Statistik für Westerkappeln
Mehr Wohnraum für weniger Leute

Westerkappeln -

Die Bevölkerung Westerkappelns stagniert. In den vergangenen zehn Jahren ist sie sogar leicht geschrumpft. Die Zahl der Wohnungen ist im gleichen Zeitraum dagegen erheblich gestiegen. Jeder Einwohner der Gemeinde hat folglich mehr Platz zum Leben.

Dienstag, 20.08.2019, 17:20 Uhr
In Westerkappeln gibt es – so wie hier an der Hanfriedenstraße – weiter eine rege Wohnungsbautätigkeit. Obwohl die Zahl der Einwohner seit 2008 leicht zurückgegangen ist, gibt es heute deutlich mehr Wohnungen als damals.
In Westerkappeln gibt es – so wie hier an der Hanfriedenstraße – weiter eine rege Wohnungsbautätigkeit. Obwohl die Zahl der Einwohner seit 2008 leicht zurückgegangen ist, gibt es heute deutlich mehr Wohnungen als damals. Foto: Frank Klausmeyer

Das geht aus Daten der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt und des Landesamtes für Statistik (IT.NRW) hervor. Gab es im Jahr 2008 noch 4498 Wohnungen, waren es Ende vergangenen Jahres 471 oder 10,5 Prozent mehr. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Einwohner laut IT.NRW von 11 326 auf 11 155 gesunken.

Zu erklären ist diese Entwicklung vor allem mit der Haushaltsgröße: Es gibt immer mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte. Diese machten in NRW im vergangenen Jahr bereits drei Viertel aller Privathaushalte aus, berichtet die Wirtschaftsförderung des Kreises. Im ländlichen Kreis Steinfurt lag der Anteil sogar bei 80 Prozent. Die durchschnittliche Haushaltsgröße wird mit 1,8 Personen angegeben. Daran wird sich nach den Prognosen der Kreisverwaltung bis 2040 auch nichts ändern, obwohl die Zahl der Haushalte um zwölf Prozent auf dann gut 200 000 wachsen soll.

In Westerkappeln teilen sich gemessen daran derzeit noch überproportional viele Menschen einen Haushalt, nämlich rechnerisch 2,2 Personen. Der Trend zum Single-Dasein oder dem Wohnen zu Zweit ist aber auch hier unverkennbar. Vor zehn Jahren lebten noch durchschnittlich 2,5 Menschen in einem Haushalt.

Der Großteil der Westerkappelner Bürger mag es offensichtlich geräumig. Rund 55 Prozent der für 2018 angegebenen 4969 Wohnungen hatten fünf Räume oder mehr, wobei es sich um Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften handeln dürfte, auch wenn dies der Statistik so nicht zu entnehmen ist. 1179 Wohnungen hatten vier Räume und 628 Wohnungen drei Zimmer. Dazu kommen 186 Wohnungen mit nur zwei Räumen und 28 Einzimmer-Wohnungen. Diese müssen laut Statistik allesamt im vergangenen Jahr gebaut worden sein, wo genau, das bleibt bei den Zahlen der Wirtschaftsförderung unklar. Möglicherweise gibt es diese Appartements auch nur in der Datenbank, denn bei den Zahlen handelt es sich lediglich um eine Fortschreibung auf Basis der endgültigen Ergebnisse der Gebäude und Wohnungszählung im Rahmen des Zensus 2011.

Mehr Wohnungen in Westerkappeln gibt es jedenfalls in allen Größen, wobei vor allem im Vergleich zum Jahr 2010 die mit zwei Zimmern (+12,7%) und drei Räumen (+15,4%) zweistellige Steigerungsraten aufweisen. Diese Entwicklung dürfte sich ein wenig mit der Beobachtung des Neubaus vieler Mehrfamilienhäuser in der jüngeren Vergangenheit decken.

Im Durchschnitt hat jede Wohnung in der Gemeinde 5,2 Räume. Die durchschnittliche Wohnungsgröße wird mit 108,1 Quadratmetern angegeben. Jedem Einwohner stehen damit rechnerisch 48,1 Quadratmeter zur Verfügung. Zum Vergleich: In Mettingen sind es gut zwei Quadratmeter mehr, in Lotte etwa 1,5 Quadratmeter weniger.

Immobilienpreise steigen deutlich

Ein neues Reihenhaus kostet in Westerkappeln im Schnitt 250 000 Euro. Das geht aus dem aktuellen „Markt für Wohnimmobilien 2019“ der LBS hervor. Günstiger seien gebrauchte Reihenhäuser: Käufer müssten dafür rund 160 000 Euro zahlen. Allerdings seien in diesem Segment die Preise in den vergangenen fünf Jahren um 19 Prozent gestiegen.Ein gebrauchtes Eigenheim kostet nach LBS-Angaben 245 000 Euro, im Vorjahr waren es 190 000 Euro. Das entspricht einer Steigerung um 29 Prozent.„Die anhaltende hohe Nachfrage sorgt auch in Westerkappeln für einen entsprechenden Preisanstieg“, sagt LBS-Gebietsleiter Jan Piekatz, der laut Pressemitteilung an dem Preisspiegel mitgewirkt hat.Für eine gebrauchte Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern müssen Käufer durchschnittlich 124 000 Euro zahlen, das entspricht 1550 Euro pro Quadratmeter – fünf Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Auch neue Eigentumswohnungen sind laut LBS teurer geworden (+9,8 Prozent). Sie liegen jetzt bei durchschnittlich 2800 Euro pro Quadratmeter.„Weil der Wohnungsmarkt in vielen Großstädten am Limit ist, wächst die Nachfrage auch abseits der großen Zentren“, erklärt Piekatz zu den Zahlen.Erschlossenes Bauland kostet in Westerkappeln im Schnitt 135 Euro pro Quadratmeter. Vergangenes Jahr waren es noch 125 Euro. Je nach Lage variieren die aktuellen Preise zwischen 70 und 185 Euro.Über eine interaktive Karte können die Daten der LBS-Studie „Markt für Wohnimmobilien 2019“ abgerufen werden: . Eine Broschüre mit allen erfassten Orten erhalten Interessierte im LBS-Kunden-Center, Neustraße 6 in Ibbenbüren.

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Im ganzen Kreis Steinfurt gab es vergangenes Jahr 200 451 Wohnungen, allein gegenüber 2017 ist das ein Plus von 7,7 Prozent. Etwas widersprüchlich erscheint da die Mitteilung der NRW.Bank, dass die Wohnungsmärkte in Nordrhein-Westfalen trotz reger Bautätigkeit angespannt bleiben. Der Neubau von Mietwohnungen finde eher im hochpreisigen Segment statt. Die befragten Experten sähen kurzfristig keine deutliche Entspannung im preiswerten und mittleren Preissegment, heißt es in einer Pressemitteilung der NRW.Bank. Allenfalls bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen sei eine leichte Entspannung zu erwarten.

Immerhin: Am Gartenmoorweg in Westerkappeln sollen demnächst zwei Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohnungen gebaut werden, wovon die Hälfte nach Kriterien des sozialen Wohnungsbaus errichtet wird. Für Familien mit mehreren Kindern wird das aber wohl nichts. Der Investor plant lediglich acht kleine bis mittelgroße Wohnungen.

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