Konzert im Kulturhof
Hommage an französische Filmmusik

Westerkappeln -

Für die Familie Séférian ist der Kulturhof Westerbeck sicherlich schon ein „zweites Zuhause“. Bereits zum 14. Mal konnten die Liebhaber feinster von Hand gemachter Musik sie am Sonntagabend im einzigartigen Ambiente des Kulturhofes erleben. Mit ihrer Hommage an französische Filmmusik aus über fünf Jahrzehnten Programm haben sie die Chansons zusammengestellt, die das Leben der Familie über mehrere Generationen inspiriert haben.

Montag, 02.09.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 12:16 Uhr
Der Chansonsänger Jean-Claude Séférian wurde beim Konzert im Kulturhof begleitet von seiner Tochter, der Jazzsängerin Marie Séferien, und von Christiane Rieger-Séférian am Flügel. Gastgeber Raimund Beckmann (kleines Foto) hatte zu dem Abend eingeladen.
Der Chansonsänger Jean-Claude Séférian wurde beim Konzert im Kulturhof begleitet von seiner Tochter, der Jazzsängerin Marie Séferien, und von Christiane Rieger-Séférian am Flügel. Gastgeber Raimund Beckmann (kleines Foto) hatte zu dem Abend eingeladen. Foto: Axel Engels

Als „Begleiterin“ für den international renommierten Chansonsänger Jean-Claude Séférian und die exquisite Jazzsängerin Marie Séferien hätte man sich keine bessere Begleiterin am Konzertflügel wünschen können als Christiane Rieger-Séférian . Sie wusste den jeweiligen Stimmungen einen adäquaten klanglichen Grund zu verleihen, auf dem sich die beiden Stimmen dann in all ihrer Strahlkraft entfalten konnten. Mit ihrer kultivierten und feinsinnigen Spielweise wirkte der „familiäre“ musikalische Dialog einzigartig.

Das zeigte sich sofort beim ersten Chanson von Edith Piaf. Jean-Claude Séférian legte all seine Liebe zur Metropole an der Seine in „Sous le ciel de Paris“, wo er seine Frau kennengelernt hatte. „La Mer“ von Charles Trenet durfte für ihn natürlich nicht fehlen.

Dieser wohl bekannteste französische Chanson hat das Leben von Jean-Claude Séférian ganz tief beeinflusst. Schon in seiner Kindheit hörte er die Musik von Charles Aznavour. Sein „La Bohème“ sowie „Formidable“ schienen wie für Jean-Claude Séférian geschrieben, selten hört man sie so innig und ausdrucksvoll wie an diesem Abend.

Marie Séférian hat sich längst einen festen Platz in der Jazzszene ersungen, mit ihren kreativen und innovativen Musikprojekten internationale Erfolge erzielt. Bei ihren ganz persönlichen Jazzinterpretationen mit Looprecorder von „Windmills of your mind“ von Michel Legrand lauschten ihr alle Besucher ganz gebannt.

Christiane Rieger-Séférian zeigte sich solistisch als überaus virtuose Pianistin bei der Ballade aus „Love story“ von Francis Lai, die beim Publikum mit ihren an Liszt erinnernden Partien bestens ankam.

Bei „Un homme et une Femme“ gab es aber auch einen wunderbaren Strauß zu Herzen gehender Duette. Aus dem Film „Les choses de la vie“ mit Romy Schneider und Michel Piccoli sangen Vater und Tochter das Duett „La Chanson d’Hélène“, fühlte man sich dem Alltag ganz entführt in eine von großen Gefühlen durchdrungene Welt.

Wenn dann noch „Le tourbillon de la vie“ von Jeanne Moreau und „Les Feuilles Mortes“ von Jacques Prévert erklangen, war das Vergnügen des Publikums wohl komplett. Aber als musikalisches Bonbon setzte sich dann Jean-Claude Séférian an den Flügel und im Duett mit seiner Tochter Marie erklang Michel Polnareffs „Love me, please, love me“ aus Bernardo Bertoluccis Film „The dreamers“ als einer der Höhepunkte des Abends. Mit dem „Un homme et une femme“ von Francis Lai endete ein Konzert, das ganz tief berührte und sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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