Jedes Jahr derselbe Ärger
Absolutes Badeverbot im und Halteverbot am „Sundermannsee“

Westerkappeln/Lotte -

Die heißen Tage der letzten Wochen ließen das Problem wieder hochkochen: Zahlreiche illegale Besucher parkten zeitweise entlang der schmalen Straße „Wersener Holz“, um im sogenannten Sundermannsee Abkühlung zu suchen. Beides aber ist streng verboten.

Dienstag, 06.08.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 21:57 Uhr
Naturidyll zum Genießen: Der Niedringshaussee, auch Sundermannsee genannt.
Naturidyll zum Genießen: Der Niedringshaussee, auch Sundermannsee genannt. Foto: Erna Berg

Heiko Schreck, der am Wersener Holz wohnt, hatte berichtet, dass „besonders an den extrem heißen Tagen vom 25. bis zum 28. Juli beiderseits der Straße in Seenähe alles zugeparkt“ gewesen sei.

„Über 100 Fahrzeuge“ hätten dort zeitweise gestanden. „Da kommt kein Rettungsdienst mehr durch“, meinte er und verwies auf eine ältere, kranke Nachbarin, die öfter mal auf Hilfe vom Notarzt angewiesen sei. Obendrein sei zum Teil auf Wiesen und trockenem Gras geparkt worden, was die akute Waldbrandgefahr erhöht habe.

Er habe sich an die beiden Gemeindeverwaltungen gewandt – der Niedringhaussee, wie der im Volksmund „Sundermannsee“ genannte ehemalige Baggersee korrekt heißt, liegt zu zwei Dritteln auf Wersener, und zu einem Drittel auf Westerkappelner Gebiet –, doch deren Reaktion sei „ungenügend“ gewesen. Es seien nur einmal Knöllchen verteilt worden. „Bei solchen Temperaturen muss mehrmals täglich kontrolliert und aufgeschrieben werden“, betonte er. Diese „Fürsorgepflicht“ hätten die beiden Kommunen verletzt.  

Das stimme nicht, sagen Petra Tepe als Allgemeine Vertreterin von Lottes Bürgermeister Rainer Lammers und Thomas Rieger , Kämmerer der Gemeinde Westerkappeln, in Vertretung von Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer: „Wir haben mehrfach kontrollieren lassen“, so Tepe.

Und Thomas Rieger verweist nach Rücksprache mit der im Zuge der Ordnungspartnerschaft beider Kommunen eigens für die Überwachung des ruhenden Verkehrs in Lotte und Westerkappeln eingestellten Mitarbeiterin darauf, dass diese sich an den Hitzetagen besonders auf die Umgebung des Sees konzentriert habe: „Wir haben mindestens vier Mal am Tag morgens, vormittags, nachmittags und abends zu unterschiedlichen Zeiten dort kontrolliert. Dass Rettungswege versperrt waren, war zum Zeitpunkt der Kontrollen nicht der Fall.“

Rieger hebt auch hervor, dass die Kontrolleurin in ständigem Kontakt mit der Polizei stehe und in einem solchen Fall das Abschleppen der Fahrzeuge veranlassen würde. Das wäre dann richtig teuer für die Falschparker: Wollen sie ihr Auto wieder haben, müssen sie erst einmal ein paar hundert Euro berappen. Für Parken ohne Behinderung von Rettungswegen im absoluten Halteverbot werden je nach Parkdauer 15 bis 35 Euro Bußgeld fällig.

Beide Gemeinden weisen aus aktuellem Anlass außerdem darauf hin, dass im Niedringhaussee absolutes Badeverbot und am Wersener Holz in dem Bereich, der an den See grenzt, nicht nur Park-, sondern absolutes Halteverbot gilt. Sie kündigen dort auch an: „Aufgrund des hohen Besucheraufkommens und der zunehmenden Verunreinigung dieses Privatgewässers und der Wege werden die Gemeinden Lotte und Westerkappeln verstärkt in diesem Bereich Kontrollen durchführen.“

Im Moment hat sich die Situation aufgrund der unbeständigen Wetterlage beruhigt. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Ärger wieder los geht. Zum Leidwesen nicht nur der Anlieger und des Fischereivereins, der den See als Angelgewässer gepachtet hat, sondern auch der Natur. Denn der „Sundermannsee“ ist ein nach Bundesnaturschutzgesetz geschütztes Biotop mit artenreichem Fisch-, Amphibien-, Kleintier- und Insektenbestand. Zu viele Menschen auf einmal verkraftet er nicht.

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