

Der Toilettentrakt, der Zwischengang und die Rollstuhl-Rampe der Grundschule am Bullerdiek werden abgerissen. Foto: Frank Klausmeyer

Der Abrissbirne zum Opfer fällt nicht nur der WC-Trakt, auch der Durchgang zum hinteren Pausenhof, die Rollstuhlrampe, das Toiletten-Häuschen auf der Nordseite sowie die dortige Treppenanlage müssen in den kommenden Wochen für die bevorstehende Erweiterung weichen. „Der Eingangsbereich wird ganz neu gestaltet“, erläutert Große-Heitmeyer.

Herzstück der Baumaßnahmen – wenn man es so nennen will – wird die Errichtung eines dreigeschossigen Zwischengebäudes anstelle des jetzigen WC-Traktes sein. Im Erdgeschoss wird eine Mensa mit Küche eingerichtet. Der erste Stock ist für zusätzliche Klassen- und Mehrzweckräume vorgesehen. Das Obergeschoss, das statt eines zunächst geplanten einfachen Dachbodens jetzt vollwertig hochgezogen wird, bleibt der Gebäudetechnik und Abstellräumen vorbehalten, könnte später aber auch für Unterrichtszwecke umgebaut werden. Im Gegenzug wird aus dem Voll- lediglich ein Kriechkeller. Der belastete Boden für den Aushub hätte sonst kostenträchtig auf einer Spezialdeponie gelagert werden müssen.

Der Entwurf zeigt sehen, wie der Eingangsbereich künftig aussehen wird. Herzstück der Erweiterung ist der dreigeschossige Zwischenbau.

Der Entwurf zeigt sehen, wie der Eingangsbereich künftig aussehen wird. Herzstück der Erweiterung ist der dreigeschossige Zwischenbau.

Auch im Bestandsgebäude sind einige Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen geplant. Noch in den Sommerferien sollen die neuen Schülertoiletten gebaut werden. Sie rücken von draußen nach drinnen. „Im Moment sind das noch zwei Förderräume“, sagt die Bürgermeisterin. Alles in allem hatte Architekt Edmund Flatau die Gesamtinvestitionen allein für die Grundschule zu Jahresbeginn auf rund 2,7 Millionen Euro beziffert.

Wenn sich der Abrissstaub verflüchtigt hat, ist vielleicht der schlimmste Lärm überstanden, Schüler und Lehrer brauchen für die Zeit danach aber trotzdem Geduld und gute Nerven. Und ein bisschen Orientierungssinn. Während der Bauphase wird es nämlich drei Eingänge geben. Wer woher in die Schule gehen soll, sei bereits festgelegt, berichtet Große-Heitmeyer. Das Foyer und der nördliche Schulflügel sollen durch einen hölzernen Gebäudeschlauch miteinander verbunden werden, der Kinder und Erwachsene vor Staub und Dreck abschirmt. „Das haben wir alles auch mit der Feuerwehr so abgestimmt“, betont die Bürgermeisterin zum Thema Sicherheit.

Auf der Großbaustelle gegenüber der Grundschule geht es unterdessen gut voran. Mittlerweile sind die Fenster und Außentüren für den Anbau am „Haus der Wespe“ eingebaut. Just hat der Hauptausschuss auch die Aufträge für die Innentüren und Zargen, für Malerarbeiten, Bodenbeläge und andere Arbeiten vergeben.

Dass der Anbau für den Offenen Ganztag zum Beginn des neuen Schuljahres komplett bezugsfertig ist, glaubt Große-Heitmeyer nicht. „Wir müssen schauen, ob wir zumindest den unteren Bereich bis dahin fertig haben.“ Mobile Container oder andere provisorische Lösungen seien aber wohl nicht mehr für die rund 190 zu betreuenden Kinder erforderlich, meint die Verwaltungschefin.

Für die Erweiterung der Gesamtschule, in der 2020/21 die Oberstufe startet, sind überdies Aufträge für die Tragwerksplanung und die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes erteilt worden.

In den Ferien läüft auch die Erneuerung des Nahwärmenetzes im Schulzentrum.

In den Ferien läüft auch die Erneuerung des Nahwärmenetzes im Schulzentrum. Foto: Frank Klausmeyer

In vollem Gange ist bereits die Erneuerung der Nahwärmeversorgung. Diese soll in den Sommerferien möglichst abgeschlossen sein. Die Leitungen von der Heizzentrale an der Dreifachhalle bis zur Gesamtschule sind bereits im Boden. Mitverlegt werden sollen Leerrohre für Glasfaser. Wenn der Förderbescheid für den Breitbandausbau im Außenbereich vorliege, der auch für Schulen gilt, würden diese als erstes angeschlossen, versichert Große-Heitmeyer.

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