Fair gehandelte Produkte: Gemeinde wird für Einsatz ausgezeichnet
Westerkappeln wird Fair-Trade-Town

Westerkappeln -

Ibbenbüren hat den Titel schon. Lengerich auch. Außerdem eine Handvoll weiterer Kommunen im Kreis Steinfurt. Nun hat auch Westerkappeln die letzte Hürde zur sogenannten Fair-Trade-Town genommen. Ein Termin für die Auszeichnungsfeier steht.

Mittwoch, 24.07.2019, 16:36 Uhr aktualisiert: 25.07.2019, 17:24 Uhr
Kaffee-Verarbeitungsanlage einer Kooperative in Honduras: Um die Produktion und den Handel mit fair produzierten Waren wie Kaffee zu fördern, hat sich die Gemeinde Westerkappeln um den Titel „Fair-Trade-Town“ erfolgreich beworben. Beim Kürbis- und Bauernmarkt soll die Urkunde übergeben werden.
Kaffee-Verarbeitungsanlage einer Kooperative in Honduras: Um die Produktion und den Handel mit fair produzierten Waren wie Kaffee zu fördern, hat sich die Gemeinde Westerkappeln um den Titel „Fair-Trade-Town“ erfolgreich beworben. Beim Kürbis- und Bauernmarkt soll die Urkunde übergeben werden. Foto: Santiago Engelhardt/Fairtrade

Wenn am 6. Oktober der Verein „Das Kappelner Band“ zum Kürbis- und Bauernmarkt einlädt, das hat die Fair-Trade-Town-Steuerungsgruppe beschlossen, soll die Urkunde verliehen werden. Außerdem einigten sich die Ehrenamtlichen darauf, den Markt mit dem Untertitel „regional + fair“ zu versehen.

Mit dem Slogan „Wir sind Fair-Trade-Town“ will die Gemeinde künftig erklärtermaßen Werbung für sich machen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Vereinen und Verbänden, so heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung, wollen außerdem ein Zeichen setzen für einen fairen Handel und für Nachhaltigkeit. Das Konzept, sagt Katja Otte , Vorsitzende des Vereins „Das Kappelner Band“, „hat uns überzeugt“. Nachhaltige Produkte zu fördern, die Produzenten die Grundlage für ein selbstbestimmtes Wirtschaften und Leben garantieren, muss auch in Westerkappeln fester Bestandteil des Wirtschaftslebens sein.“

Die Fair-Trade-Town-Kampagne ist vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden von „ TransFair “, einem Verein zur Förderung eines gerechten Handels in der Welt. Die Initiatoren möchten erreichen, dass sich Akteure aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft vernetzen, und sich gemeinsam auf lokaler Ebene für den fairen Handel stark machen. Bundesweit hat „TransFair“ nach eigenen Angaben bislang insgesamt 619 Kommunen mit dem Siegel ausgezeichnet.

Für die Anerkennung müssen insgesamt fünf Voraussetzungen erfüllt sein. So muss der Gemeinderat zunächst einmal per Beschluss festlegen, dass die Gemeinde den Titel anstrebt. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Fraktion bereits Ende 2016 gestellt.

Bei Veranstaltungen der Gemeinde muss fortan außerdem Fair-Trade-Kaffee ausgeschenkt sowie ein weiteres fair gehandeltes Produkt angeboten werden.

Vorausgesetzt wird zweitens das Einrichten einer Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert und durch mindestens drei Personen aus den Bereichen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft besetzt ist. Auch hier hinter kann die Verwaltung einen Haken machen. Geleitet wird die Gruppe von der SPD-Ratsherrin Melanie Middendorf.

Für eine Gemeinde in der Größe von Westerkappeln verlangt „TransFair“ darüber hinaus, dass mindestens vier Geschäfte und zwei Cafés oder Restaurants fair gehandelte Produkte anbieten. Mit den Lebensmittelgeschäften und Discountern, betont Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer auf Anfrage, sei auch diese Voraussetzung erfüllt.

Viertens muss sich wenigstens eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde verpflichten, fair gehandelte Produkte zu verwenden und entsprechende Bildungsarbeit zu leisten.

Damit möglichst viele Menschen von den Aktivitäten erfahren, verpflichtet sich die Gemeinde außerdem zu regelmäßiger Öffentlichkeitsarbeit.

Der Titel wird für zunächst zwei Jahre vergeben. Im Anschluss wird überprüft, ob die Voraussetzungen weiterhin erfüllt werden.

Wenn es nach der Bürgermeisterin geht, wird bei dem Kürbis- und Bauernmarkt nicht nur fair gehandelter Kaffee angeboten, sondern auch Kleidung, die unter gerechten und nachhaltigen Bedingungen hergestellt wurde. Bislang, räumt Große-Heitmeyer ein, „haben wir aber noch keinen Anbieter gefunden. Wir arbeiten an einer Lösung.“

Unternehmen, Gruppen und Aussteller, die beim Kürbis- und Bauernmarkt dabei sein wollen, können sich noch bis zum 31. Juli an die Gemeindeverwaltung wenden ( ✆ 0 54 04/88 71 31 oder niklas.schulte@westerkappeln.de).

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