Ausländerfeindliche Parolen in Westerkappeln
VHS-Haus schon wieder beschmiert

Westerkappeln -

Erneut haben unbekannte Täter das VHS-Haus in Westerkappeln mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Auch dieser Fall wird an den Staatsschutz in Münster weitergeleitet.

Montag, 26.08.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 27.08.2019, 10:42 Uhr
Das VHS-Haus in Westerkappeln ist am Wochenende erneut mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert worden.
Das VHS-Haus in Westerkappeln ist am Wochenende erneut mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert worden. Foto: Frank Klausmeyer

Das teilte Johannes Tiltmann, Sprecher der Kreispolizeibehörde in Steinfurt, mit. Der Staatsschutz übernimmt in solchen Fällen die Ermittlungen, in denen der Verdacht einer politisch motivierten Straftat besteht.

„Kanacken Stall“ wurde in gelb-brauner Farbe auf die Rückwand des VHS-Hauses geschmiert. Da es sich um eine Klinkerfassade handelt, sei diese nur schwer zu reinigen und deshalb auch von einem höheren Sachschaden auszugehen, sagt Tiltmann. Auch im vorderen Bereich des Gebäudes an der Kreuzstraße gab es Schmierereien, die bereits übergestrichen wurden.

Schwerer als die Sachbeschädigung wiegt aber wohl der möglicherweise fremdenfeindliche Hintergrund dieser und weiterer Taten. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni waren das VHS-Haus an der Kreuzstraße sowie ein Fahrzeug der Gemeindeverwaltung mit dunkelroter Farbe beschmiert worden. Die Polizei entdeckte seinerzeit auch ein Hakenkreuz. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August kippten Unbekannte graue Farbe an die Rathauswand. Außerdem wurde ein in der Nähe parkender Dienstwagen der Verwaltung mit der Farbe besprüht.

Am Wochenende vom 2. bis 5. August hatten Unbekannte das VHS-Haus erneut mit roter Lackfarbe besprüht und ausländerfeindliche Beleidigungen am hinteren Teil des Gebäudes hinterlassen.

Der jüngste Vorfall ist am Montag um 8.30 Uhr entdeckt worden. Die Täter müssen irgendwann seit Freitag (23. August) um 12.30 Uhr aktiv geworden sein. Ob der beim Polizeipräsidium in Münster angesiedelte Staatsschutz schon irgendwelche konkreten Ermittlungsansätze hat, blieb am Montag auf WN-Nachfrage offen. Die zuständigen Beamten waren nicht mehr im Haus.

Dass das VHS-Haus wiederholt zum „Anschlagsziel“ wird, könnte damit zusammenhängen, dass die Volkshochschule in den Räumlichkeiten auch Integrationskurse für Flüchtlinge veranstaltet. Überdies bietet Flüchtlingsbetreuer Jan Hofmann im Auftrag des Vereins Wabe Westerkappeln dort regelmäßig Sprechstunden für Zuwanderer an.

„Vielleicht muss das Haus besser geschützt werden“, meint Wolfgang Jonas, Mitglied im Vorstand des Wabe e.V.. Zumal: In der Vergangenheit habe es auch andere Vorfälle gegeben. Mal werde Sperrmüll vor die Tür gestellt, der anscheinend den Flüchtlingen zugedacht sei, mal würden belegte Brötchen mit Schweinefleisch vor die Tür geworfen. „Wir haben das nicht an die große Glocke gehängt, weil wir keine Nachahmer auf den Plan rufen wollten“, sagt Jonas. Anhaltspunkte für eine mögliche Täterschaft hat aber auch der Flüchtlingshilfeverein nicht. Es habe gegenüber den Vereinsmitgliedern oder Jan Hofmann seines Wissens bislang noch nie Beleidigungen oder gar Bedrohungen gegeben.

Ob und wie das VHS-Haus besser geschützt werden kann, beschäftigt auch die Gemeinde als Eigentümerin des Gebäudes. „Ziel muss natürlich sein, diese Leute zu packen", erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Dafür müsse gegebenenfalls die Polizeipräsens im Ort verstärkt werden. Dazu habe sie bereits Gespräche mit Landrat Dr. Klaus Effing in seiner Funktion als oberster Dienstherr der Polizei im Kreis Steinfurt geführt.

Hinweise zu dem aktuellen Vorfall wie auch den vorherigen Schmierereien nehmen die zuständigen Polizeidienststellen in Ibbenbüren ( ✆  05451/591-4315) oder in Münster ( ✆  0251/2750) entgegen.

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