Reit- und Fahrverein will in Plätze und Halle investieren
Planungssicherheit fehlt

WEsterkappeln -

Ein wenig Verzweiflung klingt durch, wenn Carmen Echelmeyer von den bislang erfolglosen Versuchen berichtet, den Reit- und Fahrverein Westerkappeln fit zu machen für die Zukunft. „Wir haben alles ausgelotet – ohne Ergebnis“, sagt die Vorsitzende. Der Verein will investieren: in einen neuen Springplatz und in eine Sanierung der Reithalle. Finanziell wäre das zu stemmen. Allein: Bei der Suche nach einer Fläche im Umkreis von rund zwei Kilometern sei der Vorstand bislang nicht fündig geworden, erläutert Carmen Echelmeyer, die im März den Vorsitz übernahm.

Freitag, 09.08.2019, 15:48 Uhr aktualisiert: 09.08.2019, 17:28 Uhr
Carmen Echelmeyer (links), Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, steht vor großen Herausforderungen. Die Trainingsbedingungen müssen besser und die mehr als 50 Jahre alte Reithalle saniert werden.
Carmen Echelmeyer (links), Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, steht vor großen Herausforderungen. Die Trainingsbedingungen müssen besser und die mehr als 50 Jahre alte Reithalle saniert werden. Foto: Katja Niemeyer

Zwar verfügen die Hobbyreiter direkt neben der Reithalle über einen Springplatz. Die Fläche ist aber nur gepachtet, was an sich auch kein Problem darstelle, betont die Vorsitzende. Der Vertrag werde allerdings immer nur für ein Jahr verlängert. „Langfristig planen können wir mit dem Platz also nicht. Deshalb fehlt uns der Mut zum Investieren“, erläutert die Vorsitzende das Problem.

Dabei müsste der Springplatz dringend umgearbeitet werden, damit er ganzjährig genutzt werden kann. Der Boden ist außerdem zu hart und zu uneben und eine Beregnungsanlage längst überfällig.

Etwas anders geartet sind die Probleme mit dem Dressurplatz, der sich ein paar Hundert Meter entfernt am Schützenweg befindet. Die Qualität des Untergrundes sei hier zwar einwandfrei, betont Carmen Echelmeyer . Kopfzerbrechen bereiten ihr dort indes die eingeschränkten Nutzungszeiten. Bis 17 Uhr dürfen die Reiter mit ihren Pferden ihre Runden drehen, in Ausnahmefällen auch mal bis 18 Uhr. Für den Reitbetrieb reicht das bei Weitem nicht aus, denn zu dem Zeitpunkt starten erst die Trainingsstunden, herrscht reges Treiben an der Reithalle.

„Aufgrund der Jahrespachtverträge können wir uns schlichtweg nicht weiter entwickeln“, so das Fazit der Vorsitzenden. Angesichts einer zunehmenden Konkurrenzsituation – in Westerkappeln sind in den vergangenen Jahren eine Reihe von privaten Reithallen gebaut worden – sieht Carmen Echelmeyer aber dringenden Handlungsbedarf. „Wir wollen unseren Mitgliedern vernünftige Trainingsbedingungen bieten.“ Ihre Suche nach geeigneten Grundstücken will sie deshalb auch noch nicht aufgeben. „Wir vergrößern jetzt erst einmal den Radius“, verspricht sie.

Zusätzliche Arbeit verursacht zudem das jährlich im Juni stattfindende Turnier. „Weil uns wegen der kurzfristigen Pachtverträge Planungssicherheit fehlt, müssen wir den Platz jedes Jahr wieder aufs Neue herrichten“, erläutert die Reiterin. Sprich: Platz vermessen, Pfähle setzen, Zaun ziehen, Sand auffahren.

Neben dem Mangel an geeigneten Plätzen treibt den Vereinsvorstand der Zustand der über 50 Jahre alten Reithalle derzeit mächtig um. Nicht zu übersehen: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung zwingend erforderlich. Durch die Außenwände ziehen sich lange Risse. Das Dach ist undicht. Und die Beregnungslage müsste dringend repariert werden. „Die Halle ist eine der ältesten im gesamten Kreis Steinfurt“, erläutert Carmen Echelmeyer.

Wenn die neue Vorsitzende des 220 Mitglieder zählenden Vereins nun auch vor großen Herausforderungen steht – die Finanzierung der Projekte dürfte ihr geringeres Problem sein. „Wir haben eine solide Kassenlage. Und wenn wir ein schlüssiges Konzept entwickeln, können wir auch Mittel aus der Sportstättenförderung beantragen.“

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